1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Hier kommen die Sternsinger nur noch auf Bestellung

Landkreis Augsburg

06.01.2019

Hier kommen die Sternsinger nur noch auf Bestellung

Die Heiligen drei Könige ziehen vielerorts im Landkreis in den kommenden Tagen von Haus zu Haus. Doch nicht überall sind sie willkommen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Weshalb die Heiligen drei Könige mancherorts nur noch kommen, wenn man sich vorher anmeldet. 

Sich mit orientalischen Gewändern verkleiden und Familien den Segen überbringen – am 6. Januar werden wieder Kinder und Jugendliche als Sternsinger durchs Augsburger Land ziehen. Traditionell am Dreikönigstag gehen sie von Haus zu Haus und sammeln Spenden für Kinder in Not. Außer in der Pfarreiengemeinschaft Altenmünster-Violau, dort läuft es dieses Jahr ein bisschen anders ab.

Benedikt Kretzler ist dort Vorsitzender des Pfarrgemeinderats. Er sagt: „Nachdem in den letzten Jahren die Sternsinger nur noch von etwa der Hälfte der Haushalte eingelassen wurden, besuchen die Kinder heuer nur noch die Familien, die sich angemeldet haben.“ Die Ministranten, die als Sternsinger Spenden sammeln, klingeln nicht mehr überall. Kretzler: „Das war in den letzten Jahren sehr frustrierend. Das Auto stand vor der Tür, innen hat Licht gebrannt, es war offensichtlich jemand zu Hause. Und trotzdem hat keiner den Sternsingern aufgemacht.“

Joachim Seiler kann das nachvollziehen. Er ist Pfarrer in der Pfarreiengemeinschaft Emersacker, Heretsried und Lauterbrunn und sagt: „Für die Kinder ist so ein Tag in der Kälte, oft bei schlechtem Wetter, ziemlich anstrengend. Ich kann verstehen, wenn man sie vor dem Frust bewahren möchte, überall zu klingeln, und dann macht keiner auf.“ Bevor Seiler nach Emersacker kam, betreute er einige Pfarreien in städtischen Gebieten. „Dort ist die Anmeldung üblich. Denn in der Stadt sind viele Menschen nicht katholisch und erwarten gar keine Sternsinger.“

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

So auch in Gersthofen. Dort gebe es schon seit vielen Jahren die Regelung, dass sich Familien anmelden müssten, sagt eine Mitarbeiterin im Pfarrbüro. „Wir haben auch gar nicht mehr genügend Kinder für alle Häuser.“

Sind die Menschen auf dem Land gläubiger?

In den ländlichen Gemeinden besuchen die Kinder weiterhin alle Haushalte – auch in den Pfarreiengemeinschaften Dietkirch und Willishausen. Dort sei es die Ausnahme, dass niemand die Tür öffne. Pfarrer Joachim Seiler hat dafür auch eine Erklärung: „Auf dem Land haben die Sternsinger noch einen höheren Stellenwert.“

In der Pfarreiengemeinschaft Altenmünster-Violau war das Interesse trotzdem nicht groß genug, sodass sich die Familien heuer vormerken lassen müssen. 101 Haushalte haben sich angemeldet. Benedikt Kretzler: „Die Ministranten geben sich so viel Mühe, laufen bei jedem Wetter, setzen sich für andere Kinder ein, denen es nicht so gut geht. Ich kann das einfach nicht nachvollziehen, wie man sie einfach ignorieren kann.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

06.01.2019

Voll korrekter Beitrag. In Aindling kamen die Sternsinger unangemeldet. Wir sind nicht katholisch bzw. überhaupt nicht gläubig. Aber wir haben den Sternsingern gerne aufgemacht und sie mit einem Geldbetrag und Süssigkeiten unterstützt. Das gehört sich einfach so. Und wir kommen aus einer süddeutschen Großstadt, in der Sternsinger auch nicht üblich waren.

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren