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Horgau-Auerbach

14.07.2019

Highland Games: Auf dem Seilerberg fliegen die Baumstämme

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6 Bilder
Mit einem Baumstamm geht es im team durch den Parcour.
Bild: Andreas Lode

Im Schottenrock treten Teams in Disziplinen wie Schubkarren- oder Baumstammlauf gegeneinander an.  Worauf es dabei ankommt.

Ein Baumstamm nach dem anderen fliegt durch die Luft. Es ist ein Kräftemessen auf schottisch. Rund 200 Zuschauer feuern die Männer und Frauen im Schottenrock an, während auf dem Berg zwischen Horgau und Zusmarshausen ein Stamm nach dem anderen geworfen wird. Highland-Games nennt sich das ungewöhnliche Spektakel.

Ausgedacht haben es sich die Organisatoren von der SpVgg Auerbach/Streitheim. Zum 50-jährigen Bestehen des Bergfests sollte es etwas Besonderes werden, erzählt Ludwig Furnier, Vorsitzender des Sportvereins. Eigentlich sollten die schottischen Spiele schon vor einer Woche stattfinden. Doch das schlechte Wetter machte den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung. Um so mehr Spaß hat Furnier gestern Nachmittag auf dem Seilerberg.

In fünf Disziplinen treten Männer und Frauen aus zehn unterschiedlichen Vereinen gegeneinander an. Zu zweit in einem Sack wird um die Wette gehüpft. Beim Baumstammlaufen müssen die Teams einen langen Baumstamm durch einen Parcour führen – ohne dabei die Hindernisse zu berühren. Außerdem müssen die Teams Baumstämme so in die Luft werfen, dass sie sich überschlagen. Weitere Disziplinen auf dem Seilerberg sind Schubkarrenlauf und Strohsackschlagen.

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Ursprünglich stammen die Spiele aus Schottland

Ursprünglich waren diese Spiele Teil traditioneller Treffen von schottischen Clans. Auch heute gibt es noch viele sogenannter Highland-Games in Schottland. Einer der das schottische Original schon einmal als Zuschauer erlebt hat, ist der Horgauer Peer Böttcher. Dort sei man zwar mit etwas mehr Ernst an die Sacher herangegangen, meint der 73-Jährige. „Aber hier in Horgau macht es viel mehr Spaß.“ Der steht auch für Andreas Vogg im Vordergrund. Er tritt für den Horgauer Schützenverein an. Er sagt: „Als Dorfverein sind die Highland-Games eine Pflichtveranstaltung“. Als er von der Idee hörte, habe er sofort mitmachen wollen. Große Vorbereitung gab es für die Teams nicht. Denn erst am Wettkampftag habe man erfahren, in welchen Disziplinen angetreten wird. Entscheidend sei das aber nicht, meint der 56-Jährige Lothar März. Er und sein Team von der Feuerwehr sind kurfristig eingesprungen. Ein anderes Team hatte abgesagt. „Deshalb haben wir auch keine Schottenröcke“, erklärt März. Kurzerhand trat sein Team in improvisierten Röcken aus Stroh an. Dazu Gesichtsbemalung wie die schottischen Krieger aus dem Film „Braveheart“. Auch die anderen Teams haben sich in Schale geworfen. Neben Schottenrock tragen einige Perücken.

Seit 50 Jahren auf dem Bergfest

Bei den vielen Zuschauern auf dem Auerberg kommt das gut an. Für Paulina Schulz und Marianne Kluge sind die Spiele der Höhepunkt des Bergfestes – und die beiden kennen sich aus. Schließlich haben sie seit 50 Jahren kein einziges Fest auf dem Seilerberg verpasst. „Es hat sich viel verändert in den Jahren“, sagt die 68-Jährige Paulina Schulz. Als man mit dem Fest begonnen habe, waren es nur ein paar Bierbänke unter den Obstbäumen auf dem Berg. Mittlerweile sei ein riesiges Fest mit Party, Gottesdienst und Oldtimer-Ausstellung geworden.

Stolz darauf ist auch Ludwig Furnier von der SpVgg Auerbach/Streitheim. Über 250 Helfer seien im Einsatz, um das fest zu ermöglichen. Ob es im kommenden Jahr wieder ein schottisches Spektakel auf dem Seilerberg? „Wir denken uns immer wieder was aus“, sagt Furnier.

Was Schotten und Schwaben so alles gemeinsam haben, lesen Sie in der Glosse von Christoph Frey.

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