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Neusäss

24.06.2017

Im Alter in der Heimat bleiben

Um betagten Neusässer Bürgern die Möglichkeit zu geben, auch im Alter in ihrer Heimatstadt wohnen zu können, beschloss der Stadtrat im Jahr 1993 den Bau eines Pflegeheims. Vier Jahre später wurde es eingeweiht. Dieses Ereignis wird am Sonntag gefeiert. 
Bild: Marcus Merk

Das Pflegeheim am Lohwald in Neusäß feiert am Sonntag den 20. Geburtstag. Wie sich der Bedarf in den Jahren verändert hat

Die Stadt Neusäß hat relativ viele ältere Bewohner: Bereits Ende der 1980er-Jahre waren 15 Prozent die Bevölkerung 65 Jahre und älter. Somit beschloss der Stadtrat 1993 den Bau eines Pflegeheims. Das Pflegeheim am Lohwald feiert nun am Sonntag, 25. Juni, seinen 20. Geburtstag.

Betagten Neusässern sollte damals ein Heimplatz in der Heimatstadt ermöglicht werden. Nachdem nach der Umsiedlung der Firma Keimfarben im Jahr 1989 nach Diedorf im Lohwald ein großes Areal frei wurde, konnte die Stadt davon 24000 Quadratmeter erwerben, um dort das Heim zu errichten. Da auch auf Landkreisebene Heimplätze fehlten, konnte der Landkreis für ein gemeinsames Projekt gewonnen werden, das das Architektenbüro Schinharl aus München umsetzte. Als Betreiber des Pflegeheims entschied sich die Stadt für das Diakonische Werk Augsburg.

Diese gute und positive Zusammenarbeit hält noch heute an. Der Spatenstich für das Pflegeheim mit 60 Plätzen erfolgte im Juni 1995, im Januar 1997 öffnete es seine Pforten für die Bewohner. Die Gesamtkosten lagen bei 14 Millionen Euro. Das Konzept des Hauses sah so viel Funktionalität wie notwendig und so viel Wohnlichkeit wie möglich vor. Die erwünschte Privatheit wurde durch den Bau von überwiegend Einzelzimmern mit Dusche und WC erreicht. Insgesamt wurden 48 Einzelzimmer und sechs Doppelzimmer mit französischem Balkon und Vorraum auf zwei Etagen gebaut. Orte der Begegnung sind die Eingangshalle, die Cafeteria sowie die Kapelle im Erdgeschoss.

Aufgrund des Bedarfs an weiteren Pflegeplätzen gab es bald Überlegungen zu einer Erweiterung des Pflegeheims auf 80 Plätze. Die Kosten dafür wurden auf 2,1 Millionen Euro geschätzt. Durch den Mäzen Richard Dollinger, ein alteingesessener „Lohwalder“, der der Stadt Neusäß ein Grundstück schenkte mit der Auflage, mit dem Verkaufserlös den Erweiterungsbau des Pflegeheims zu unterstützen, nahm das Vorhaben Fahrt auf. Der Erweiterungsbau wurde im November 2007 in Anwesenheit von Richard Dollinger, der inzwischen selbst im Hause wohnte, eröffnet.

Seit eineinhalb Jahren leitet Justine Bohn das Pflegeheim. Sie freut sich vor allem über die angenehme Atmosphäre des Hauses. Derzeit entsteht eine Demenzstation für das Pflegeheim. Sie wird im September eröffnet. Der Bedarf hierfür steigt, und deshalb werden derzeit im Pflegeheim Neusäß zehn gerontopsychische Pflegeplätze in zwei Doppelzimmern und vier Einzelzimmern geschaffen. Als besonders wichtig sehen Bohn und die Leitung soziale Betreuung, Hannelore Zerrle, den Gerontogarten an, in dem sich die erkrankten Menschen problemlos aufhalten können. Für das neue Angebot liegen bereits einige Anmeldungen vor. Allerdings betont Bohn, dass es sich hier um keine geschlossene Einrichtung handelt, sondern um eine beschützte offene Wohngruppe.

Jetzt allerdings gilt es, das 20-jährige Bestehen des Pflegeheims gebührend zu feiern. Dieses wird am 25. Juni ab 14 Uhr mit einem großen Fest zusammen mit der Stadt Neusäß begangen.

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