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Diedorf 

07.10.2019

In Diedorf lebt die Integration

Am Ende des Uganda-Festes tischten afrikanische Köchinnen Leckereien aus ihrem Heimatland auf (links). Temperamentvolle Tanz- und Trommeleinlagen aus Uganda brachten die Besucher zum Jubeln und Mitklatschen. 
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Am Ende des Uganda-Festes tischten afrikanische Köchinnen Leckereien aus ihrem Heimatland auf (links). Temperamentvolle Tanz- und Trommeleinlagen aus Uganda brachten die Besucher zum Jubeln und Mitklatschen. 
Bild: Thomas Hack

Das Begegnungszentrum DIEZ ist beim fröhlichen Uganda-Fest gesteckt voll. Unter anderem gibt es afrikanische Leckereien. 

Temperamentvolle Stammestänze, hypnotisierende Trommelrhythmen, feurige Fingerfood-Spezialitäten – „Diedorf meets Uganda“ hieß das völkerübergreifende Zusammentreffen zweier Kulturen, das in den Räumlichkeiten des Diedorfer Begegnungszentrums DIEZ stattgefunden hat. Und schnell stellte sich heraus, dass diese fast zu klein gewählt waren, denn der Andrang war wie in vielen anderen Veranstaltungen der diesjährigen Diedorfer Kulturtage sehr viel höher als erwartet.

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Als schließlich auch die letzten freien Raumflächen mit zusätzlichen Stühlen ausgefüllt worden waren, trat zum Auftakt Martin Kaliballa auf die Bühne, um die Gäste mittels eines Diavortrags die vielen Facetten seines Heimatlandes Uganda vor Augen zu führen. Doch dann versagte prompt die Technik und Kaliballa musste für den restlichen Abend sein Improvisationstalent spielen lassen, was der durchwegs guten Laune der Gäste keinen Abbruch tat.

Afrikanische Märchenerzählungen in Diedorf

Statt Fotos gab es jetzt eben erst einmal afrikanische Märchenerzählungen, liebevoll vorgetragen von Rebecca Nakabuye. In ihrer „bissigen“ Geschichte drehte sich alles um die Frage, wie die Haustiere eigentlich zu den Menschen gekommen sind. Und mit mitreißenden Geschichten vom heißen Kontinent ging es auch in einem ganz anderen Genre weiter, als eine kleine Delegation von Tänzerinnen mit farbenfrohen Gewandungen, Federgürteln und betörenden Hüftschwüngen die Zuschauer zum Jubeln brachte.

In Diedorf lebt die Integration

Indes kämpfte Kaliballa, der nunmehr seit fünf Jahren in Diedorf wohnt, noch immer mit Beamer und Laptop, doch als beide nicht so richtig mitmachen wollten, entschloss sich der integrierte Flüchtling, zu etwas anderem, vielleicht noch sehr viel schönerem: Er ließ allein mit seiner Sprache vor dem geistigen Auge die unbekannte Welt Uganda auferstehen und erzählte frei heraus von Traditionen, Gesellschaftsriten und Königsbräuchen seines Heimatlandes. Und da gab es sicherlich selbst für Uganda-Kenner so einige Überraschungen zu hören - denn wer weiß schon, wie man anhand des Halsschmucks die Religionszugehörigkeit einer Frau erkennt oder dass man den König begrüßt, indem man vor ihm Liegestützen macht.

Bongo- und Conga-Gruppe im DIEZ

Mit einem hypnotisierenden Trommelfeuerwerk einer Bongo- und Conga-Gruppe neigte sich das offizielle Programm schließlich dem Ende zu, bevor eine Vielzahl an Verführungen für die kulinarischen Sinne aufgetischt wurden: Von brodelnden Fleischeintöpfen und gegrillten Fischen bis hin zu gefüllten Samosas und Bananengerichten namens „Matooke“ reichten die Gaumenfreuden, die hier von Nalunkuma Prosie und ihren afrikanischen Mitstreiterinnen aufgetischt wurden.

Alles in allem ein ausgelassenes und spannendes Zusammentreffen der Kulturen, das gerade durch das Improvisationstalent aller Beteiligten seinen ganz eigenen Charme entwickelte. Auch Bürgermeister Peter Högg zeigte sich am Ende begeistert über die Aktionen der ugandischen Mitbürger der Stadt: „Das ist das beste Beispiel für eine gelungene Integration in Diedorf.“

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