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Zusmarshausen

01.12.2020

Im Sommer werden die Brücken bei Gabelbachergreut abgerissen

Die Brücke zwischen Gabelbachergreut und Grünenbaindt wird abgerissen.
Bild: Marcus Merk

Plus Die Brücke am Schmiedberg und die Bogenbrücke beim Zusmarshauser Ortsteil Gabelbachergreut sollen abgerissen werden. Die Kosten sorgen für Diskussionen.

Es ist längst beschlossene Sache: Die alte Fünffeldbrücke am Schmiedberg in Gabelbachergreut wird abgerissen. Der Neubau der Ersatzbrücke ist auch schon so gut wie beendet. Die Diskussionen über die Brücken im Zusmarshauser Ortsteil aber noch nicht. Als es jetzt um die konkreten Pläne zum Abriss der Fünffeldbrücke und der Bogenbrücke ging, flammte die Debatte wieder auf. Stein des Anstoßes waren die Kosten.

Einigkeit herrschte im Marktgemeinderat grundsätzlich darüber, dass die Fünffeldbrücke abgerissen werden soll. Die Frage war, wann das geschehen sollte. Das Bauwerk aus dem Jahr 1854 hat seine besten Jahre inzwischen hinter sich. 1957 sei der Überbau zwar noch einmal erneuert worden, wie der Ingenieur Markus Seitz von Hartinger Consult in der Sitzung am Donnerstagabend erklärte, doch nun sei die Substanz marode. Es geht um gut 840 Kubikmeter Mauerwerk, 230 Kubikmeter Stahlbeton und 330 Quadratmeter Fahrbahnbelag sowie 45 Tonnen Stahlträger, die entfernt werden sollen.

Abriss der Brücken in Gabelbachergreut muss zügig voran gehen

Die Arbeiten gestalten sich aufwendig. So lange die Brücke abgerissen wird, können zwischen Freihalden und Dinkelscherben keine Züge verkehren. Deshalb haben die Planer bei der Bahn bereits um eine Sperrung der Bahnstrecke gebeten. Vom 20. bis 23. August 2021 ist das möglich. Dann muss es dann ganz schnell gehen. Deshalb habe Hartinger Consult entschieden, mit einem großen 600-Tonnen-Kran anzurücken. Der kann größere Teile bewegen, wodurch der Ablauf der Arbeiten beschleunigt werden soll, wie Markus Seitz erklärte. Danach wird die Strecke nur noch einseitig gesperrt, um die restlichen Abbrucharbeiten vorzunehmen.

Wer von Ulm nach Augsburg mit dem Zug fahren will, kommt an dieser Bogenbrücke bei Gabelbachergreut nicht vorbei.
Bild: Marcus Merk

Solange die alte Brücke über den Bahngleisen steht, muss die Marktgemeinde für engmaschige Kontrollen sorgen und notdürftige Reparaturen vornehmen. Das kostet nicht nur Geld, es ist auch organisatorisch aufwendig, wie Bürgermeister Bernhard Uhl erklärte. Er ging davon aus, dass die Marktgemeinde hafte, wenn ein marodes Teil der Brücke beispielsweise auf einen durchfahrenden Zug fällt und Schaden anrichtet.

Experte zu Sicherheit der Brücke: "Gefahr in Verzug"

Ein Vertreter der Firma SWECO, Sören Quappen, war bei einer solchen Brückenprüfung schon dabei. Er erklärte den Gemeinderatsmitgliedern, dass er dringend empfiehlt, die Brücke abzureißen. Es sei ein Provisorium, das die abplatzenden Teile der Brücke noch zusammenhält. Der Stahlüberbau sei ermüdet, die Standpfeiler völlig dahin. Das Mauerwerk bröckelt auf die Gleise. "Es ist hier wirklich Gefahr in Verzug", sagte er. "Und Sie wissen nicht, wann der Stahlüberbau runterkommt." Mit Blick auf die Wartungskosten fragte der Experte: "Wie lange soll man noch Geld in ein Bauwerk stecken, dass nicht mehr gebraucht wird?"

Als der Neubau der Ersatzbrücke und damit der Abriss des alten Gemäuers beschlossen worden waren, war der Marktgemeinderat von Abrisskosten von etwa 400.000 Euro ausgegangen. Der Wert stammt aus dem Jahr 2009 und war lediglich ein Schätzung, wie am Donnerstagabend bekannt wurde. Als nun die aktuelle Kostenermittlung vorlag, stand einigen Gemeinderäten der Ärger ins Gesicht geschrieben. 1,05 Millionen Euro soll der Abriss kosten. 35 Prozent übernimmt die Bahn, gut 700.000 Euro Zusmarshausen.

Angespannte Haushaltslage in Zusmarshausen verschärft die Diskussion

Jürgen Winkler ( CSU) rechnete dem Gremium vor, wie oft die Gemeinde von diesem Geld noch die Wartungsarbeiten bezahlen kann und Susanne Hippeli (BLZus) fragte angesichts der angespannten Haushaltslage: "Warum machen wir das jetzt?" Sie bat darum, die Entscheidung nach der Klausurtagung mit dem Thema Investitionen zu fällen. Fraktionskollege Harry Juraschek wollte den Punkt von der Tagesordnung nehmen lassen.

Christian Weldishofer (CSU) ärgerte sich über die grobe Kostenschätzung ohne jegliche Grundlage aus dem Jahr 2009. Der für den Abriss zuständige Planer Markus Seitz erklärte ebenfalls: "Das Bauwerk noch instand zu setzen, macht wirtschaftlich und technisch keinen Sinn. Es wird nicht besser." Mit sechs Gegenstimmen wurde der Abbruch nach dem Konzept der Firma Hartinger Consult am Ende beschlossen. Im Sommer soll der Abriss erfolgen. Mit sieben Gegenstimmen entschied der Marktgemeinderat, dass zum selben Zeitpunkt auch die Bogenbrücke einige Hundert Meter entfernt abgerissen werden soll.

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