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Landkreis Augsburg

22.07.2010

Im Schulterschluss geht´s schneller auf die Datenautobahn

Glasfaser ist die Zukunftstechnologie auf dem Weg zu einer besseren Breitbandversorgung im Landkreis Augsburg. Foto: Telekom
Bild: Telekom

Glasfaser ist die Zukunft: Deshalb können Gemeinden im Landkreis Augsburg bis 2011 Förderungen abrufen.

Beim schnellen Internet-Zugang empfiehlt es sich für Gemeinden, verstärkt mit Nachbarorten zu kooperieren. "Es soll nicht jeder weitermachen, wie er gerade lustig ist", sagte Landrat Martin Sailer gestern nach der Präsentation einer Machbarkeitsstudie für Breitbandversorgung im Landkreis. Vergleichbar mit dem Aufbau eines Radwegenetzes gehe es darum, in gemeinsamen Gesprächen vorzugehen und zu überlegen, wo Glasfaser verlegt werden soll, rieten auch die Experten des mit der Studie beauftragten Büros.

Karl Manstorfer vom Regensburger Ingenieurbüro IK-T (Innovative Kommunikations-Technologien) erläuterte die Ergebnisse der Untersuchung. Die gute Nachricht vorneweg: Der Landkreis Augsburg steht im Vergleich zu anderen Regionen bei der Internet-Versorgung "sehr gut da". Die Nähe zu Augsburg zahle sich hier aus, sagte Manstorfer. Es gebe im Vergleich zu anderen Landkreisen weniger weiße Flecken bei der DSL-Versorgung.

Kein Grund, sich zurückzulehnen, das wissen auch die Bürgermeister. "Bei uns haben schon die meisten Bürger Internet, aber es ist vielen zu langsam", berichtete zum Beispiel der Aystetter Bürgermeister Peter Wendel. Er braucht außerdem eine Lösung, um die Neubaugebiete ans Netz zu bekommen, die nicht ans Netz von Kabel Deutschland angeschlossen sind. Bürgermeister Anton Mayer von der Gemeinde Gessertshausen hat wiederum das Problem, dass seine Nachbarn Diedorf und Kutzenhausen verschiedene Anbieter nutzen. "Wir stehen da genau zwischendrin." Ginge die Telekom in Gessertshausen mit ins Boot, werde die Erschließung um einiges günstiger.

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Genau hier liegt für viele der Hase im Pfeffer. "Die entscheidende Frage ist, ob die Telekom Interesse hat, die Gemeinde zu erschließen", sagte Ingenieur Manstorfer. Bei allen Anbietern sei zurzeit wegen der großen Nachfrage "Land unter". Die Telekom ist nach seinen Erfahrungen aber wieder kooperationsbereiter als noch vor einigen Monaten.

Am Beispiel von Allmannshofen und Ehingen zeigte Manstorfer auf, dass sich ein Schulterschluss von Nachbarn auszahlt. In Nordendorf gibt es eine Vermittlungsstelle der Telekom. Mehrere Kabeltrassen und Leerrohre verlaufen Richtung Ehingen und Allmannshofen. Durch das Verlegen von Glasfaserkabel seien Übertragungsraten von 50 Megabit möglich. Die Gemeinden könnten die Kosten für den Streckenbau teilweise teilen. Bei Abzug von 100 000 Euro Förderung für jede Kommune kämen auf Allmannshofen noch 66 000 Euro und auf Ehingen 59 000 Euro zu. "Glasfaserkabel werden in Zukunft unverzichtbar sein", betonte Manstorfer, vor allem für Gewerbegebiete. Eine Alternative seien Richtfunkverbindungen, die etwas günstiger kommen.

Jede Gemeinde bekommt von dem Ingenieurbüro eine 30-seitige Untersuchung, in der die Möglichkeiten für Breitbandversorgung vorgestellt sind. Wichtig sei allerdings auch eine Abstimmung von Gemeinden und Landkreis, empfahl Manstorfer. In den nächsten Jahren sei ein überregionales Glasfasernetz (124 Kilometer), ähnlich einem Verkehrsplan, zu realisieren.

Das Beispiel Allmannshofen und Ehingen zeige, dass die Investitionen gar nicht so hoch seien wie angenommen, sagte Landrat Sailer. "Es lassen sich mit überschaubaren Kosten Lösungen finden." Von Regine Kahl

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