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Horgau

10.10.2020

Horgauer Bahnhöfle eröffnet: So sieht das Konzept der neuen Wirte aus

Das Ehepaar Lauter aus Welden will sich mit dem neuen Gasthaus in Horgau einen Lebenstraum erfüllen.
Bild: Marcus Merk

Plus Der alte Horgauer Bahnhof ist zu einer modernen Gastwirtschaft mit Biergarten geworden. Was dort auf den Tisch kommt und was sich die neuen Wirte noch vorgenommen haben.

Mit einem Bahnhof hat das neue Wirtshaus in Horgau nur noch auf den zweiten Blick etwas zu tun. Vor Jahrzehnten machten dort Züge auf der Weldenbahn Halt. Heute sind es Radfahrer auf der Suche nach einer Verschnaufspause. Jahrelang stand das alte Horgauer Bahnhofsgelände leer. Nun ist aus dem heruntergekommenen Gebäude eine moderne Wirtschaft mit Biergarten geworden.

Dahinter stecken die beiden Wirtsleute Andrea und Hermann Lauter aus Welden. Das Ehepaar aus Welden will sich mit dem neuen Gasthaus einen Lebenstraum erfüllen. Eigentlich wollten die neuen Wirte das neue Wirtshaus bereits im Frühjahr eröffnen. Doch dann kam Corona. Wegen der Auflagen beschlossen die Lauters, zunächst nur den Biergarten zu öffnen. Dort ist - unter Corona-Auflagen - Platz für rund 130 Gäste. Das Konzept ging auf. "An schönen Sommertagen standen hier 70 Fahrräder", erzählt Andrea Lauter und blickt auf die Bierbänke am Waldrand. Seit wenigen Tagen sind auch die Gasträume im renovierten Bahnhofsgebäude eröffnet. Am Ziel sind die Wirtsleute damit aber noch lange nicht.

Jahrelang musste das alte Bahnhofsgebäude in Horgau saniert werden

Vor einigen Jahren hatten Sie das ehemalige Bahnhofsgelände gekauft. Was folgte waren eine ganze Reihe an Auflagen und Behördengängen. Nach Jahren der Sanierung strahlt das alte Bahnhofsgebäude nun in neuem Glanz. "Am Bahnhöfle" steht da in goldenen Buchstaben. Das Gebäude wirkt hell und einladend. Vereinzelt finden sich alte Elemente wie ein Stück der alten Bahnhofstrasse oder alte Balken an der Decke des neuen Gastraumes. "Das Allermeiste hier haben wir selbst gemacht", erzählt Hermann Lauter. Dabei ist der 55-Jährige gelernter Koch und eigentlich kein Handwerker.

"Inzwischen kann ich aber alles", scherzt Lauter. Auch aus Kostengründen habe er den größten Teil der Sanierung selbst übernommen. Zuletzt war er als Koch in einer Firmenkantine tätig. Seine Frau Andrea ist zwar eigentlich Erzieherin, dennoch kennt auch sie sich im Gastrobetrieb aus. „Meine Tante hatte eine Wirtschaft in Welden, da bin ich praktisch aufgewachsen“, sagt sie. In den vergangenen Jahren haben die beiden aus dem alten Bahnhof eine moderne Wirtschaft gemacht.

Die neuen Wirte setzen auf regionale und frische Zutaten in der Küche

Das Herz des Gebäudes ist ein kleiner Gastraum mit Imbiss-Küche. Hinter dem Tresen bereitet Hermann Lauter die frischen Speisen zu. Richtig kochen, kann er hier aber nicht - aus baurechtlichen Gründen. Das macht der gelernte Koch in einem weiteren Gebäude auf dem Gelände, einem kleinen Pavillon im Biergarten. Dort findet sich eine größere Küche. Neben dem kleinen Gastraum gibt es im Haupthaus einen weiteren Raum mit Platz für derzeit etwa 20 Gäste. Wegen Corona stehen die Tische weit auseinander, später sollen hier einmal noch weitaus mehr Gäste Platz finden. Der Raum kann auch für Veranstaltungen gemietet werden.

Horgauer Bahnhöfle eröffnet: So sieht das Konzept der neuen Wirte aus
12 Bilder
So sieht das neue Wirtshaus im alten Horgauer Bahnhof aus
Bild: Marcus Merk

Im ersten Stock des ehemaligen Bahnhofsgebäudes finden sich zwei Gästezimmer mit Doppelbetten und Platz für ein, beziehungsweise zwei Beistellbetten. Die Übernachtung mit Frühstück kostet etwa 65 Euro, sagen die Lauters. Im Sommer hatten sie bereits ihre ersten Übernachtungsgäste. "Besonders die Nähe zum Wald ist ein Highlight", sagt Hermann. Wer aus dem Fenster der Gästezimmer blickt, sieht direkt in den Wald. "Manchmal lassen sich da Tiere beobachten", sagt Lauter.

Neben dem Gasthaus entsteht ein kleiner Campingplatz mit "Pods"

Neben dem Gasthaus entsteht außerdem ein kleiner Campingplatz. Hier soll Platz für vier Wohnmobile und etwa zehn Autos sein. Daneben wird es einen Zeltplatz geben und zehn „Pods“. Das sind Holzhütten, die gemietet werden können. Ein solcher Pod steht bereits auf dem Gelände in Horgau. Hergestellt werden die kleinen Häuschen aus Kiefernholz in Russland. In den Häuschen mit einem kleinen Vorraum und Betten ist Platz für bis zu vier Personen. Duschen und Sanitärräume für die Campinggäste gibt es im Haupthaus.

Auf den Tisch kommt im neuen Gasthaus einfache Küche aus der Region. "Wir sind da ganz offen und richten uns nach den Wünschen unserer Gäste", sagt Hermann Lauter. Nach dem ersten Gasthaus-Wochenende sei klar, dass die Wirtshausgäste offenbar ganz andere Interessen als die Gäste im Biergarten haben, meint er. Dort kommen Klassiker wie Currywurst, Wurstsalat oder Fischsemmel gut an. Im Wirtshaus hingegen ist momentan Grillgemüse und Burgunderbraten der Renner. Das Gemüse beziehen die Lauters von einem Bauern aus Adelsried. Außerdem gibt es selbstgemachtes Brot und Kuchen von Andrea Lauter.

Die Speisekarte im Bahnhöfle in Horgau richtet sich nach den Gästen

Das kommt offenbar gut an. Andrea Lauter erinnert sich an eine Gruppe von Radfahrern, die im Sommer im Biergarten zu Gast waren. "Eigentlich wollten die nur eine kurze Pause machen", erinnert sich Lauter. "Die Gruppe war auf dem Weg zum Ammersee." Im Biergarten hätten die Männer dann aber schnell die Zeit vergessen. "Irgendwann mussten sie sich von ihren Frauen abholen lassen", erinnert sich Lauter. Aus der Fahrradtour wurde ein ausgedehnter Besuch im Biergarten.

Das sind die Öffnungszeiten des neuen Bahnhöfle in Horgau

  • Montag: Ruhetag
  • Dienstag bis Donnerstag: 15 bis 21.30 Uhr
  • Freitag und Samstag: 9 bis 22 Uhr
  • Sonntag: 9 bis 20 Uhr

Mehr Infos gibt es auch auf der Website unter www.bahnhoefle-horgau.de.

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