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Gemeinderat

17.02.2015

Hochwasserschutz bleibt weiter ein Aufreger

Einige Westendorfer Bürger befürchten, dass es bald mehr Auflagen für das Überschwemmungsgebiet geben könnte

Die Themen Überschwemmungsgebiet und Hochwasserschutz erhitzen die Gemüter – und lockten sogar einige Bürger zur jüngsten Sitzung des Westendorfer Gemeinderates. Seit 2008 ist ein Teil von Westendorf als „vorläufig gesichertes Überschwemmungsgebiet“ ausgewiesen. Jetzt steht die Festsetzung als Überschwemmungsgebiet an. Das heißt für die Westendorfer: Aktuell ändert sich nichts, aber weitere Auflagen für das Überschwemmungsgebiet könnten folgen.

Geplant ist, künftig einen Deich zu errichten, der die Wohngebiete von Westendorf vor Hochwasser schützt. Wann dieses Bauwerk realisiert wird, steht aber noch nicht fest. Allerdings würden nach Vollendung des Deichs die Einschränkungen durch die Ausweisung eines Überschwemmungsgebiets wieder aufgehoben werden.

Hans Wiedemann ist von den neuen Plänen zum Überschwemmungsgebiet direkt betroffen. Der Westendorfer fürchtet eher die Auflagen, die folgen werden, als das Hochwasser. Zudem sei der Verwaltungsakt – zunächst ein Überschwemmungsgebiet auszuweisen, welches dann durch die Errichtung eines Dammes größtenteils wieder aufgehoben wird – ein Aufwand, der nicht in Relation stehe. „Das Überschwemmungsgebiet und der geplante Hochwasserdamm sind auf rein theoretische Zahlen zurückzuführen“, sagt Hans Wiedemann. Diese seien seiner Ansicht nach nicht realitätskonform, zudem seien die Dimensionen des Hochwasserdeiches für Westendorf viel zu groß.

„Die Zahlen kamen aufgrund einer speziellen Berechnungsgrundlage zustande“, erklärt Kurt Nunn, der als Abteilungsleiter des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth für den Landkreis Augsburg zuständig ist. Demnach werde ein statistisches Mittel der Wassermengen errechnet, das einmal in 100 Jahren erreicht oder überschritten wird.

Für die Westendorfer Bürger ändert sich aktuell nichts. Im festgesetzten Überschwemmungsgebiet gelten zunächst dieselben Regelungen wie bisher. „Es dürfen keine neuen Baugebiete ausgewiesen werden, bauliche Umbauten werden nicht genehmigt und es dürfen keine Wasserlauf beeinflussenden Maßnahmen ergriffen werden“, erklärt Ralph Neumeier, Behördenleiter vom Wasserwirtschaftsamt Donauwörth.

Das hat auch schon Hans Wiedemann zu spüren bekommen. Sein Großvater hatte einst im Zuge der Flurbereinigung Flächen gekauft, die zur Hoferweiterung dienen sollten, doch die Genehmigung dazu hat der Landwirt nie erhalten. Hans Wiedemanns Hof ist von beiden Maßnahmen betroffen, denn auch ein Deichbau würde seinen Grund betreffen.

Wiedemann hat eine der sechs Einwendungen gegen die aktuellen Pläne rund um den Hochwasserschutz eingereicht, die laut Angabe des Landratsamtes Augsburg bei der Verwaltungsgemeinschaft Nordendorf eingegangen sind.

Warum nur sechs Einwendungen eingereicht wurden? Hans Wiedemann führt dies auf Informationsdefizite zurück. „Wir haben bei der Gemeinde, beim Landratsamt und beim Wasserwirtschaftsamt nachgefragt, um Informationen zu bekommen“, erklärt er seine eigenen Recherchetätigkeiten. Seitens der Behörden habe es keine Informationen gegeben, so Wiedemann. Die Verantwortlichen des Landratsamts erklärten aber, dass laut der Vorschriften der Entwurf der Überschwemmungsgebietsverordnung „mit Plänen und rechtlichen Hinweisen bei den jeweils betroffenen Kommunen nach ortsüblicher Bekanntmachung für die Dauer eines Monats zur Einsichtnahme“ ausgelegen habe.

Bürgermeister Steffen Richter erklärt, dass die Bekanntmachung ordnungsgemäß im Schaukasten der Gemeinde veröffentlicht wurde. Eine Information über das vierteljährig erscheinende Mitteilungsblatt sei aber aus Termingründen nicht möglich gewesen, da die Westendorfer Bürger nur zwischen dem 16. Dezember 2014 und dem 15. Januar die Möglichkeit zur Einsicht der Pläne hatten. Von den Westendorfer Bürgern ist rund ein Viertel von der Festlegung des Überschwemmungsgebietes betroffen. Nun hat nur noch die Gemeinde selbst die Möglichkeit, eine Einwendung zu formulieren – und das haben die Gemeinderäte auch beschlossen.

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