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Diedorf-Hausen

27.01.2020

Hausen: Deshalb mussten die Bäume fallen

Zwei Bäume auf dem Spielplatz an der Höhenstraße in Hausen wurden kürzlich gefällt.
Foto: Ulrich Weigel (Symbolfoto)

Auf einem Spielplatz in Hausen gibt es jetzt weniger Schatten. Bürgermeister Peter Högg ärgert sich, dass die Fällaktion zu einer Wahlkampfaktion führt.

Sie waren fast 60 Jahre alt, groß gewachsen und spendeten Schatten für spielende Kinder und Eltern. Trotzdem wurden die zwei Bäume auf dem Spielplatz an der Höhenstraße in Hausen kürzlich gefällt. Das Thema kam auch auf der Bürgerversammlung für den Ortsteil auf. Bürger wollten wissen, warum die Bäume gefällt wurden. Sie hatten zuvor sogar Unterschriften für den Erhalt der Bäume gesammelt.

Bürgermeister Peter Högg erklärte den Sachverhalt: Die Grundstücke seien vor Ort neu vermessen worden. Die Untersuchung ergab, dass Grenzen neu gezogen werden mussten und der Teil des Spielplatzes, auf dem die beiden Bäume standen, eigentlich gar nicht der Gemeinde gehört, sondern einem Nachbarn, der auf dem Grundstück bauen will. Deshalb mussten die beiden Bäume entfernt werden, so der Bürgermeister.

Im Sommer ein Sonnensegel aufstellen

Högg kann durchaus verstehen, dass die Bürger die Maßnahme bedauern, und versprach Abhilfe zu schaffen: Im Gespräch mit unserer Zeitung betont er, dass die Gemeinde selbst neue Bäume pflanzen und im Sommer ein Sonnensegel aufstellen werde. Was er nicht nachvollziehen kann, ist die Wahlkampfaktion, die die CSU-Fraktion zwei Tage nach der Bürgerversammlung in Willishausen ankündigte.

„Das geht so nicht“, ärgerte sich der Bürgermeister jetzt, als die CSU-Fraktion auf Facebook und ihrer Website die Ankündigung veröffentlichte, selbst auf dem Spielplatz Bäume pflanzen zu wollen. In der Meldung heißt es: „Wir haben bewusst auf teure Wahlgeschenke verzichtet und wollen stattdessen etwas Nachhaltiges für unseren Ort im Wahlkampf machen. Hierzu haben wir uns für eine Baumpflanzaktion entschieden.“

Den Sachverhalt in der nächsten Sitzung noch einmal nachprüfen

Auf der Website erklärte das Team um Bürgermeisterkandidat Thomas Rittel weiter: „Die Bäume mussten auf Anordnung des aktuellen Bürgermeisters gefällt werden, da sie angeblich auf dem Nachbargrundstück standen. Die Tatsache sieht anders aus.“ Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte Rittel, dass man sich bei dieser Aussage an den beigefügten Fotos orientiert habe und wollte den Text auf der Website umgehend korrigieren. Er betonte: „Wir werden den Sachverhalt in der nächsten Sitzung des Gemeinderats noch einmal nachprüfen.“ Die Formulierung sei vielleicht „etwas zu frech“ ausgefallen.

Peter Högg sagte: „Ein Gemeinderat kann nicht einfach einen neuen Baum auf Gemeindegrund pflanzen.“ Eine Aktion wie diese müsse mit Verwaltung und Bauhof abgestimmt werden. Trotzdem hat die CSU-Fraktion mittlerweile schon eine neue Heimbuche für den Spielplatz bestellt. Rittel erklärte, dass er die Aktion mit Vertretern der Verwaltung besprochen habe. Jede Baumspende sei willkommen, so die Aussage der Verwaltung. Die Baumpflanzaktion soll irgendwann im Februar stattfinden. (karrt)

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