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Bäumenheim

27.11.2017

Hilft das Meitinger-Modell gegen die Invasion der Krähen?

Die Falkner Georg Mandelsperger und Katrin Walther haben mit ihren Falken erfolgreiich die Kärhena us dem Meitinger Schlosspar vertrieben. Ein Modell für Bäumenheim?

Bisher konnte nichts die geschützten Saatkrähen in Bäumenheim vertreiben. Dort haust Schwabens zweitgrößte Kolonie

Was nur tun, um die Vermehrung zu stoppen? Eine Frage, die nicht nur Landwirte und Anlieger bewegt, sondern auch Ordnungsämter und Politiker. In Bäumenheim lassen die Saatkrähen den Menschen keine Ruhe. Hier findet sich die zweitgrößte Kolonie in Schwaben. Im vergangenen Winter hat man erstmals versucht, die „besonders geschützte Art“ zu verjagen. Der Erfolg war bescheiden.

Die Saatkrähen im Schmutterwald hatten die Freiwilligen Feuerwehren in Bäumenheim und Hamlar sowie die Werksfeuerwehr Fendt ordentlich gefordert. Bei acht Einsätzen wurden 700 Nester der Vögel heruntergespritzt. Die Naturschutzbehörde bei der Regierung von Schwaben hatte die Vergrämung genehmigt. 390 Stunden haben die freiwilligen Feuerwehrhelfer bei ihren Einsätzen abgeleistet. Die Bilanz war allerdings ernüchternd: Die Wehrmänner wie die Anlieger staunten, wie viele Nester die schlauen Vögel bereits wieder gebaut hätten. Wie man die starke Population eindämmen könne, die zu steigenden Belästigungen der Anlieger führt, stellt Bürgermeister Martin Paninka infrage. „Es war ein Versuch“, sagt er. Inzwischen habe es Gespräche mit Experten gegeben, erläuterte das Gemeindeoberhaupt vor dem Umweltausschuss. Auf jeden Fall müsse das Futterangebot für die Tiere eingeschränkt werden, um ihnen das Gefühl zu nehmen, sich in einem Schlaraffenland zu bewegen. Die Regierung habe vorgeschlagen, einen Biologen einzuschalten. Auch der Einsatz eines Wanderfalken, wie in Meitingen praktiziert, sei nach wie vor ein Thema.

Offensichtlich ist die Zahl der Krähen kaum zurückgegangen. Das Bayerische Landesamt für Umwelt habe die Brutpaare gezählt: Einmal seien es 708, das andere Mal 688 Brutpaare gewesen. Im Vorjahr wurden 695 Brutpaare gezählt. Die Anlieger des Meyparks stellten die Zahlen inzwischen in Zweifel.

Sie glauben, dass die Population deutlich vergrößert habe. „Die Vögel beeinträchtigen die Wohnqualität erheblich“, sagt Bürgermeister Paninka. Verschiedene weitere Vergrämungsmaßnahmen habe man inzwischen besprochen. Es sei sogar erwogen worden, ein Rotmilan-Pärchen anzusiedeln. Rotmilane sind ein natürlicher Feind der Saatkrähen. Weitere baumpflegerische und forstliche Maßnahmen würden wohl kaum zielführend sein. Auch mit Jägern und Falknern habe man gesprochen. Nun will der Bürgermeister politisch tätig werden, um den Schutzstatus der Saatkrähen zu verändern und „letztlich eine Abschusserlaubnis analog zum Biber zu bekommen“. Gespannt will man parallel den landesweiten Saatkrähenbericht abwarten, der die neuen Zahlen auflistet. Beim Sachgebiet Naturschutz bei der Regierung von Schwaben hat die Gemeinde unabhängig davon eine Verlängerung der artenschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung zur Vergrämung der Saatkrähen beantragt.

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