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Gericht

11.04.2011

Hund auf die Straße geworfen

Den Welpen seines Nachbarn hat ein Mann aus dem Landkreis Augsburg einfach über den Gartenzaun geworfen. (Symbolbild)
Bild: dpa

Mann ging auf Nachbarn los, weil dieser seinen Hund über den Zaun geworfen hatte. Verfahren gegen Geldauflage eingestellt

Landkreis Augsburg Zehn Meter weit soll der Welpe über einen Zaun auf die Straße geflogen sein. Der Nachbar soll den Hund an den Vorderpfoten gepackt und geworfen haben. Das hatte den 47-jährigen Hundebesitzer aus dem Landkreis Augsburg so wütend gemacht, dass er auf den Übeltäter losging. Dabei verletzte er seinen Nachbarn und dessen Freundin.

Gestern musste sich der 47-Jährige vor dem Amtsgericht verantworten. Weil das Gericht aber nicht abschließend klären konnte, wer bei dem Gerangel Täter und wer Opfer war, stellte es das Verfahren gegen eine geringe Geldauflage von 100 Euro ein.

Die beiden Nachbarn trafen sich bereits vergangenen Montag vor Amtsrichterin Alexandra Körner. Die Richterin vertagte die Verhandlung, als sich herausstellte, dass eine Nachbarin den Streit beobachtet hatte. Gestern befragte das Gericht die Nachbarin, die jedoch kaum zur Aufklärung beitragen konnte. Es sei alles schon viel zu lange her, und gesehen habe sie von ihrem Küchenfenster in 30 Meter Entfernung eigentlich auch nicht viel, erklärte die Zeugin.

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Bußgeld wegen Verstoßes gegen Tierschutzgesetz

Am 8. September 2010 war der 51-jährige Nachbar in seinem Garten und räumte seinen Wohnwagen aus, als er den zwölf Wochen alten Welpen auf seinem Grundstück entdeckte. „Ich habe meinem Nachbarn gesagt, er soll seinen Hund von meinem Grundstück holen“, sagte der 51-Jährige vor Gericht. Da sein Nachbar nicht reagierte, habe er den Hund im Nacken gepackt, über den Zaun gehoben und auf der anderen Seite fallen lassen. „Ich wollte den Hund holen, aber er hat mich nicht auf sein Grundstück gelassen“, entgegnete der Angeklagte. Dann habe sein Nachbar den Welpen an den Vorderpfoten gepackt und über den Gartenzaun geschleudert.

Ein Gutachter bestätigte anhand der Verletzungen zumindest, dass der Hund geworfen wurde. Der 51-Jährige muss nun ein Bußgeld wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zahlen.

„Der Hund hat vor Schmerzen geschrien“, sagte der Angeklagte. Das habe ihn so wütend gemacht, dass er auf seinen Nachbarn losging. „Ich habe ihn an den Schultern gepackt und gefragt, was das soll.“ Richtig geschlagen habe er seinen Nachbarn nicht. Dieser sah das anders: „Er hat mich geschlagen, und als meine Freundin schlichten wollte, hat er sie auch noch angegriffen.“ Der 51-Jährige trug eine aufgeplatzte Lippe davon.

Klärung ist nicht mehr genau möglich

„Es war wohl eine Rangelei, die aber nicht genau aufzuklären ist“, stellte Richterin Körner abschließend fest. Eine Geldauflage von 100 Euro hielten jedoch sowohl Richterin als auch Staatsanwaltschaft für angemessen, da der Angeklagte seinen Nachbarn und dessen Freundin verletzt habe.

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