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Interview

21.04.2015

Heimat ist ein Gefühl

Peter Bergmeir
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Peter Bergmeir

Morgen geht es um die Zukunft des Heimatvereins Welden. Bürgermeister Bergmeir rührt die Werbetrommel

Der Heimatverein steht vor dem Aus: Die Befürchtung sorgte im vergangenen Jahr für Schlagzeilen, nachdem die Suche nach einem neuen Vorstand ohne Ergebnis geblieben war. Das bisherige Führungsteam mit Christa Steinhart an der Spitze hatte die Geschäfte zuletzt nur noch kommissarisch geführt.

Bei der Hauptversammlung fanden sich dann keine Kandidaten. Statt den Verein aufzulösen, setzte die Versammlung eine Findungskommission unter Leitung von Bürgermeister Peter Bergmeir ein. Die Aufgabe: Bis zum Ende Juni geeignete Kandidaten finden. Am kommenden Mittwoch, 22. April, um 19.30 Uhr soll im Markttreff in Welden ein neues Konzept für die Zukunft des Vereins vorgestellt werden. Darauf geht Weldens Bürgermeister Peter Bergmeir im Interview ein.

So wie dem Heimatverein geht es vielen anderen Vereinen im Landkreis: Der Nachwuchs fehlt, die Vorstände sind überaltert: Es ist schwer, Nachfolger zu finden, die sich langfristig für ein Ehrenamt binden wollen. Was ist Ihr Rezept gegen das Vereinesterben, das auch dem Land droht?

Jüngere Personen in die Vorstandsarbeit einbinden, Verantwortung übertragen und rechtzeitig nach Nachfolgern Ausschau halten.

Wie wollen Sie Jugendliche und Familien für das Thema Heimat begeistern? Viele verbinden mit Heimat nur ein Folklore-Spektakel.

Heimat ist kein Folklore-Spektakel. Heimat ist ein Gefühl. Es ist nicht verstaubt, sondern populärer denn je. Im Songtext von Andreas Gabaliers „Vergiss die Heimat nie“ spiegelt sich dies deutlich auch für die jüngere Generation wider. Über spezielle Projekte können zum Beispiel Familien angesprochen werden. Über Heimatkunde im Schulunterricht kann Interesse bei den Kindern geweckt werden.

Der Nachwuchs will sich oft nicht binden, schon gar nicht langfristig. Geboren in einer Eventkultur ist Verantwortung – auch für andere – passé. Wie wollen Sie denn zu mehr Vereinsarbeit motivieren? Oder hat der Verein als solches ausgedient?

Deutschland ist das Land der Vereine. Viele Menschen sind in zahllosen Vereinen aktiv. Die Vereinsmitglieder müssen motiviert werden, ihre Fähigkeiten und Interessen einzubringen. Teamarbeit ist gefragt. Autorität in der Vereinsführung ist überholt.

   Fragen:     Maximilian Czysz

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