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Kommunalwahl

10.02.2020

Heretsried verliert vier Gemeinderäte

Die Einwohnerzahl ist am Stichtag mit knapp unter 1000 Menschen zu gering. Die Zusammenarbeit in beiden Ortsteilen wird aber dennoch ganz groß geschrieben

Die kleine Gemeinde Heretsried im Holzwinkel ist auch in Wahlkampfzeiten bodenständig – ja fast schon ein wenig langweilig. Umtrieb herrscht lediglich auf den Baustellen.

Die kleine Kommune hat zwar auf dem Papier 1017 Einwohner, muss aber dennoch in den sauren Apfel beißen und in der kommenden Legislaturperiode auf vier Gemeinderatsmitglieder verzichten. An einem bestimmten Stichtag waren es lediglich knapp unter 1000 Einwohner, sodass das Gremium nur acht Sitze haben darf. Fünf Ratsmitglieder beenden ihre Tätigkeit.

Die Ortsteile Heretsried und Lauterbrunn haben beide eigene Wählergruppen, die durchaus auch eigene Ziele verfolgen. Aus dem mit 17 Einwohnern kleinsten Ortsteil Monburg gab es noch nie einen Vertreter im Kommunalparlament.

Heretsried verliert vier Gemeinderäte

Kooperation wird aber in beiden Ortsteilen mehr als groß geschrieben. „Die Zusammenarbeit ist großartig und vertrauensvoll. Unterschiedliche Meinungen werden auf sachlicher Basis ausdiskutiert“, freut sich Bürgermeister Heinrich Jäckle der auch für die nächste Legislaturperiode kandidiert, über das gute Miteinander. „Es gibt keine profilierungssüchtigen Egoisten“, sagt er nicht ohne Stolz über sein Team.

So hat das Gremium in den vergangenen sechs Jahren einiges auf den Weg gebracht. In vollem Gang ist derzeit die Dorferneuerung. Während in Heretsried der Fortschritt tagtäglich sichtbar ist, müssen sich die Lauterbrunner mit ihrem Bürgerhaus noch etwas gedulden. Aber auch hier sollen die Bauarbeiten bald beginnen.

„Die Verwirklichung des Hochwasserschutzes dauert wesentlich länger, als ich das für möglich gehalten habe“, bedauert Bürgermeister Jäckle. Er weiß, dass das ein Thema ist, dass besonders den Lauterbrunnern unter den Nägeln brennt.

Als wichtiges Projekt für die Zukunft sieht der Rathauschef einen Radweg entlang der Staatsstraße zwischen Heretsried und Lauterbrunn und im weiteren Verlauf auch bis nach Emersacker.

Weniger Egoismus und mehr Ehrlichkeit wäre ihm auch in Zukunft wichtig. Man habe zum Beispiel von den Personen, die jetzt gegen die Verbesserung der bestehenden Staatsstraße nach Heretsried als die Umgehungstrassen von Hirblingen und Batzenhofen gebaut wurden.

Wie viele seiner Kollegen wünscht sich Jäckle eine schlankere und vor allem an die Gemeindegröße angepasste Bürokratie. Er befürchte aber eher, dass die Bürokratie allen über den Kopf wachsen werde.

Zufrieden ist Jäckle mit der Vereinbarkeit des Bürgermeisteramtes mit seinem Beruf als Landwirt. Nichtsdestotrotz waren die Aufgaben, die beim Amtsantritt auf ihn zukamen, tiefgehender als er das zunächst erwartet hatte. Trotz jahrelanger Gemeinderatstätigkeit habe man doch nicht alles gesehen.

Eine Mehrbelastung durch die Tatsache, dass Heretsried als eine von sehr wenigen Gemeinden keinen Bauhof hat, nimmt Jäckle gern in Kauf. „Die Gemeinde spart sich dadurch viel Geld, das dann für andere Maßnahmen eingesetzt werden kann“, so Jäckle.

Solange es mit Minijobs und vor allem dem ehrenamtlichen Engagement der Bevölkerung so gut klappe, soll es bei diesem System bleiben.

Derzeit ist ein zweites Neubaugebiet in Planung. Die Bauplätze werden sich vermutlich wieder schnell verkaufen. Und das liegt vor allem an einem, meint dazu der Bürgermeister Jäckle: „Heretsried ist eine lebenswerte Gemeinde, die durch eine gesunde, verträgliche Weiterentwicklung die Zukunft bestehen wird, ohne ihren Charakter zu verlieren“.

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