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Amateurbühne

23.04.2015

Hinter den Kulissen

Nur noch ein Tag bleibt den Theaterleuten des Vereins Unter uns, um für die Premiere des neuen Stücks alles vorzubereiten.
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Nur noch ein Tag bleibt den Theaterleuten des Vereins Unter uns, um für die Premiere des neuen Stücks alles vorzubereiten.
Bild: Thomas Hack

Der Theaterverein „Unter uns“ gibt Einblicke in seine Arbeit. Morgen ist in Stadtbergen Premiere des neuen Stücks

Auf der Bühne stapeln sich Bretter, Leitern und ein halbes Dutzend Werkzeugkästen. Dazwischen lugen immer wieder kleine Accessoires zwischen Kisten hervor – hier ein buntes Blumensträußchen, dort ein rotes Samtkissen. Doch ein Stillleben präsentiert sich hier wahrlich keines: An allen Ecken wird gezimmert, genagelt und geschraubt. Was morgen schon dem Theaterpublikum ein paar vergnügliche Stunden bereiten soll, wirkt momentan noch wie die Zimmermannsarbeit auf einer Großbaustelle. Doch endlich trifft Verstärkung ein: Christoph Wörner, der Leiter des Neusässer Theatervereins Unter Uns bringt Getränkenachschub und eröffnet unserer Zeitung einen Einblick hinter die Theaterkulissen.

Herr Wörner, der Theaterverein Unter Uns begeistert seit 114 Jahren die Gäste mit der Kunst des Volkstheaters. Was bedeutet die Bezeichnung eigentlich?

Im Volkstheater werden schlichtweg volkstümliche Stücke gespielt, wie etwa Bauernschwänke oder Lustspiele. Der Humor ist eingängig und soll einfach die Seele des Volkes ansprechen. Also Shakespeare ist was anderes.

Man sieht immer mehr jüngere Besucher im Publikum. Erfreut sich das Volkstheater gerade einer neuen Beliebtheit?

Auch ich habe diesen Trend schon festgestellt und es würde mich natürlich freuen, wenn das so bleiben würde. Beim aktuellen Stück haben wir drei verschiedene Generationen auf der Bühne, sodass sich jeder Zuschauer mit einem Charakter identifizieren kann.

Wie oft wird im Theaterverein Unter Uns geprobt?

Die Proben beginnen drei bis vier Monate vor der Aufführung und man trifft sich dazu zweimal die Woche. Erst werden die Akte einzeln durchgesprochen, am Ende dann das ganze Stück. In der letzten Woche findet schließlich auf der echten Bühne der Feinschliff statt.

Wovor fürchten sich Volksschauspieler am meisten?

Profitheater arbeiten immer mit Doppelbesetzungen, falls mal ein Schauspieler ausfallen sollte. Wir haben so etwas nicht und hoffen immer, dass alle durchhalten und nicht krank werden. Auf die Schnelle einen Ersatzdarsteller zu finden, ist äußerst schwierig.

Haben Schauspieler gewisse Lieblingsrollen oder spielt man alles gleich gerne?

Da gibt es solche und solche. Manche Darsteller sind prädestiniert für ganz bestimmte Rollen, andere sind dagegen wahre Verwandlungskünstler und spielen alles.

Die Aufbauarbeiten erinnern eher an eine Schreinerwerkstatt als an eine Kulturstätte.

Das stimmt auch. Man muss handwerklich begabt sein, braucht aber gleichzeitig einen Blick dafür, wie die Bühne gestaltet werden muss.

Wo bekommen Sie Ihre Requisiten her?

Jeder von uns bringt einfach ein, was er hat. Und man braucht jedes Mal etwas anderes, sei es ein altes Telefon, sei es ein Strauß Plastikblumen. Fast alles wird sozusagen auf dem „kleinen Dienstweg“ beschafft.

Ihr aktuelles Stück heißt „Opa stürmt das Internet“. Wenn man aber im Internet nach Volkstheater-Texten sucht, findet man praktisch gar nichts. Kann das sein?

Das Einzige, was man im Internet bekommt, sind Leseproben. Unsere Spielleiterin Manuela Schreier ist eine absolut versierte Frau, die zahlreiche solche Auszüge liest. Dann erst fordert sie die kompletten Manuskripte von den Verlagen an. Man muss diesen zudem die Zuschauerzahlen mitteilen, da auf dieser Basis die Gebühren für die Texte errechnet werden.

Immer wieder hört man das Gerücht, dass sich die Schauspieler bei der letzten Aufführung gegenseitig Scherze spielen. Stimmt das?

Das ist eine alte Tradition, der ich selber bereits zum Opfer gefallen bin. Einmal musste ich nach oben blicken und auf den kommenden Regen hinweisen. Dieser sollte dann eigentlich über Lautsprecher eingespielt werden. Doch unser findiger Techniker hat dafür gesorgt, dass sich tatsächlich zehn Liter Wasser über mich ergossen! Als Schauspieler braucht man eben auch Improvisationstalent – und die Coolness, alles wegzustecken.

Interview: Thomas Hack

Das Stück „Opa stürmt das Internet“ vom Theaterverein Unter Uns wird an folgenden Terminen im Stadtberger Bürgersaal gespielt: Freitag, 24. und Samstag, 25. April, jeweils um 19.30.

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