1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Hohe Qualität begeistert nicht nur die Fachjury

Gersthofen

10.07.2017

Hohe Qualität begeistert nicht nur die Fachjury

Beim 33. Kunstpreis der Stadt Gersthofen wurden herausragende Leistungen im Bereich Musik gewürdigt (von links): Werner Goschenhofer, Andreas Schmalhofer, Isabel Blechschmidt, Wolfgang Reß, Nico Franz und Michael Wörle.
Bild: Annette Zoepf

Wettbewerb Beim Gersthofer Kunstpreis gibt’s heuer zusätzlich zwei Sonderpreise. Und die Jury hatte allen Grund für diese Entscheidung.

Gersthofen Ein sehr hohes Niveau der Bewerber fanden die Juroren heuer beim 33. Kunstpreis der Stadt Gersthofen vor. Diesmal wurde die mit 3500 Euro dotierte Ehrung für herausragende Leistung im Bereich Musik ausgeschrieben.

„Musik ist international“, sagte Bürgermeister Michael Wörle. „In Zeiten der Gewalt lassen sich Menschen nicht unterkriegen – oft auch mithilfe der Musik.“

Die Jury war beeindruckt von der hohen Qualität der Teilnehmer, erklärte Wolfgang Reß, Direktor der Sing- und Musikschule Mozartstadt Augsburg. Er und seine Jurykollegen Kammersänger Ulrich Reß, der Augsburger Unidozent und Klarinettist Ulf Kiesewetter sowie die Pianistin und Musikjournalistin Stephanie Knauer seien vor einem Problem gestanden, betonte Wolfgang Reß: „Bewerber im Alter von 18 bis 35, Instrumentalisten und Sänger – wie soll man da vergleichen?“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Intensiv mit der Musik umgegangen

Die Bewerber hätten durchwegs gezeigt, wie intensiv mit der Materie Musik umgegangen werde. „Die Vorspieltermine waren zwei Tage, an denen wir wunderbare Leistungen hören durften“, so Reß. Die Jury sei sich sehr schnell über die Siegerin Isabel Blechschmidt einig gewesen – aber auch darüber, dass es zwei Sonderpreise für Nico Franz und Andreas Schmalhofer geben soll. „Dankenswerter Weise haben die Stadt Gersthofen und die VR Bank Gersthofen jeweils einen der Sonderpreise in Höhe von 500 Euro übernommen.“ Die Bank ist auch die Stifterin des Kunstpreises.

Isabel Blechschmidt Die 34-jährige Sopranistin am Staatstheater Nürnberg absolvierte ihre musikalische Ausbildung von 2005 bis 2010 an der Hochschule in Augsburg. Anschließend besuchte sie die Hochschule in Nürnberg, welche sie 2014 mit dem Master Musiktheater abschloss. Wie klangschön und technisch gut geführt ihr voller Sopran ist, bewies sie mit der Arie der Fiordiligi „Come scoglio“ aus Mozarts Oper „Così fan tutte“. Sehr ergreifend interpretierte sie die Arie „Solo, perduta, abbandonata“ aus Giacomo Puccinis Oper „Manon Lescaut“.

Immense Schwierigkeiten gemeistert

Scheinbar mühelos schaffte sie die immensen Schwierigkeiten dieser berühmten Arie. Von ihrer komödiantischen Seite zeigte sie sich in der Nummer „Meine Lippen, sie küssen so heiß“ aus Franz Lehárs Operette „Giuditta“. Hier ging sie vom Podest auf die Zuschauer zu und sorgte für Lacher, als sie sich am Ende auf den Schoss eines Zuhörers in der ersten Reihe setzte. Dazu begleitete sie einfühlsam die Pianistin Birgit Hanke.

Andreas Schmalhofer Der 22-Jährige Cellist begeisterte die Jury, wie Reß berichtete, mit einem Soloprogramm, nachdem es sein Pianist nicht zum Vorspieltermin geschafft hatte. „Wir waren fasziniert.“ Das galt auch für das Publikum, als der Sonderpreisträger Giovanni Sollimas’ „Lamentation“ mit atemberaubender Virtuosität und Detailgefühl vortrug – und bei Vokalisen überdies mit einer angenehmen Singstimme beeindruckte.

Der Student am Leopold-Mozart-Zentrum erhielt im Alter von fünf Jahren seinen ersten Cellounterricht bei Hartmut Tröndle. 2009 folgte ein Studium in Stuttgart und Freiburg, seit 2014 bei Prof. Julius Berger in Augsburg.

Nico Franz Der 20-jährige Violinstudent am Leopold-Mozart-Zentrum und seit März Stipendiat der Albert-Eckstein-Stiftung bekam ebenfalls einen Sonderpreis. Erhielt im Alter von fünf Jahren seinen ersten Geigenunterricht. Seit 2013 studiert er Violine im Hauptfach und Klavier im Nebenfach am Leopold Mozart Zentrum der Universität Augsburg. Ein gemeinsamer Auftritt mit David Garrett beim Orchester Festival der Nationen war ein besonderer Höhepunkt seiner bisherigen Karriere. Er begeisterte, begleitet von Pianistin Junko Podwojewski, die Zuhörer mit Thema und Variationen von Olivier Messiaen – einem sehr wehmütig-melancholischen Stück, das dennoch technisch sehr anspruchsvolle dramatische Aufschwünge zu bieten hat.

„Musik kann vielleicht die Menschen auch hier zusammenbringen“, sagte der Gersthofer VR-Bank-Geschäftsstellenleiter Werner Goschenhofer. Zur Umrahmung des Abends gab’s zünftige Weisen, ebenfalls begeisternd dargeboten von der Bergheimer Tanzlmusi.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
MMA_03937.jpg
Landkreis Augsburg

Unterstützung für Erzieherinnen

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden