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Horgau

17.10.2019

Horgauer Kreuzung: Linksabbieger bekommen jetzt freie Fahrt

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Autofahrer müssen an der Kreuzung bei Horgau in Zukunft nicht mehr auf den Gegenverkehr achten. Bei Grün haben sie freie Fahrt.
Bild: Andreas Lode

Die gefährliche Kreuzung an der ehemaligen B10 bei Horgau wird für rund 20000 Euro aufgerüstet. Ein Kreisverkehr an der Stelle bleibt weiterhin ein Thema.

Sie gilt als eine der gefährlichsten Kreuzungen im Landkreis: Immer wieder kracht es an der unscheinbaren Stelle mitten auf dem freien Feld, wo die ehemalige B10 zwischen Horgau und Biburg und die Kreisstraße zwischen Agawang und Adelsried aufeinandertreffen. Jetzt lässt das Staatliche Bauamt die Ampelanlage aufrüsten: Linksabbieger erhalten ein eigenes Ampellicht. Der Vorteil: Autofahrer müssen in Zukunft nicht mehr auf den Gegenverkehr achten. Bei Grün haben sie freie Fahrt.

In der Vergangenheit waren gerade Fehler beim Linksabbiegen die häufigste Ursache für Unfälle. 24 notierte die Polizei seit 2015. Meistens gab es Verletzte, die Blechschäden gingen in die Tausende.

Mit der aufgerüsteten Ampel hofft das Staatliche Bauamt, dass Unfälle verhindert werden können. „Sollte das nicht fruchten, dann muss man weiterdenken“, sagt der zuständige Abteilungsleiter Stefan Heiß. Will heißen: Dann könnte wieder ein Kreisverkehr Thema werden. Die Kosten dafür schätzt Heiß auf bis zu 600000 Euro.

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Seit Jahren wird über Kreisverkehr gesprochen

Der Kreisel ist seit vielen Jahren im Gespräch. Bereits vor 30 Jahren habe man über das Thema diskutiert, erinnert sich Horgaus Bürgermeister Thomas Hafner. Doch die zuständige Straßenbauverwaltung habe abgewinkt – Kreisverkehre seien damals noch eher belächelt worden. Heute liegen für Hafner die Vorteile auf der Hand: Mit einem Kreisverkehr werde die Kreuzung entschärft. Es ließen sich außerdem eine Ampelanlage und damit Stromverbrauch und Wartungskosten einsparen. Auch die Polizei begrüßt einen möglichen Kreisverkehr. Der sei „auf lange Sicht die bessere Lösung“, erklärte Raimund Pauli, Leiter der Inspektion Zusmarshausen. Auch Werner Reschke von der Straßenverkehrsbehörde des Landratsamts ist ein Befürworter. Allerdings: „Ein Kreisverkehr ist die Ultima Ratio.“ Das letzte Mittel sozusagen. Die vielen Unfälle am Knotenpunkt bei Horgau hätten gezeigt, dass gehandelt werden müsse. Doch bevor es zu einem aufwendigen und teuren Umbau der Straße kommt, wolle man zunächst einfachere Mittel testen.

Autofahrer müssen an der Kreuzung bei Horgau in Zukunft nicht mehr auf den Gegenverkehr achten. Bei Grün haben sie freie Fahrt.
Bild: Andreas Lode

Landrat Martin Sailer befürwortet Kreisverkehr

Sein Dienstherr sprach sich ebenfalls schon für einen Kreisverkehr aus. In einem Schreiben an das Staatliche Bauamt Augsburg sprach sich Landrat Martin Sailer vor einem halben Jahr aufgrund der konstant hohen Zahl an Verkehrsunfällen für die Neuregelung des Verkehrs aus. „Die von der Unfallkommission bereits vorgesehene Maßnahme, ein gesichertes Linksabbiegen mit Diagonalpfeil einzurichten, ist sicher ein erster Ansatz“, sagte Sailer. Um die Unfallzahlen spürbar zu senken, sind Sailers Einschätzung nach bauliche Maßnahmen unumgänglich: „Das muss unbedingt geschehen, bevor sich dort noch schlimmere Unfälle als bisher ereignen und womöglich Menschen schwer zu Schaden kommen.“ Sailer geht ins Detail: Mit 32 sogenannten Konfliktpunkten weise eine Kreuzung mit Lichtsignalen schon allein rechnerisch ein höheres Unfallpotenzial auf als eine Verkehrsführung über einen Kreisverkehr, an der sich insgesamt acht potenzielle Konfliktpunkte ergeben.

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