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Eine tanzende Topfblume, Schlamm aus dem Rothsee und ein wirbelndes Prinzenpaar: Beim Rathaussturm in Zusmarshausen geht es hoch her.

12.02.2015

Im Rathaus geht es hoch her

Beim Rathaussturm in Zusmarshausen tanzten Prinzessin Steffi II. (Heiße) und Prinz Martin II. (Weber) von den Zusamtaler Bettschonern.
Bild: Andreas Lode

Von Maximilian Czysz

Der Austausch von Gastgeschenken ist meistens eine diplomatische Übung, die mit viel Bedacht vorbereitet sein will. Im Rathaus in Zusmarshausen hatte die gegenseitige Übergabe  eine blumige Note bekommen: Die Faschingsfreunde aus Gundelfingen, das wegen seiner großflächigen Grünanlagen und dem Gemüseanbau auch Gärtnerstadt genannt wird, überreichten beim Rathaussturm in Zusmarshausen unter anderem eine tanzende Topfblume. Im Gegenzug erhielt die Gruppe, nach eigenem Reim sind sie „das Salz der Faschingssuppe“, einen besonderen Nährboden: eine Kiste mit Schlamm aus dem Rothsee.

Den hatte Bürgermeister Bernhard Uhl – mit Hippie-Party-Perücke, Blütenkranz und rotgetönter Sonnenbrille verkleidet – am Dienstag besorgen lassen. „Wenn man helfen kann, dann soll man helfen“, sagte er und überreichte Walter Hieber die Kiste mit „gehaltvollem und aromatischen“ Schlamm, der auch für Gesichtsmasken verwendet werden könne. „Und wenn’s nicht reicht, dann hätten wir noch 30000 Tonnen. Die können auch sofort mitgenommen werden.“ Uhl ging mit seinem Geschenk auf das große Thema der Gundelfinger ein: die Blumenwiesen in der Stadt, die zum Gespött geworden sind. Denn der Samen dafür war offenbar nicht überall aufgegangen. Damit es in der Stadt künftig an allen Ecken und Enden duftet und bunt sprießt, wollen die Narren um Walter Hieber bis zum Ende des Faschings 1111 Samentüten verteilen – Tütchen mit der „exklusiven Bauhof-Mischung“. Aus Lauingen hatten die Gundelfinger für ihre Blumenwiese – „keine ist so schön wie diese“ – Schimmelmist erhalten. Auch beim neuen Bierzentrum in Gundelfingen könnte Zusmarshausen aushelfen, erklärte Uhl mit Plastikblumen in seiner neuen Haarpracht.

Der Bürgermeister ist bei den Narren bekannt: Als Trainer der Lollipops. Büttenredner Conni Geisler, der im weißen Schutzanzug und eine Blumenspritze für „Humor-Bestrahlung“ durchs Rathaus zog, machte sich einen Reim darauf: „Bewusst wurd’ Uhl hier gewählt, weil Euch Bewegung fehlt. Weil er als Chef der Lollipos im Rathaus umanander hopst.“ Wie das mit den Überschlägen tatsächlich funktioniert, zeigte das Prinzenpaar der Zusamtaler Bettschoner, Steffi II. und Martin II. Was es mit den Bettschonern auf sich hat, stellten Präsident Mathias Lauter und Hofmarschall Gerhard Kranzfelder vor. Die Gundelfinger Narren hatten schon gemutmaßt, dass sie Zusmarshauser das Bett schonen und im Stehen schlafen. „Die Augen kloi und kurz erwähnt, a jeder hat schon zweimal gegähnt.“ Auch Ortsforschung betrieben sie – das „Z“ habe nicht von ungefähr seinen Platz am Ende des Alphabets. Zusmarshausen halte es biblisch, konterte Uhl: „Die Letzten werden die Ersten sein.“ Trotz aller Frotzeleien unterzeichneten Uhl und sein Kollege Franz Kukla am Ende des Rathaussturms eine Partnerschaftsurkunde.

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