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Gablingen

20.05.2019

In Gablingen sind die Römer sind zurück

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4 Bilder
20 Jahre Archäologisches Museum in Gablingen: Zur Feier kamen (von links) die römischen Legionäre David Falaschi, André Verkamp und André Weber. 
Bild: Marcus Merk

Seit 20 Jahren gibt es das Archäologische Heimatmuseum in Gablingen. Das wird mit viel lebendiger Geschichte im Rahmen des Internationalen Museumstags gefeiert.

Gleich zwei Anlässe hatte das Archäologische Heimatmuseum in Gablingen, um sich Sonntagsgäste einzuladen: den internationalen Museumstag und das 20-jährige Bestehen der kleinen Sammlung, die trotz überschaubarer Größe mit seltenen Stücken glänzt. Von der Mittelsteinzeit bis ins frühe Mittelalter reichen die Funde, die in den Räumen in der Gablinger Schule zu sehen sind. Sorgsam zusammengetragen, geborgen, teilweise gerade noch gerettet wurden die Exponate.

Klappen konnte das nur mit vielen geschichtsbegeisterten Helfern, unterstrich Schirmherr und Bürgermeister Karl Hörmann das unermüdliche Engagement von Museumsleiterin Gudrun Nitsch, des Fördervereins des Museums und des Arbeitskreises für Vor- und Frühgeschichte im Heimatverein des Landkreises.

Rundgang durch das Augsburger Land vor 5000 Jahren.

Stilecht flankiert von römischen Soldaten lud Gudrun Nitsch zum Rundgang durch das Augsburger Land vor 5000 Jahren. In den Vitrinen des Heimatmuseums liegen Sensationsfunde wie Gold- und Bernsteinschmuck aus einem Grab der Glockenbecherzeit, der im Biberbacher Ortsteil Markt entdeckt wurde. Aber auch Alltagsgegenstände, Bilder und Modelle, die vom Leben der Menschen durch die Jahrtausende erzählen, sind zu sehen.

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Wer Geschichte lieber lebendig erlebt, der war auch richtig in Gablingen. Die Mitglieder der Römergruppe Pedites Singulares hatten jede Menge Fachwissen für die neugierigen Besucher parat. Dass die Römer auch griechisches Schlachtengetümmel auf ihren Schilden abbildeten, weil sie für die Griechen schwärmten, zum Beispiel. Dass sie technikbegeistert waren und hervorragend funktionierende Wasserversorgungen bauen konnten. Und dass für unterschiedliche Kampftechniken immer das passende Gerät zur Verfügung stand.

Acht Kilo wog ein Kettenhemd, das trotz des Gewichts immer noch angenehmer zu tragen war als ein Metallhelm in praller Sonne, weiß Freizeitrömer André Weber aus eigener Erfahrung. Ebenso schwer ist das große Schwert, das der kleine Max für ein Erinnerungsfoto halten durfte und gerne wieder an David Falaschi zurückgab.

Immerhin 400 Jahre waren die römischen Truppen in der Region präsent. Sie hinterließen deutliche Spuren. „Auf dem Dorf“ seien diese wunderbar präsentiert zu sehen, lobte der ehemalige Bezirksheimatpfleger Professor Hans Frei den Einsatz der Gemeinde und der vielen Ehrenamtlichen. In der großen Stadt liefe es dagegen nicht so gut, konnte er sich einen Seitenhieb auf die Sanierungsprobleme rund um das Römische Museum in Augsburg nicht verkneifen.

Mit Bienenwachs werden Originale abgeformt

Dass die Menschen vor vielen Jahrhunderten durchaus nicht nur das pure Überleben, sondern auch die Schönheit im Blick hatten, beweisen die vielen Schmuckstücke in den Vitrinen. Fein gearbeitete Goldapplikationen für Gewänder und Fibeln, die Nadeln, mit denen Toga und Überwurf zusammengehalten wurden, sind zu bewundern. Von besonders schönen Stücken hatte Goldschmiedemeister Andreas Ziegelmayr für das Jubiläumsfest originalgetreue Repliken angefertigt. Selbst schon seit Kindertagen von der Archäologie fasziniert, erklärte er den Besuchern, wie die Schmuckstücke entstehen. Mit Bienenwachs werden die Originale sorgfältig abgeformt, damit auch jedes noch so kleine Detail wiedergegeben wird und die Fundstücke keinen Schaden nehmen. In feinem Silber gegossen kann der Geschichtsfan dann seine ganz persönliche alemannische Gewandfibel tragen. Oder einen Anhänger besitzen, der eine kleine keltische Münze, genannt Regenbogenschüsselchen, darstellt.

Sozusagen Geschichte aus der Vitrine nehmen und mit sich herumtragen. Eine Idee, die ebenso viel Anklang fand wie das ganze Fest zwischen Geschichtsschätzen, Römerlager und Würstel vom Grill.

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