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Landkreis Augsburg

21.07.2010

Immer mehr Familien brauchen Hilfe

Leistungsdruck und Stress in der Schule können das Familienleben belasten. Die Erziehungsberatungsstellen im Landkreis können hier helfen. Foto: dpa
Bild: dpa

Immer mehr Eltern und Kinder wenden sich bei Problemen in der Familie oder in den Schulen an die Beratungsstellen im Landkreis Augsburg.

In den vergangenen Jahren gingen bei den drei Erziehungsberatungsstellen im Kreis immer mehr Anfragen ein, 856 waren es 2009. "Wir verzeichnen Steigerungen von vier Prozent pro Jahr", erklärte Markus Bernhard, Leiter der Beratungsstelle des diakonischen Werks. Die Anfragen werden von Experten verschiedener Fachrichtungen analysiert und Lösungswege erarbeitet.

Zugenommen hätten vor allem emotionale Probleme, berichtete Bernhard. "Kinder und Jugendliche müssen heute in der Schule und der Gesellschaft mit höheren Anforderungen fertig werden. Dieser Druck kann Ängste und Depressionen auslösen." Auch wegen Problemen in der Partnerschaft der Eltern wenden sich viele Kinder an die Berater.

Derzeit suchten vorwiegend Menschen aus sozial schwachen Milieus die Hilfe der Beratungsstellen, sagte Bernhard. "Allerdings dürfte in gut situierten Familien und an Gymnasien Bedarf bestehen, dort kommt noch Arbeit auf uns zu."

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Die Ausschussmitglieder lobten die Arbeit der Berater und segneten die Finanzierung für ein weiteres Projekt ab: Die Initiative "Frühprävention für Risikofamilien", die bisher von der "Aktion Mensch" gefördert wurde, wird nun von Stadt und Landkreis Augsburg finanziert.

Das 2006 gegründete Projekt hilft Schwangeren und Familien mit Säuglingen, mit der neuen Situation fertig zu werden. Seit der Gründung wurden 222 Familien betreut, 49 davon kommen aus dem Landkreis. Jeweils 18 380 Euro werden in den nächsten drei Jahren im Haushalt eingestellt.

"KoKi" soll sich als Anlaufstelle für junge Eltern etablieren

In dieser Zeit soll sich parallel das Projekt "Koordinierter Kinderschutz" (KoKi) etablieren, damit die Angebote der Initiativen letztlich zusammengelegt werden können. KoKi wurde im September 2009 eingeführt und bietet Unterstützung für Familien von der Schwangerschaft bis zur Einschulung der Kinder. Dazu werden verschiedene Angebote vernetzt, sodass die Hilfesuchenden bestmöglich unterstützt werden. 52 Kinder wurden bisher betreut.

Künftig wollen die Jugendhelfer sich noch stärker an den Schulen engagieren. Dazu wird mit Beginn des neuen Schuljahres ein Modellprojekt im Verbund Bobingen-Großaitingen gestartet. Ziel ist eine bessere Vernetzung zwischen schulischer und außerschulischer Jugendbildung und eine begleitete Entwicklung der Schule. (adi)

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