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Kreis Augsburg

21.09.2017

Im Herbst verschwinden besonders viele Katzen

Die meisten Katzen wollen nach draußen. Manchmal kommen die Tiere nicht wieder zurück. Für die Besitzer ist die Ungewissheit, was mit ihrer Katze passiert ist, schwer auszuhalten.
Bild: Matthias Becker (Symbolbild)

Gerade in dieser Jahreszeit verschwinden viele Katzen. Im Steppach mehren sich derzeit die Fälle - und Gerüchte entstehen. Welche Gefahren auf Stubentiger wirklich lauern.

Ist das noch normal? Katzen verschwinden zwar immer wieder, aber gleich vier kurz hintereinander, wie es jetzt in Steppach mitten im Ort geschehen ist? Schnell stand da ein ganz bestimmter Verdacht im Raum: Schuld könnte die Füchsin sein, die im Frühjahr und Sommer mit ihren Jungen immer wieder in dem Neusässer Stadtteil gesehen worden war. Doch von der fehlt seit Wochen jede Spur. „Ich habe nichts mehr gehört“, sagt Josef Hoppe, Leiter des Neusässer Ordnungsamts und damals mit der Akte „Fuchs“ befasst. Geplant war, bei der nächsten Sichtung der Familie vom zuständigen Revier-Jäger eine Lebendfalle aufstellen zu lassen, damit die Tiere umgesiedelt werden können.

Dazu ist es jetzt nicht mehr gekommen, so Hoppe. Und zudem, sagt Wolfgang Kuhlmann vom Landratsamt Augsburg, sei es unwahrscheinlich, dass ein Fuchs eine Katze reißt. Normalerweise gingen sich die beiden Tierarten aus dem Weg. Ganz abwegig sei es jedoch nicht, dass ein Fuchs einmal an eine junge oder alte und schwache Katze gehe.

Einen weiteren Verdacht zum Verschwinden der Katzen möchte hingegen Thomas Klingler von der zuständigen Polizeiinspektion in Gersthofen ausschließen: „Mir ist kein nachweislicher Fall bekannt, in dem Katzen von Tierfänger abgepasst wurden. Das sind alles Mutmaßungen.“ Auch im Falle der vier verschwundenen Katzen in Steppach hatte die Polizei ermittelt – allerdings ohne Ergebnis.

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Mehr Verkehrsunfälle in der dunklen Jahreszeit

Schließlich gebe es auch wirklich unheimlich viele Dinge, die Katzen gerade in dieser Jahreszeit zustoßen könnten, sagt die Vorsitzende der Katzenhilfe Langweid, Birgit Miller. „Es wird wieder früher dunkel. Da kann es leicht einmal zu einem Verkehrsunfall kommen“. Gerade in der Nähe von Feldern kann es aktuell für Katzen, wie auch für andere kleinere Tiere, richtig gefährlich werden, wenn der große Maishäcksler kommt. Katzen erschrecken dann vielleicht durch den Lärm, sie versuchen, sich im Feld zu verstecken – und werden erst recht von dem Gerät erfasst. „Wenn Katzenbesitzer ihr Tier vermissen, lohnt es sich, vielleicht mal am Feld zu suchen“, rät Müller.

Dabei muss nicht jedes Verschwinden einer Katze so dramatisch sein, sagt die Expertin. Auch ihr sind keine Fälle von Tierfängern bekannt, die Katzen in ihre Autos locken. Das sei gar nicht so leicht. Eher werden die Haustiere in einem Gartenschuppen oder einer Garage eingesperrt, manchmal sogar absichtlich von Nachbarn, die eben keine Katzenliebhaber sind. „Es lohnt sich auf jeden Fall, ganz viel in der Umgebung nachzufragen“, so die Fachfrau.

Manchmal tauchten die Tiere dann schnell wieder auf. Katzenhalter sollten zudem ihre Tiere chippen oder tätowieren lassen und, sobald sie verschwunden bleiben, Tierschutzvereinen oder dem Tierarzt in der Nähe Bescheid geben. „Manchmal suchen Besitzer ihre Tiere, während die schon irgendwo in einer Auffangstation sitzen, aber nicht zugeordnet werden können“, beschreibt Miller.

Katze überlebte zweieinhalb Wochen in alter Güllegrube

Und dann gibt es auch noch die Geschichten von verschwundenen Katzen, die gut enden. Wie jene von der Katze aus Mering, die die Katzenhilfe Langweid vor Kurzem im Augsburger Land gefunden hat. „Acht Monate war sie verschwunden und ganz abgemagert. Keine Ahnung, wie sie hierher gekommen ist“, sagt Birgit Miller.

Oder die Geschichte von der Katze aus Langweid selbst, die in dieser Woche von der Feuerwehr aus einer stillgelegten Güllegrube befreit wurde. Zweieinhalb Wochen war sie schon weg, als die Grundstücksbesitzer das Miauen aus der Grube hörten. „Da waren dann eine ganze Reihe von verwaisten Katzenbesitzern da, die alle hofften, dass es ihr Tier sei“, beschreibt der stellvertretende Kommandant der Feuerwehr Langweid, Christian Steiner, den Einsatz. Mit einem Körbchen mit Fressen stieg ein Feuerwehrmann gut zwei Meter in die alte Grube und konnte das Tier, das sich auf einen Vorsprung gerettet hatte, einfangen. Als beide wieder nach oben kamen, gab es viele enttäuschte und traurige Gesichter. „Aber die Besitzerin dieser Katze war überglücklich“, so Steiner.

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21.09.2017

Wenn doch immer Herbst wäre...

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21.09.2017

typisch für jemanden der kein Herz für Tiere hat - ja und wer Tiere nicht mag, der kommt auch mit den Menschen nicht klar :-(

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