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Neusäß

21.05.2019

In Neusäß wird die Pädagogik zu einem Erlebnis

Diverse Niederelemente sind perfekte Instrumente für teamfördernde und persönlichkeitsentwickelnde Programme. 
Bild: Jutta Kaiser-Wiatrek

Unterricht auf schwankenden Planken und an gespannten Seilen. Am Berufsschulzentrum trainieren Schüler auf einem ganz besonderen Parcours ihre Fähigkeiten. 

Das Berufliche Schulzentrum in Neusäß hat als einzige Schule im Landkreis einen eigenen erlebnispädagogischen Parcours. Und das, obwohl es zunächst auch politisch nicht „ganz einfach“ gewesen sei, so Schulleiter Jürgen Wunderlich bei der Einweihung, das Projekt umzusetzen. Auch Landrat Martin Sailer sprach davon, dass man am Anfang wohl etwas aneinander vorbei geredet habe. So musste zunächst der zuständige Ausschuss des Kreistags vom Wert der Erlebnispädagogik überzeugt werden.

Erlebnispädagogik ist nicht Teil des Sportunterrichts, sondern Teil des pädagogischen Konzepts einer Schule, mit welchem beispielsweise die Klassengemeinschaft, Eigen- und Fremdkompetenzen gefördert und Gewalt und Sucht vorgebeugt werden soll. Lehrer wissen, dass heutzutage die Probleme in einer Klasse immer größer werden, wodurch eine Klassenbildung erschwert wird.

Teamfähigkeit lernen und in den Alltag übernehmen

In einer Zeit, in der Schlüsselqualifikationen wie soziale Kompetenz, Wagnisbereitschaft und Persönlichkeit eine zunehmende Rolle in der Gesellschaft spielen, können diese Werte mit Erlebnispädagogik erfahrbar gemacht, Neues ausprobiert, Teamfähigkeit erlernt und vieles in den Alltag übernommen werden.

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Anstoßgeber war Erlebnispädagoge Peter Schröttle, der mit dieser Arbeit bereits früh und auf noch ziemlich primitive Weise, mit Slacklines im Pausenhof und bei Regen in der Aula der Schule, begann. Bereits mit den Gedanken an den Neubau habe man geprüft, ob ein Platz für einen solchen Lehrpfad reserviert werden könne. Man habe aber immer wieder auf die Finanzen schauen müssen“, erklärte die stellvertretende Schulleiterin und Vorsitzende des Fördervereins der Beruflichen Schulen, Monika Stockinger-Warm.

Werte und Mitmenschen kennen lernen 

Letztendlich sei aber Landrat Sailer der Drahtzieher gewesen, mit dem das Projekt schließlich ziemlich schnell verwirklicht werden konnte. Dieser freute sich zu sehen, was an der Schule geleistet worden war und letztendlich durch die Hartnäckigkeit der Lehrer, entstanden ist. „Das ist gut und richtig“, erklärte er. Der erlebnisorientierte Ansatz trägt vor allem zur Persönlichkeitsentwicklung von jungen Menschen bei, das Kennenlernen von Werten und Mitmenschen nimmt aber auch immer mehr in beruflichen Bereichen einen hohen Stellenwert ein.

Ein integrativer Baustein ist dabei ein erlebnispädagogischer Parcours, der den Teilnehmern – auf teilweise schwankendem Boden und Planken, vielfältige und spannende Erlebnisse und damit eine gute Ergänzung zum Unterricht bietet.

Parcours soll auch offen für andere sein

Grundsätzlich soll der Parcours ab dem nächsten Schuljahr auch anderen Schulen zur Nutzung angeboten werden. Inwieweit auch andere interessierte Personen die Anlage nutzen können, muss noch zusammen mit dem Landratsamt geklärt werden. Voraussetzung für die Benutzung ist auf alle Fälle immer die entsprechende Sachkenntnis. Für weitere Nutzungen muss deshalb gemeinsam mit dem Förderverein des BSZ Neusäß ein entsprechendes Konzept erarbeitet werden.

Mit einem finanziellen Beitrag in Höhe von 10.000 Euro hat der Förderverein die Voraussetzungen für die Realisation des erlebnispädagogischen Lehrpfads geschaffen. Gegründet vor elf Jahren, um Schülern und Lehrkräften der Schule zu einem gesunden Pausenfrühstück zu verhelfen, haben sich dessen Aufgaben in den letzten Jahren gewandelt. Unter anderem unterstützt der Förderverein Schüler der Beruflichen Schulen, oftmals alleinerziehende Müttern und Vätern ohne Anspruch auf Bafög, mit finanziellen Mitteln.

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