Newsticker

RKI meldet 18.633 Neuinfektionen und 410 weitere Todesfälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. In 50 Meter Tiefe schlummert ein guter Tropfen

Stauden

20.02.2018

In 50 Meter Tiefe schlummert ein guter Tropfen

Die Erkundungsbohrung vom Sommer vergangenen Jahres war erfolgreich. In etwa 50 Meter Tiefe wurde Wasser gefunden, das von der Menge und Qualität für die Nutzung als Trinkwasser geeignet wäre.

Im Sommer wurde untersucht, ob Thannhausen für die Versorgung mit Trinkwasser einen neuen Tiefbrunnen errichten kann. Jetzt liegt das Ergebnis vor

Künftig könnte in Thannhausen Mineralwasser aus dem Hahn kommen. In einer Tiefe von rund 50 Metern schlummert offensichtlich unweit des derzeitigen Trinkwasserbrunnens ein nicht unerheblicher Wasservorrat, den die Stadt gerne erschließen möchte. In einer Testbohrung vom August vergangenen Jahres wurde das unterirdische Reservoir entdeckt und ausgewertet, ob sich Menge und Qualität des Wassers für die Trinkwasserversorgung eignen würden.

Nötig war die Suche nach einer alternativen Versorgungsmöglichkeit geworden, weil die wasserrechtliche Genehmigung für die bisherigen und inzwischen in die Jahre gekommenen Förderanlagen ausläuft. Zweimal musste bereits eine Verlängerung der Genehmigung für beide Flachbrunnen im Mindeltal beantragt werden. Langfristig jedoch sieht die Stadt und ihr Bürgermeister in dieser Fördermethode keinen Sinn mehr.

Was unter anderem daran liegt, dass das Schutzgebiet neuen Wasserschutzrichtlinien zufolge über die Grenzen der Thannhauser Flur vergrößert werden müsste, um die Sicherheit und Qualität des Wassers weiterhin zu gewährleisten. Die Wasser führenden Schichten liegen im Mindeltal in der Regel nicht sehr tief. An manchen Stellen stößt man bereits nach einem Meter auf Grundwasser. In manch trockenem Sommer bilden sich im Mindeltal Risse, die bis zu einem Meter tief in den Boden reichen können. Entsprechend leicht geraten Schadstoffe wie etwa Nitrat oder Rückstände von Pflanzenschutzmitteln ins Grundwasser.

Um die Sicherheit und Reinheit des Trinkwassers weiterhin zu gewährleisten, müssten die Schutzbereiche um die bestehenden Thannhauser Brunnen auf das Gebiet anderer Kommunen erweitert werden, was Bürgermeister Georg Schwarz jedoch nicht für zielführend erachtet. Nachdem alternative Standorte für Flachbrunnen auch an anderen Orten nicht gefunden wurden, will die Stadt in die Tiefe gehen. Aber auch dafür braucht die Stadt eine Genehmigung, die von der entsprechenden Stelle im Landratsamt nicht leichtfertig vergeben wird.

Die Stadt muss belegen, dass alle anderen Möglichkeiten, an oberflächennahes Wasser zu gelangen, geprüft wurden, jedoch kein zufriedenstellendes Ergebnis bringen würden. Grundsätzlich gilt, je tiefer die Wasservorräte liegen, desto besser werden sie geschützt. Das liegt vor allem daran, weil es wesentlich länger dauert, bis sich die Wasservorräte in der Tiefe erneuern.

Mehr als 60 Jahre dürfte das Wasser, das die Thannhauser möglicherweise demnächst aus ihrem Hahn zapfen, durch den Boden gesickert sein. Man kann das feststellen, indem das Wasser auf Tritium, ein radioaktives Wasserstoffisotop, überprüft wird. Während der Hochzeit der atmosphärischen Atombombentests in den 1950er- und 1960er-Jahren hat sich eine große Menge Tritium in der Atmosphäre angereichert und wurde mit dem Regen auch ins Grundwasser eingetragen. Wo erhöhte Konzentrationen des Isotops gemessen werden, ist das Wasser jünger als 60 Jahre. Allerdings zerfällt das Isotop vergleichsweise schnell. Seine Halbwertszeit beträgt nur rund 12 Jahre. Nachdem in Thannhausen kein Tritium gemessen wurde, kann man davon ausgehen, dass das Wasser älter als 60 Jahre ist.

Brunnen liegen in der Nähe des bisherigen Fassungsbereichs

Um sich der guten Qualität des Wassers zu versichern, wird nun noch einmal ein Pumpversuch an dem Bohrloch vorgenommen, sagt Schwarz. Insgesamt wird die Stadt das Projekt etwa 60000 Euro kosten. Hinzu kommen dann aber noch die Brunnen. „Einer wird nicht reichen“, prophezeit Schwarz.

Günstig ist jedoch, dass die Brunnen wohl auf dem Gelände des bisherigen Fassungsbereichs mit einem Abstand von etwa 50 Meter zueinander eingerichtet werden können. Damit müssten nur wenige zusätzliche Leitungen geschaffen werden. „Wir wollen einen Weg finden, die Wasserversorgung dauerhaft sicherzustellen“, sagt Schwarz. Wie es im Augenblick scheint, ist die Stadt auf diesem Weg ihrem Ziel ein gutes Stück näher gekommen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren