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Fischach-Tronetshofen

25.06.2019

Im Miteinander die Kapelle in Tronetshofen hergerichtet

Mit einem Pontifikalamt am Vorplatz der Kapelle St. Leonhard in Tronetshofen feierte Weihbischof Florian Wörner (links) mit unzähligen Bürgern den Abschluss der Generalsanierung und die Wiedereröffnung des kleinen Gotteshauses. 
Bild: Rupprecht

St. Leonhard in Tronetshofen ist nun wieder für Gläubige geöffnet. Welche Bedeutung zwei Linden für das Umfeld haben.

Architekt Roland Rieger schwärmte beim Festakt zur Wiedereröffnung der Kapelle St. Leonhard in der Mitte des Fischacher Ortsteils Tronetshofen von „einem Gotteshaus auf einem grünen Hügel mit zwei wunderschönen Linden“. Bürgermeister Peter Ziegelmeier hob in erster Linie Profaneres hervor. Er freute sich darüber, dass die Generalsanierung weniger gekostet habe als zunächst veranschlagt. Weihbischof Florian Wörner verwies wiederum auf die generelle Bedeutung der Kapelle als Ort der Zusammenkunft und Begegnung.

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Beim feierlichen Pontifikalamt am Vorplatz des Kirchleins ging es fast ein bisschen eng zu. Bei strahlendem Sonnenschein hatten sich unzählige Bürger und Gläubige versammelt, um der Segnung für die renovierte Kapelle und den in unmittelbarer Nähe neu installierten Wasserspender persönlich beizuwohnen. Umgeben von zahlreichen Repräsentanten des öffentlichen Lebens sowie Fahnenabordnungen machte der Weihbischof, unterstützt von den Priestern Richard Kocher, Sebastian Nößner und Manfred Wundlechner sowie Kaplan Ephraim Mmaduabuchi Udoye, auf die klare Botschaft der Leonhardskapelle aufmerksam.

Kapelle ist ein Ort des Miteinanders

Dabei verglich er die Aufgaben der Kapelle mit dem Ziel von Johannes der Täufer: das Volk für Gott einzustimmen. Daraus ergebe sich dann ein Ort des Miteinanders, der Richtung und Orientierung vorgebe und ein Halt im Alltag und bei Nöten und Sorgen darstelle. Demzufolge wertete der Weihbischof positiv, dass die Kapelle nicht zugesperrt bleibe. Sie öffne sich jeden Freitag ab 15 Uhr für eine halbe Stunde zum Gebet, in unregelmäßigen Abständen zur Heiligen Messe und gelegentlich auch zu Taufen und Hochzeiten, betonte er.

Im Miteinander die Kapelle in Tronetshofen hergerichtet

Musikalisch stimmungsvoll umrahmt wurde der Gottesdienst durch die Musikkapelle Siegertshofen, den Männergesangsverein Fischach/Willmatshofen und den Kinderchor Tronetshofen. „Ehre sei Gott in der Höhe“ war ebenso zu hören wie ein von hellen Kinderstimmen in den wolkenlosen Himmel geschmettertes „Halleluja“.

Knapp zwei Jahre lang wurde gebaut

Beim anschließenden Festakt im Zelt beim Feuerwehrhaus bezeichnete Bürgermeister Peter Ziegelmeier die Wiedereröffnung der Kapelle als einen Endpunkt und Anfang. „Mit der Einweihung ist eine fast zweijährige Bauphase zu Ende gegangen“, so der Gemeindechef. Nicht immer sei alles einfach gewesen, meinte er und hob dabei die Dachkonstruktion und anschließende Neueindeckung hervor.

Zudem wies Ziegelmeier auf eine Seltenheit im Rahmen von öffentlichen Baumaßnahmen hin: „Wir haben es tatsächlich geschafft, die kalkulierten Gesamtkosten von 259000 Euro nicht nur einzuhalten, sondern mit 219000 Euro sogar erheblich zu unterschreiten.“ Dies sei mit ein Verdienst des Marktbaumeisters Roland Bröll.

Dank stattete der Bürgermeister auch der Diözese Augsburg, dem Amt für ländliche Entwicklung, dem Landkreis, dem Bezirk Schwaben und dem Landesamt für Denkmalpflege ab. „Ohne die erhaltenen und zugesagten Zuschüsse von 82000 Euro hätten wie den Kostenrahmen mit Sicherheit nicht einhalten können“, verdeutlichte er. Lobende Worte fand er ebenso für Klaus Wundlechner und sein Kapellenteam für den „außerordentlichen Einsatz“. Das Engagement dieser Mitstreiter sei beispielgebend für das Ehrenamt. Die Kapellensanierung nannte Ziegelmeier deshalb die gelebte Solidargemeinschaft einer sowohl politisch als auch kirchlich funktionierenden Gemeinde.

Von Miteinander, diffizilen Instandsetzungsarbeiten, Herausforderungen und beeindruckenden Spendenaufkommen berichteten noch Vize-Landrat Heinz Liebert, Pfarrer Sebastian Nößner und Thomas Wanner vom Kapellenteam. Bei so viel Worte verzichtete Architekt Roland Rieger auf einen detaillierten Bauablauf. Er forderte dazu auf, das kirchliche Juwel auf dem grünen Hügel optisch auf sich wirken zu lassen. Dabei plädierte er nachdrücklich für den Weiterbestand der beiden mächtigen Linden. Sie dürften beispielsweise wegen ihres Laubfalls nicht zu einem Politikum werden, mahnte er.

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