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Gala

22.10.2013

Haute Couture hüllt sich in klassisches Kleid

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3 Bilder
Genreübergreifend: Melanie Möller verbindet ergreifenden Gesang mit Modern Dance.

Young Stage verzaubert mit Tanz, Gesang und Schauspiel in der Stadthalle Neusäß

Neusäß Wenn elegante Kreationen auf zeitlose Klassikstücke treffen – die Mitglieder des Fördervereins Young Stage führten die Gäste in der Stadthalle Neusäß diesmal mitten in die Zauberwelt der sinnlichen Kostüme und anmutigen Kompositionen. Und was in ihrer Show „Bella Classica“ als theatralisch inszenierte Modenschau seinen augenzwinkernden Anfang nahm, entwickelte sich schnell zu einer berauschenden Gala der Superlative.

Mit feierlichen Werken aus der Feder Wolfgang Amadeus Mozarts sorgte der voluminöse Chor aus allen Mitwirkenden zunächst für eine klassisch geprägte Atmosphäre. Barocke Festgewänder verbanden sich hierbei mit den leidenschaftlichen Stimmen der jungen Künstler schnell zu einer formvollendeten Einheit der ästhetischen Bühnenkunst.

Düsteres „Chicago“, beschwingtes „Funny Girl“

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Katrin Deller verlieh anschließend Andrew Lloyd Webbers „Love never dies“ eine wunderschön verträumte Note und ließ den Gesang am Ende zart in weit entfernten Sphären entschweben. Mit Melanie Möller verschmolzen dann auch erstmalig ergreifende Vokalkompositionen mit den eleganten Körperbewegungen des Modern Dance.

Leicht verrucht und von eiskalter Leidenschaft gezeichnet präsentierte sich eine eigenwillige Choreografie von Ricarda Riemann und ihren Showtänzerinnen aus dem düsteren Musical Chicago, wogegen sich die Bühnenperformance zu „Funny Girl“ als wahrlich originelle Neuschöpfung des Zusammenspiels entpuppte: Zwei junge Damen in identischen Kostümen – die eine begeisterte mit perfektem Gesang, die andere verkörperte das pantomimische Echo, das dem Gesang die dazu passenden Gestik und Bewegungsabläufe verlieh. Bei den Hexen von „Wicked“ wurden die verträumten Verse über die Vergänglichkeit der Gefühle von Pianistin Elisabeth Haumann in wunderschöne Begleitmelodien gekleidet.

Mitten auf der Bühne wurde ein halbes Dutzend Damen mit neuen Frisuren versehen („Hairspray“), eine Abschlussfeier britischer Akademiker in eine humorvolle Persiflage verwandelt („Brush up your Shakespeare“) und zu guter Letzt hatte auch noch ein im Stechschritt marschierendes Korps aus Klosterfrauen seinen anachronistischen Auftritt („Sister Act“).

Susanne Reng machte aus der Musikgala ein Gesamtkunstwerk

Geheimnisvolle Zauberer erschienen und vergingen, glitzernde Meerjungfrauen tauchten märchenhaft in das Reich der schönen Träume ein. Als letztendlich noch Profitänzer Daniel Zaboj im Gewande einer neckischen Stewardess den Laufsteg der Damen bereicherte, hatte die Haute Couture einen spaßigen und dennoch rundum kunstvollen Höhepunkt gefunden.

Aller Respekt gilt auch Susanne Reng, die aus einer Musikgala ein farbenfrohes Gesamtkunstwerk geschaffen hatte. War es in längst vergangenen Epochen noch der Zirkus, der die Menschen in einen zeitlosen Bann gezogen hatte, gelingt in heutiger Zeit den zahlreichen Ausnahmetalenten von Young Stage ein ziemlich ähnliches Phänomen. Letztendlich waren sämtliche Gäste in der Stadthalle Neusäß berauscht von mehr als drei Stunden Tanz, Musik und absolut perfekter Schauspielkunst.

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