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Steppach

18.04.2015

„Ich hätte trotz Fusion gerne den alten TSV“

Tobias Wiesner möchte Vorstand des TSV Steppach werden.

Tobias Wiesner hat viele Ideen für den Sportverein mit vielen Problemen

Ende nächster Woche findet die ordentliche Mitgliederversammlung beim TSV Steppach statt. Tobias Wiesner hat sich im Vorfeld zur Wahl für die vakant gewordene Stelle des Vorsitzenden des 127-jährigen Traditionsvereins angeboten. Für den – höchst wahrscheinlichen – Fall seiner Wahl warten einige dringliche Probleme auf ihn. Wir sprachen mit ihm über seine Ziele und Pläne für den Sportverein.

Herr Wiesner, was haben Sie sich schwerpunktmäßig vorgenommen?

Wiesner: Der TSV hat zwei große Probleme: die finanzielle Misere, denn der Verein hat massive finanzielle Probleme. Dazu das Thema Halle mit ihrer so desolaten wie unklaren Situation. Eine Turnhalle wie Steppach rechnet sich mit etwa 3000 Mitgliedern, bislang liegen wir allerdings bei circa 1200.

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Wie wollen Sie Ihr ambitioniertes Ziel, eine Verdreifachung der Mitgliederzahlen, erreichen?

Wiesner: Angedacht ist ein größeres Sportinfrastrukturprojekt im Westen von Augsburg, welches uns ein attraktiveres Sportangebot, beispielsweise eine Kletterwand oder Reha-Sport für Ältere ermöglicht. Hier gibt es kein entsprechendes Pendant. Da unsere Turnhalle und der Gymnastikraum durchgehend belegt sind und keine weiteren Trainingszeiten mehr möglich machen, kann das Vereinsprogramm aber derzeit nicht weiter ausgeweitet werden.

Und welche Rolle spielt die Hallensituation dabei?

Wiesner: Mein persönlicher Wunsch, der auch durch ein Joint Venture mit dem Augsburger Post SV zu erreichen wäre, ist, dass man wächst. Die Möglichkeit eines Neubaus sehe ich auf dem bisherigen Areal mit guter Verkehrsanbindung an die B17. Idealerweise würde die Halle auf dem Fußballfeld entstehen, damit der Sportbetrieb momentan in der alten Halle aufrechterhalten werden kann. Eine ausschließliche Sanierung der Halle wäre für mich eine Verschwendung von Steuergeldern, da damit das Sportangebot nicht erweiterbar ist und der TSV Steppach ein Zuschussbetrieb bleibt.

Wie schnell kann eine Kooperation mit dem Post SV über die Bühne gehen und wie agieren Sie, wenn diese scheitert?

Wiesner: Die bisherigen Gespräche verlaufen professionell und zielgerichtet. Wir kooperieren also schon. Aufgrund des gemeinsamen Ziels sehe ich nur minimale Hürden. Die große Hürde ist die Verwirklichung dieses Sportinfrastrukturprojektes mit der Stadt Neusäß unter Einbindung aller Mitglieder und Anwohner. Sofern eine Kooperation mit dem Post SV scheitert, wollen wir aufgrund unserer Überzeugung an unserem Weg fest halten und müssen andere Möglichkeiten der Umsetzung ausloten.

Was erwarten Sie konkret von der Stadt Neusäß als Hilfestellung?

Wiesner: Ich würde mir wünschen, dass dieses Projekt als Infrastrukturmaßnahme für den Breitensport akzeptiert wird. Es geht nachrangig um einen einzelnen Verein, sondern um die Steigerung der Attraktivität im Sportbereich. Hiervon sollen alle, die gerne Sport treiben, profitieren. Darüber hinaus gehen wir natürlich als Bittsteller zur Stadt und erhoffen uns eine maßgebliche finanzielle Unterstützung zur Realisierung des Projekts. Bekanntlich sind die Vereinskassen leer.

Warum stellen Sie sich trotz doch gewaltiger Probleme für das Amt des ersten Vorsitzenden zur Verfügung?

Wiesner: Ich habe Lust, etwas zu kreieren, und als Nostalgiker möchte ich trotz der Fusion auch gern wieder den alten TSV zurück, der mit neuen Mitgliedern wieder voll aufleben könnte. Zu meiner Vision gehören spielende, sportelnde Kinder, daneben ratschende Väter und Mütter. Ich habe da einige Ideen im Kopf. Interview: Andrea Faber

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