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18.05.2015

Historisches Ersatzteillager für beschädigte Wagen?

Warum das Pfarrdorf bei Langweid Achsheim heißt, ist nicht wirklich eindeutig /

Viele unserer Ortsnamen beziehen sich auf eine Person, eine Sippe, die sich an dieser Stelle niederließ, oder auf die natürliche Umgebung. Manchmal ist es auch nicht eindeutig zu klären. Achsheim ist ein Beispiel dafür. Ein böswilliges Gerücht ist allerdings, dass hier die Wege so schlecht waren, dass sich alle Wagen die Achse brachen und man daher in grauer Vorzeit ein Ersatzteillager anlegen musste. Das Pfarrdorf Achsheim, an der Schmutter gelegen und seit 1972 im Rahmen der Gebietsreform Ortsteil von Langweid am Lech, wird in den Annalen erstmals in der zweiten Hälfte des zwölften Jahrhunderts erwähnt, und zwar als Aseheim und Asahaim.

In der Folge variiert auch der Name dieses Ortes häufig. Da ist mal von Oexhaim zu lesen, auch von Joxen und von Aschein, Auxhain sowie Oxsheimb – um nur einige zu nennen. Und zu Beginn des 17. Jahrhunderts taucht eine lateinisierte Bezeichnung auf: Axensis Suenuus (Wolf-Armin Freiherr von Reitzenstein, Lexikon schwäbischer Ortsnamen).

Rätsel gibt die Herkunft des Ortsnamens auf. Nur die zweite Silbe ist eindeutig, denn Heim steht für Haus wie Heimat. Bei „Achs“ scheiden sich die Geister: Prof. Pötzl, ehemals Kreisheimatpfleger und ein unbestrittener Experte der Ortsnamenkunde, hält zwei Erklärungen für möglich. Zum einen könnte die erste Silbe mit Eschen zu tun haben. Danach wäre Achsheim die Siedlung bei den Eschen – was plausibel erscheint, zumal es in Bayern eine Reihe von Ortsnamen gibt, die ebenfalls die alte deutsche Bezeichnung „Asch“ für Eschen beinhaltet, man denke nur an die zahlreichen Dörfer namens Aschau.

Pötzl nennt als zweite Möglichkeit den männlichen Personennamen As(c) oder Asch, als mutmaßlichen Gründer der Siedlung. Demgegenüber vertritt Wolf-Armin Freiherr von Reitzenstein die Ansicht, „das Bestimmungswort“ sei „wohl der weibliche Personenname Asa“. Was insofern überraschen mag, als weibliche Namen äußerst selten Pate für Siedlungen stehen.

Zur Gemarkung von Achsheim gehört auch der Weiler Eggelhof, der ebenfalls erstmals im zwölften Jahrhundert erwähnt wird, und zwar als „Eckilunhouen“. Hier ist die Namensherkunft klar, der Gründer der Siedlung war ein gewisser Ekkilo.

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