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Langweid

27.06.2019

Haushalt verabschiedet: Investitionsrekord in Langweid

So wird er aussehen, wenn er fertig ist: der neue Kindergarten in Langweid. Das Budget dafür ist im Haushalt für 2019 beschlossen worden.
Bild: Büro Obel Architekten

Einwohner, Einnahmen, Ausgaben, Schulden und natürlich Baugebiete: Alles wächst in der Gemeinde am Lech.

Ende 2018 lebten 8460 Menschen in Langweid. Tendenz steigend, denn das Ende des Baubooms ist nicht abzusehen. Die passende Infrastruktur für eine ständig wachsende Bevölkerung zu schaffen ist teuer. Deshalb stehen im diesjährigen Haushaltsplan auch Kreditaufnahmen von bis zu 2,5 Millionen Euro und weitere zwei Millionen Euro in jedem Jahr bis 2022. Und damit werden „keine Spielereien“ finanziert, wie Bürgermeister Jürgen Gilg bei den Haushaltsberatungen im Gemeinderat unterstrich. Dort wurde das finanzielle Gerüst der Gemeindepolitik einstimmig verabschiedet.

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Die Summe der Investitionen im Haushalt 2019 hat Rekordcharakter: fast 14 Millionen Euro. Hier ein Überblick über die wichtigsten Brocken.

Kinderbetreuung kostet viel Geld

Der Neubau des Kindergartens St. Vitus und die Erweiterung des Kindergartens in Stettenhofen werden sich 2019 auf über vier Millionen summieren. Insgesamt kosten die beiden Gebäude rund 7, 2 Millionen Euro. In die offene Ganztagesbetreuung an der Grundschule investiert die Gemeinde zusätzlich zur Förderung durch die Regierung von Schwaben rund 1200 Euro für jedes der betreuten Kinder. Im letzten Schuljahr nahmen 172 Grundschüler das Angebot in Anspruch. Elternbeiträge werden nicht erhoben, um auch finanziell schwachen Familien eine Kinderbetreuung zu ermöglichen.

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3,2 Millionen für neue Eisenbahnüberführung

Für die Eisenbahnüberführung an der Achsheimer Straße sind in diesem Jahr 3,2 Millionen Euro eingepreist, weitere 300000 Euro werden für Restarbeiten 2020 fällig. Dafür bekommt Langweid keine Neuauflage des Flaschenhalses am Ortsausgang Richtung Achsheim, sondern eine zweispurige Straße mit hochgesetztem, breitem Geh- und Radweg. Rund um den Bahnhof wird auch künftig noch kräftig investiert. Der Bau der Personenunterführung wurde zwar verschoben, doch für Vorarbeiten wie die Verlegung von Leitungen sind heuer 200000 Euro vorgesehen. Wenn alles nach Plan läuft, soll die Unterführung in zwei Jahren gebaut werden, wenn die Bahn die Züge wieder für einige Tage wegen Bauarbeiten an der Strecke zwischen Augsburg und Donauwörth stoppt. Dafür sind für 2021 und 2022 über zwei Millionen Euro in der Planung.

Knapp 800.000 Euro für Feuerwehrfahrzeuge

Einen Notverbund mit Gersthofen lässt sich Langweid 410000 Euro kosten, knapp 800000 Euro stehen für Feuerwehrfahrzeuge im dicken Haushaltsbuch, das der Gemeinderat vor der Beschlussfassung in den Fraktionen und Haushaltsausschuss eingehend unter die Lupe genommen hat.

Wenn die vielen Investitionen nicht wären, könnte Langweid sein Sparschwein füttern. Denn auf der Einnahmeseite sehe es gut aus, zeigte Kämmerer Helmut Gensberger auf. Das Bevölkerungswachstum zeigt sich nicht nur auf der Ausgabenseite. Seit 2010 steigt der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer stetig. Damals spülte dieser Posten noch unter drei Millionen Euro in die Kasse, heute sind es rund 4,8 Millionen. Auch bei der Grunderwerbsteuer und der Gewerbesteuer zeigt sich, dass immer mehr Menschen in Langweid leben und arbeiten.

Trotz hoher Ausgaben hat Langweid aktuell gut neun Millionen Euro auf der hohen Kante. Damit könnte die Gemeinde die anfallenden Investitionen auch ohne Kreditaufnahme stemmen. Doch dann wäre die Kasse geplündert, und unerwartete Ausgaben könnten nicht bedient werden. Finanzieller Spielraum müsse immer gegeben sein, so der Bürgermeister.

Biogasanlage kann modernisiert werden

Die Anlage am Achsheimer Sportplatz kann modernisiert und erweitert werden, beschloss der Gemeinderat einstimmig. Keine Kapazitätserweiterung, sondern die für die Förderung notwendige Flexibilität würde durch die Aufrüstung gewährleistet, so Bürgermeister Jürgen Gilg. „Einer solchen Erweiterung haben wir bisher immer zugestimmt.“ Zu den Maßnahmen an der Biogasanlage gehört die Aufschüttung des vorgeschriebenen Havariewalls, der 1,5 Meter hoch und begrünt wird. Ein zusätzlicher Pufferspeicher und ein weiteres Gärrestelager wurden vonseiten der Gemeinde genehmigt.

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