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Biberbach

31.01.2019

Hochwasserschutz lässt Kosten steigen

Vor einigen Jahren gab es eine Überschwemmung an der Schmutter zwischen Biberbach und Zollsiedlung.
Bild: Kathrin Mennicken

Die Baumaßnahmen in Biberbach kosten laut Plan derzeit drei Millionen Euro. Und der Grunderwerb ist dabei noch nicht mitgerechnet.

Seit Jahren tritt der Hochwasserschutz in Biberbach auf der Stelle. Im Juni 2013 standen nach schweren Regenfällen die Keller rund um den Durchgang am Buchbergring im Ortsteil Affaltern bis zu 1,40 Meter unter Wasser. Der Reichertsgraben hatte sich in einen reißenden Bach verwandelt, und auch der Biberbach, in den der Reichertsgraben nach Affaltern fließt, trat im weiteren Verlauf über die Ufer. Das Problem ist nicht neu und war in jüngster Sitzung des Gemeinderates erneut Thema.

Zunächst sollte ein Regenrückhaltebecken oberhalb von Affaltern die Lösung sein. Das Konzept stand bereits, dann aber fiel auf, dass das Becken viel zu klein war. Bei einem größeren Becken jedoch hätte es keine Fördergelder gegeben. Denn nur Vorhaben mit Wirtschaftlichkeitsnachweis bekommen vom zuständigen Wasserwirtschaftsamt in Donauwörth grünes Licht. Dieser Nachweis folgt einer simplen Rechnung. Pro betroffenem Hauptgebäude werden als potenzielle Schadensumme 50000 Euro angenommen, pro Nebengebäude 5000 Euro. Bei einem Gesamtkonzept wären 55 Hauptgebäude und 103 Nebengebäude bei einem 100-jährigen Hochwasser gefährdet. Um das zu vermeiden, können knapp 3,3 Millionen Euro aufgewendet werden. Mit etwa der Hälfte davon könne die Gemeinde als Förderung rechnen, so Bürgermeister Wolfgang Jarasch.

Gemeinderat entscheidet sich für eine der drei Varianten

Michael Trayer vom Fachbüro Steinbacher Consult stellte dem Gemeinderat drei Varianten zum Hochwasserschutz vor. Alle passen in ein gemeinsames Hochwasserkonzept mit der Nachbargemeinde Heretsried. Der Rat entschied sich schließlich für eine Variante, die nun dem Wasserwirtschaftsamt zur Beurteilung vorgelegt wird. Ein großes Rückhaltebecken zwischen Heretsried und Affaltern und ein kleineres Becken westlich des Buchbergrings, die Aufweitung von drei Durchlässen im Ortsgebiet von Affaltern und ein weiteres Regenrückhaltebecken zwischen der Dennhofmühle und Feigenhofen sollen die Bürger von Affaltern bis Biberbach vor den Wassermassen schützen. Bei den Kosten wollte sich der Fachmann nicht festlegen. Zu viele Unwägbarkeiten könnten den Kostenplan, der derzeit bei knapp drei Millionen Euro liegt, durcheinanderbringen. Zu den Baukosten kommt der Grunderwerb, der für die Maßnahme nötig ist. Die Kosten dafür werden nicht gefördert. Bürgermeister Jarasch möchte die Ausgaben durch Flächentauschgeschäfte im Rahmen halten.

Ebenfalls ein schwieriges Pflaster ist die Grundschule Biberbach in Hinsicht Barrierefreiheit. Die Räume liegen auf fünf Ebenen. Planungen für den Einbau eines Aufzugs zur Verbindung aller Ebenen waren aufgrund der Kosten von rund 300000 Euro gestoppt worden. Nun soll zumindest der Zugang zum Gebäude und das Erdgeschoss, das zwischen Alt- und Neubau höhenversetzt ist, mit zwei Hubaufzügen barrierefrei werden. Kosten: rund 15000 Euro pro Stück, so Architekt Klaus Nebe. Als Alternative möchte die Behindertenbeauftragte im Rat, Gabi Mader (UFB), den Einbau von Schrägaufzügen geprüft haben. Dafür müsste die Eingangstreppe nicht ausgeschnitten werden. Die tiefer gelegene Turnhalle können Gehbehinderte über einen Weg östlich des Schulgebäudes erreichen. Dessen 10-prozentiges Gefälle muss abgeflacht werden. Nicht mehr als sechs Prozent Gefälle dürfen Wege aufweisen, die Rollstuhlfahrer ohne Hilfe bewältigen können.

Weit teurer kommt der Brandschutz im Schulhaus, der auf den neuesten Stand gebracht werden muss. Unter anderem fehlen zwei Fluchttreppen für den östlichen Trakt ebenso wie Ausgänge ins Freie für die Kellerräume. Die Gesamtkosten für den Umbau: 285000 Euro. Der Antrag auf Förderung der Maßnahme geht nun an die Regierung von Schwaben.

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