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Ellgau

28.01.2020

In Ellgau gibt es Getränke aus dem Schuh-Container

Maria und Markus Kempus stemmen den Lechblitz gemeinsam. Aktuell integrieren sie Angebote und Leistungen im Getränkemarkt, wie etwa den DPD-Paketshop oder den Kaffeeverkauf. Ab Sommer könnte es Grill-Events unter dem Label Lechblitz geben.
Foto: Steffi Brand

Plus Maria und Markus Kempus führen mit dem Lechblitz einen Getränkemarkt nach alter Tradition. Hier stehen Service und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt.

Maria und Markus Kempus aus dem Meitinger Ortsteil Langenreichen sind privat und unternehmerisch ein Paar. Nach ihrer Ausbildung zur Kinderpflegerin hat Maria Kempus den Lastwagenführerschein gemacht und ist mit Markus Kempus auf Tour gegangen. Knapp drei Jahre tourten sie gemeinsam im Lkw durch Europa und lebten dabei auf gerade mal fünf Quadratmetern. „Das war ein guter Test“, erklärt das Paar und lacht, denn anschließend wurde geheiratet. Heute sind sie Eltern von zwei Töchtern im Alter von vier und neun Jahren. Auch unternehmerisch geht das Paar gemeinsame Wege.

Hinter der Marke White Liner verbirgt sich zweierlei: eine Spedition sowie eine Firma für Werbetechnik. Der neueste unternehmerische Streich des Duos ist der Getränkemarkt Lechblitz, der seit Sommer 2019 im Gewerbegebiet in Ellgau geöffnet hat. Am äußersten Ende des Gewerbegebiets, im Heuwegring 5, steht auf den ersten Blick eine recht unscheinbare Aneinanderreihung von Containern, hinter denen sich der Getränkemarkt verbirgt. Die Idee für diese Bauweise habe sich der Unternehmer in Frankreich im Hafen von Marseille abgeguckt, verrät er.

Fünf Container bilden im Lechblitz die Laden- und Lagerfläche

Der Schein trügt nicht, denn der Getränkemarkt befindet sich wirklich nicht in einem gemauerten Firmengebäude, sondern in fünf großen Containern, die zusammen die Laden- und Lagerfläche bilden. Die Container, sogenannte 45-Fuß-Kühlcontainer, stammen aus seiner Spedition.

In diesen rundherum komplett isolierten Containern wurde einst Schuhleim für die Fertigung von Markenschuhen nach Tunesien verfrachtet. Heute bilden die fünf aneinandergereihten Container reichlich Platz für den Verkaufsraum sowie einen Sitzbereich, in dem die Gäste das eine oder andere Getränk kosten dürfen oder sich abends zum gemütlichen Stammtisch treffen. Neu sind seit Kurzem die Kaffee-Ecke, in der Kaffee vom Meitinger Coffeeshop verkauft wird, sowie der DPD-Paketshop.

Regale und die Sitzecke stammen aus einem Modegeschäft

Die einstigen Schuh- und Textil-Container sind nicht das einzige Second-Hand-Teil beim Lechblitz, denn das Thema Nachhaltigkeit zieht sich noch weiter durch den Lechblitz. Das Mobiliar, Regale und die Sitzecke stammen aus einem Modeunternehmen. Hätte Kempus die Möbel nicht mitgenommen und eingelagert, wären sie weggeworfen worden. Heute sorgen sie für Ausstellungsfläche und für eine Sitzgruppe an der auch Schnaps und Säfte aus der Region probiert werden dürfen.

Karl Huber stellt seine Produkte im Lechblitz exklusiv zum Verkauf. Woanders als beim Hersteller gibt es diese regionalen Tropfen nicht. Ins Sortiment durfte der Hersteller aus Bissingen (Landkreis Dillingen an der Donau) auch deswegen, weil er seine Getränke in Glasflaschen abfüllt. Plastikflaschen anzubieten, widerstrebt dem Paar aus zweierlei Gründen: Zum einen, um die Umwelt nachhaltig zu schonen und zum anderen, um die eigene Gesundheit zu erhalten. Auch ein spezieller Energydrink, der im Laufe des Jahres auf den Markt kommen wird, soll dann exklusiv nur im Lechblitz erhältlich sein.

Das sorgsam ausgedachte Sortiment aus über 70 Getränkesorten sowie Serviceleistungen wie den DPD-Paketshop, der in Zukunft noch mit einem Hermes-Paketshop ergänzt werden könnte, basieren auf der Strategie des Unternehmerpaars: Das Ehepaar Kempus sucht nach Wegen, um Kundschaft anzulocken – und die müsse erst mal kommen, um zu sehen, dass der Lechblitz ein Getränkemarkt nach alter Tradition ist.

„Wir holen das Leergut aus dem Wagen unserer Kunden“

Anders als in großen Getränkemarktketten möchten die Betreiber hier mit Service punkten. „Wir holen das Leergut aus dem Wagen unserer Kunden“, betont der 39-jährige Unternehmer. Auch die vollen Kisten trägt der Unternehmer seiner Kundschaft bis in den Kofferraum. Darüber hinaus offeriert das Ehepaar einen Lieferservice zwischen Donauwörth, Augsburg, Dillingen und Pöttmes. Aktuell nutzt etwa die Hälfte der Kunden den Service, die andere Hälfte fährt nach Ellgau, um die Getränke selbst auszuwählen.

Das Lechblitz-Angebot ist so gestrickt, dass auch ältere Personen die Möglichkeit haben sollen, aus einer Getränkeauswahl wählen zu können – und nicht an eine Marke gebunden zu sein, nur weil sich ihre Getränke liefern lassen. Das Sortiment kann nämlich ganz individuell gestaltet werden. Zudem regt der Unternehmer auch hier Gedanken zur Nachhaltigkeit an: „Bestellen mehrere Familien aus der Nachbarschaft gemeinsam, ist das wirtschaftlicher, als wenn jeder einzeln fährt.“

  • Geöffnet hat der Lechblitz von 14.30 bis 19 Uhr.
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