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Tornado-Schäden

20.05.2015

Hilfe vom Freistaat: Darauf dürfen die Stettenhofer hoffen

Schutt- und Müllberge: Das hat der Tornado hinterlassen. Der Freistaat ha den Betroffenen schnelle Hilfe zugesagt.
Bild: Andreas Lode

Schon vor zwei Jahren hat der Freistaat nach einem Unwetter den Menschen in Neusäß und Stadtbergen geholfen. Und worauf die in Stettenhofer jetzt hoffen dürfen.

Bei den Berichten infolge des Tornados über der Region Augsburg werden bei vielen Neusässern und Stadtbergern wieder die Bilder vom Juni 2013 lebendig: Ein starker Sturm zog über die Stadt, deckte Dächer ab und knickte viele große Bäume des Kobelwaldes wie Streichhölzer um. Erst eine Woche zuvor war es weiten Teilen des Landkreises infolge von starken Regenfällen zu heftigen Überschwemmungen gekommen. Ähnlich wie heute versprach die Bayerische Staatsregierung den Opfern des Sturms und des Hochwassers finanzielle Soforthilfe. Tatsächlich floss damals eine beträchtliche Summe an die Menschen: Auf Nachfrage unserer Zeitung berichtete das Landratsamt Augsburg, dass knapp 790000 Euro bezahlt wurden.

Die künftige Bewirtschaftung des Kobelwaldes ist in Neusäß seitdem ein kontroverses Thema: Die Waldbesitzervereinigung (WBV) Region Augsburg will die Diskussion aufgreifen. WBV-Geschäftsführer und Förster Hartmut Dauner führt am Samstag, 23. Mai, von 14 bis 16 Uhr durch den Kobelwald, um Probleme und Lösungen vorzustellen. Ausgangspunkt für den Rundgang ist der Parkplatz an der Südseite der Kobelkirche.

Unterschiedliche Interessen

Der einst prächtige, mitten in der Wohnbebauung gelegene, zwölf Hektar große Wald wurde von dem Gewittersturm 2013 verwüstet. „Plötzlich wurde der Bevölkerung vor Augen geführt, dass selbst vom stabilsten Wald, durch stürzende Bäume große Gefahren auf Mensch und Bebauung ausgehen können,“ beschreibt Dauner seinen Eindruck.

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Es gibt unterschiedliche Interessenslagen: Die einen haben Angst um ihre Häuser und Gärten und fordern ausreichend Abstand zu den sturmgeplagten Bäumen. Sie möchten oftmals Bäume zurückgeschnitten oder entfernt haben, die zu nahe an ihr Grundstück heranwachsen. Andere dagegen haben vorrangig den Natur- und Landschaftsschutz im Auge und wollen Eingriffe in den Wald verhindern – speziell Baumfällungen. Hier gab es in letzter Zeit immer mal wieder Streit.

Der Kobelwald war von 1953 bis 2005 im Eigentum der Stadt Augsburg. Dann erwarb ihn Hans Sailer. Er wollte seiner Heimatstadt dieses Kleinod erhalten und in Richtung Erholungswald entwickeln. Nach dem Tod Sailers wurde der Wald in die Hans- und Hermine-Sailer-Stiftung überführt.

Der Tornado hat in unserer Region ein Bild der Verwüstung hinterlassen. Jetzt heißt es erstmal: Aufräumen und den Geschädigten helfen.

300 Schadensmeldungen bei der Versicherungskammer

Der Tornado in der vergangenen Woche in Schwaben schlägt bei der Versicherungskammer Bayern mit Schäden von zehn bis zwölf Millionen Euro zu Buche. Rund 300 Schadensmeldungen seien bei dem Unternehmen eingegangen, sagte ein Sprecher am Dienstag in München. Allerdings hatte sich nur gut ein Drittel der betroffenen Versicherten auch gegen das Risiko Sturm versichert. Vor diesem Hintergrund könnte der Gesamtschaden schätzungsweise um die 40 Millionen Euro liegen, sagte der Sprecher. Die Versicherungskammer ist Marktführer in der Wohngebäudeversicherung im Freistaat, daher wird sie für den Großteil der versicherten Schäden aufkommen müssen.

Wer keine Versicherung hat, muss unter anderem auf den Freistaat hoffen. Privathaushalte sollen bei „persönlicher individueller Notlage“ 1500 Euro Sofortgeld bekommen, Unternehmen bis zu 5000 Euro. In Härtefällen sollen auch höhere Beträge möglich sein. Das beschloss das Kabinett gestern in München. Mit am Tisch saßen dabei Landrat Martin Sailer und sein Aichacher Amtskollege Klaus Metzger (alle CSU). Beide hatten zuvor über die Schäden in ihren Landkreisen berichtet, die sich auf Affing und den Langweider Ortsteil Stettenhofen konzentrieren.

Ein Unwetter hat in der Region im Mai 2015 eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Durch einen Tornado wurden Dächer abgedeckt und Menschen verletzt. Vor allem die Orte Affing und Stettenhofen wurden schwer getroffen.
97 Bilder
Tornado richtet schwere Verwüstungen in der Region an
Bild: Marcus Merk, Hilfsorganisation ACO e.V., Ibrahim Yilmaz, Katja Röderer, Christoph Bruder, Erich Echter, Karl-Josef Hildenbrand dpa

Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Simone Strohmayr mahnt für die Opfer des Orkans in Schwaben unbürokratische Hilfe an. „Wir werden das Kabinett an dieses Versprechen erinnern. Die Menschen, deren Häuser zerstört wurden, brauchen tatsächlich schnelle und reibungslose Hilfe. Es darf nicht bei warmen Worten bleiben“, sagte die Landtagsabgeordnete aus Stadtbergen gestern.

Für die Tornado-Opfer in Stettenhofen hat die Gemeinde in Langweid ein Spendenkonto eingerichtet. Auch das Leserhilfswerk unserer Zeitung, wird Betroffenen schnell und unbürokratisch helfen. Anträge und Auskünfte gibt es auch hier in der Gemeindeverwaltung. (kar/eisl/cf)

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