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Gessertshausen

11.01.2020

In Gessertshausen gibt's Cola mit Hanfgeschmack

In Gessertshausen hat die Cola künftig einen ganz neuen Geschmack: Die Brauerei Schimpfle verkauft das Süße mit Hanfgeschmack.
Foto: Michael Reichel, dpa (Symbol)

Cannabis sorgt wegen seiner mitunter berauschenden Wirkung oft für Aufregung. Jetzt mischt es ein heimischer Brauer ins Cola.

„Hopfen und Malz, Gott erhalt’s“ heißt der alte Wahlspruch der Brauer. Weil die werte Kundschaft aber längst nicht mehr nur auf Bier nach dem Reinheitsgebot abfährt, dürfen es gerne auch andere Inhaltsstoffe und Getränke sein, die für Erhalt und Auskommen der Brauereien sorgen. So mischt die Brauerei Schimpfle aus Gessertshausen jetzt Hanf ins Cola.

Hanf kann sich vielfältig verarbeiten lassen

Hanf – in der Fachsprache Cannabis genannt – ist eine vielfältig verwendbare Nutzpflanze, hat aber hierzulande ein gewisses Imageproblem, weil sich manche Sorten zu Rauschgift verarbeiten lassen. Das inspiriert regelmäßig Hobby-Botaniker und beschäftigt im Anschluss Polizei und Justiz. Mitunter stoßen die Strafverfolger auch auf harmlosen Hanf ohne den berauschenden Wirkstoff THC. Der sprießt zum Beispiel auf zwei Feldern bei Horgau und wird in Biburg zu Öl verarbeitet.

Die Pflanzen lockten schon viele Neugierige an und auch die Polizei sah nach dem Rechten. Gut möglich, dass es künftig noch mehr Hanffelder im Augsburger Land gibt. Der verstärkten Anbau der robusten und vielseitig verwendbaren Nutzpflanze gehört zu den Zielen der Öko-Modellregion für Augsburg Stadt und Land, die vor kurzem mit Unterstützung des Freistaats ausgerufen worden ist.

Der Geschmack kommt aus den Blättern der Nutzpflanze

In Gessertshausen jedenfalls kommt der Hanf jetzt schon in die Tüte – Pardon – Flasche. „Lösch-Zwerg Hanf-Cola“ ist mit einem Hanfaufguss angereichert, eine aus den Blättern des Nutzhanfs hergestellte Infusion, die – gemeinsam mit dem Aroma der Hanfpflanze – dem Produkt eine angenehme, leichte Hanfnote verleihen soll.

Das Ergebnis sei eine erfrischende Cola-Limonade mit einzigartigem Geschmack, verspricht die Brauerei. „Der THC-Wert unserer Hanf-Cola liegt unterhalb der Nachweisgrenze, demnach ist eine berauschende Wirkung ausgeschlossen. Trotzdem lässt sich mit unserem Produkt richtig gut chillen“, erklärt Thomas Schimpfle mit einem Augenzwinkern. Bisher gebe es auf dem Markt nur sehr wenige Hanf basierte Produkte im Cola-Segment. „Daher sind wir vom großen Potenzial unseres neuen Produktes überzeugt“, so Schimpfle, Inhaber und Geschäftsführer der Lösch-Zwerg Braumanufaktur.

Cola soll zu Beginn noch mit Kokain versetzt gewesen sein

Zusätze fürs Cola sind so alt wie die braune Brause selbst. Sein Erfinder, ein US-amerikanischer Apotheker, soll das Getränk Ende des 19. Jahrhunderts noch mit Kokain versetzt haben. Das förderte möglicherweise den Absatz, bekam der Kundschaft aber schlecht. Aber auch ohne Koks war der Siegeszug des Cola nicht aufzuhalten und sorgte in der Region Augsburg für eine besondere Erfolgsgeschichte. Das Spezi aus dem Hause Riegele verlieh einer ganzen Getränke-Gattung seinen Namen: Mixgetränken aus Cola und Orangenlimo. Ob es der Gessertshauser Lösch-Zwerg auf Hanf auch so weit bringt?

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