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Ellgau

20.08.2019

In Ellgau wird das Korn wieder mit der Hand gedroschen

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2 Bilder
Xaver Wenninger, Rudolf Wenninger, Ulrich Schädle und Martin Koch (von links) schlugen mti den Dreschflegeln gleichmäßig auf die Ähren, um das Korn auszudreschen.
Bild: Peter Weber

Zum Bulldogfest nach Ellgau kommen 175 alte Fahrzeuge und ein Modell ist zum ersten Mal dabei. Die Besucher erleben hautnah die Geschichte der Landwirtschaft.

Eine ganze Menge alter landwirtschaftlicher Fahrzeuge standen wieder im Mittelpunkt des Ellgauer Bulldoggfestes: Mit 175 alten Traktoren, die sich an der Anmeldung registrieren ließen, war man nur knapp an den Rekord von 177 vom Vorjahr herangekommen. Die vielen Besucher erlebten bei den Vorführungen der Bulldogfreunde gleichzeitig einen Streifzug durch die Geschichte der Landwirtschaft.

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Viele fleißige Hände waren wieder am Werk und ließen das Ellgauer Bulldogfest zum vollen Erfolg werden. Die Hauptakteure Erwin Landherr und Martin Koch investieren alljährlich einige Urlaubstage, um das Fest vorzubereiten, alte Gerätschaften aufzustellen und für die Vorführungen betriebsbereit zu machen. Eine ganze Schar Helfer unterstützt die zwei Männer dabei. Sie begleiten auch den Tag und stemmen die Bewirtung er Gäste.

Auch sechs Oldtimerautos waren vorgefahren

Auf der Streuobstwiese der Familie Schädle, die als Festgelände das optimale Ambiente bietet, konnten die Oldtimer dann bei Sonnenschein und einzelnen Regentropfen bewundert werden. Außer den Bulldogs waren auch sechs Oldtimerautos vorgefahren sowie acht Mopeds und Motorräder.

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Außer den gängigen Fabrikaten wie Hanomag, Eicher, Deutz, Porsche, Kramer, Schlüter und Cormick war natürlich auch die bayerische Hausmarke Fendt unter den Bulldogs stark vertreten. Viel seltener trifft man auf Gefährte der Marke Primus, Röhr, Hatz, Bungartz + Peschke, Holder und Bautz. Zum ersten Mal tauchte beim Ellgauer Bulldogtreffen ein Modell des Herstellers Hürlimann aus der Schweiz auf. Die vier ältesten Traktoren stammten aus den 1940er Jahren. Auf großes Interesse stoßen immer wieder die Lanz-Bulldogs mit einem Glühkopf, der einige Minuten vor dem Start ordentlich vorgeheizt werden muss, um dann durch Drehen des Schwungrades den Traktor zum Laufen zu bringen. Eine echte Rarität stellte auch das Postauto von Alfred Hopfner aus Mertingen dar, ein Opel Blitz, Baujahr 1955 mit 56 PS.

Mit Dreschflegeln auf die Ähren schlagen

Wie in der Landwirtschaft früher gearbeitet wurde, zeigten die Vorführungen der Bulldogfreunde. Begleitet vom taktgebenden Akkordeonspiel von Siegfried Wonka gingen Xaver Wenninger, Rudolf Wenninger, Ulrich Schädle und Martin Koch mit ihren Dreschflegeln gleichmäßig um die am Boden liegenden Ähren herum und schlugen abwechselnd darauf ein, um das Korn auszudreschen. Am Ende konnte man das Ergebnis buchstäblich greifen.

Als nächstes wurde die Funktionsweise einer Stiftendreschmaschine gezeigt. Dieses Gerät wurde von einer Transmission angetrieben, die der 62 Jahre alte, 24 PS starke Schlüter AS 240 von Richard Zecha in Bewegung setzte. Noch mehr Fortschritt kam dann nach dem Zweiten Weltkrieg mit den Dreschmaschinen auf, die von einem Traktor mittels eines Riemens angetrieben wurden und bereits größere Mengen an Ähren bewältigten. Bei der Demonstration kam der Kramer KL 22, Baujahr 1956 von Rudolf Wenninger zum Einsatz.

Der heilige Ulrich verziert nun die Fahrzeuge

Nach den Vorführungen starteten die Traktoren zur gemeinsamen Ausfahrt, die ein Stück durchs Dorf und dann die Hauptstraße entlang an der Kirche vorbeiführte. Hier stand Kaplan Sanoj auf einem schmuck hergerichteten Wagen, um die vorbeifahrenden Bulldogs und Gefährte zu segnen. Ein Aufkleber mit dem Heiligen Ulrich, dem Schutzpatron der Ellgauer Kirche, verziert nun die Fahrzeuge. Kaplan Sanoj war vor der Segnung von Martin Koch mit dem Bulldog am Kloster Holzen abgeholt worden, was ihm sichtlich Spaß machte.

Weiter ging es Richtung Herrlehof und dann in die Lechauen, wo ein Stoppelfeld gepflügt werden durfte. Zahlreiche Bulldogfahrer nutzten diese Gelegenheit, die sich nicht so oft bietet.

Ein schwungvoller Festausklang

Am Abend hatten die Helfer des Obst- und Gartenbauvereins, zu dem die Bulldogfreunde gehören, alle Hände voll zu tun, um die zahlreichen Gäste zu bewirten. Zwei knusprig gebratene Spanschweine und andere Köstlichkeiten gingen innerhalb einer Stunde wohl portioniert über die Theke. Für einen schwungvollen Festausklang sorgte die Bulldogblosn des Musikvereins Ellgau, die im Feststadel zünftig aufspielte.

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