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Emersacker/Karlsruhe

03.07.2017

Heißer Einsatz für die neue Glocke

In Karlsruhe werden die Glocken für die Pfarrkirche St. Martin gegossen. Mit dabei war eine Delegation aus Emersacker, um sich dieses besondere Ereignis anzusehen.

Vereine und Privatleute aus Emersacker haben Geld gesammelt. Wo das neue Schmuckstück entsteht

Emersacker/Karlsruhe So konnte es nicht weitergehen: Zwei der drei Glocken sowie der Glockenstuhl der Pfarrkirche St. Martin in Emersacker sind in schlechtem Zustand. Im vergangenen Frühjahr fiel daher die Entscheidung, neue Glocken anzuschaffen und den Glockenturm zu sanieren. Allerdings: Der größte Teil der dafür nötigen Summe muss aus Spenden finanziert werden. Gespendet wurde in den vergangenen Monaten dann auch fleißig – von Vereinen, aber auch von vielen Einzelpersonen.

Ebenso fleißig waren in den vergangenen Monaten die Mitarbeiter der Glockengießerei Bachert in Karlsruhe. Da wurde berechnet und gezeichnet und in zahlreichen Arbeitsschritten die Formen für die neuen drei Glocken hergestellt. Der Familienbetrieb arbeitet mit dem traditionellen Lehmformverfahren, wie es auch im Mittelalter schon angewandt wurde. Fast jeder Arbeitsschritt ist dabei Handarbeit.

Am vergangenen Freitag war es soweit. Eine Delegation aus Emersacker fuhr nach Karlsruhe, um den Guss der kleinsten Glocke, die der heiligen Barbara gewidmet wird, hautnah auf dem kleinen und unscheinbaren Betriebsgelände mitzuerleben. In einer Umrahmung, ähnlich einem Komposter, befindet sich fast unsichtbar, weil mit Erde fest eingestampft, die Gussform für die etwa 140 Kilogramm schwere Glocke. Mehrere Stunden ist die Bronze, die sogenannte Glockenspeise, bereits erhitzt worden, damit sie eine Temperatur von über 1000 Grad Celsius hat. Mit einem glühenden Behälter, in dem sich die Bronze (aus 78 Prozent Kupfer und 22 Prozent Zinn) befindet, nähern sich die Mitarbeiter in ihrer Schutzkleidung vorsichtig der Gussform. Die Hitze der glühenden Flüssigkeit kann man auch als Zuschauer trotz einiger Entfernung deutlich spüren.

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Nach einem Gebet von Pfarrer Dr. Joachim Seiler und den Mitgereisten geht es los. Nicolai Wieland von der Firma Bachert spricht die Worte „In Gottes Namen“ und die heiße Bronze fließt in die Gussform und in kürzester Zeit ist der Zauber auch schon wieder vorbei. Ob der Guss gelungen ist, weiß man erst, wenn die Gießform aus Lehm, Pferdemist, Stroh und anderen Materialien entfernt wird. Das Abkühlen der Glocke, wenn sie auch vergleichsweise recht klein ist, dauert mehrere Tage. Am nächsten Freitag reist die nächste Gruppe nach Karlsruhe, um beim Gießen der beiden großen Glocken (zu Ehren Mariens und des heiligen Martins) dabei zu sein. Die kleine Barbara-Glocke kann dann vielleicht schon in Augenschein genommen werden.

Wenn alles klappt, sollen die drei neuen Glocken beim Pfarrfest am 17. September geweiht werden.

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