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Kutzenhausen-Buch

21.08.2019

In Buch lebt die Landwirtschaft von damals  wieder auf

Vor einigen Wochen wurden von den Oldtimerfreunden Kutzenhausen auf einem Acker zahlreiche Garben gefertigt (Bild). Beim Oldtimertreffen in Buch werden die Bündel im Rahmen einer historischen Dreschaktion verarbeitet.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

 Die Oldtimerfreunde Kutzenhausen lassen wieder nostalgische Gefühle aufkommen. Höhepunkt beim Treffen ist eine historische Dreschaktion.

Bei der vergangenen Fahrzeugschau der Oldtimerfreunde Kutzenhausen gab es mehr als 100 alte Sammlerstücke zu bestaunen – von chromblitzenden Autos über historische Motorräder und Mopeds bis hin zu auf Hochglanz polierte Traktoren.

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Beim ganztägigen Oldtimertreffen am Sonntag, 15. September, auf dem Festplatz im Kutzenhausener Ortsteil Buch soll diese Palette erweitert werden. „Wir wollen diesmal verstärkt historische Anhänger, Anbaugeräte und Beiwagen präsentieren“, sagt der Vorsitzender der Oldtimerfreunde, Gregor Winkler.

Gülletanker, Rundballengabel, Grünlandegge oder Keilschieber

Nach wie vor sind Oldtimer jeder Art willkommen. Ziel sei jedoch, heuer Maschinen und Geräte vorzustellen, die wenig oder kaum auf Oldtimertreffen zu sehen sind, macht Winkler aufmerksam. Was er damit konkret meint, verdeutlicht er an Beispielen: „Anbaugeräte für Schlepper und Traktoren wie Gülletanker, Rundballengabel, Grünlandegge oder Keilschieber, aber auch alte Wohnwagen-Gespanne.“

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Schön wäre zudem, wenn Nutzfahrzeuge wie Mähdrescher, Seilbagger oder ähnliches den Weg auf den Festplatz finden würden, ergänzt der Vereinschef. Vorstellen könne er sich zudem Motorräder mit historischen Beiwagen und Oldtimer-Fahrräder mit Anhänger. „Unser Augenmerk richtet sich auf eine große Bandbreite historischer sowie technisch wertvoller und interessanter Fahrzeuge und Gerätschaften“, sagt Winkler.

Über 50 Garben eingeholt

Höhepunkt des Oldtimertreffens ist eine historische Dreschaktion. Dazu wurden im Vorfeld auf einem Acker über 50 Garben, also Bündel aus Getreidehalme einschließlich Ähren, eingeholt und gefertigt. Sie warten nun darauf, bei der Veranstaltung verarbeitet zu werden.

„Zum Garbeneinholen wurden nur zwei Arbeiter benötigt“, erklärt Winkler. „Der Fahrer und eine Person, die auf dem Bindemäher saß.“ Bei der vorangegangenen Methode seien noch zwei Leute mit der Sense unterwegs gewesen und einige Helfer zum Garbenbinden.

Der bei der Aktion im Einsatz gewesene Bindemäher war ein Dreituch-Binder ohne Zapfwellenantrieb. „Er holt seine Kraft über einen Mechanismus von der Fahrenergie des Laufrads“, erklärt Winkler. „Der Schlepper ist ein Eicher. Geladen wurde auf einen an einem Fendt angehängten Leiterwagen.“

Eine gewaltige Arbeitserleichterung

Die Arbeitszeit auf dem Acker betrug nur rund zwei Stunden. „Eine gewaltige Arbeitserleichterung gegenüber der Tätigkeit mit der Sense“, resümiert Winkler. Heutzutage mache diese Flächenarbeit und das Dreschen ein Mähdrescher mit einem Arbeiter in zwei Minuten.

Warum die Oldtimerfreunde diesen Aufwand betreiben, hat einen einfachen Grund. „Antrieb ist für uns der Erhalt von alten Gerätschaften, Maschinen und Fahrzeugen“, erklärt Gregor Winkler. Dazu gehöre nicht nur das rein physische Bewahren dieser Dinge, sondern auch das Wissen über deren Bedienung. „Und von diesem Wissen wollen wir möglichst viel sammeln und weitergeben.“

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