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Willishausen

24.07.2019

In Willishausen macht Wasser von oben Probleme

Die Feuerwehr in Willishausen wollte am 22. Juni eigentlich die Sonnwende feiern. Stattdessen musste sie zum Einsatz: Willishausen stand, wie hier am Dörleweg, unter Wasser.
Bild: Ralph Eck

Ende Juni hieß es nach starken Regenfällen „Land unter“ in dem Diedorfer Ortsteil. Was Gemeinde und Bewohner für den Hochwasserschutz tun können.

Beim Thema Hochwasserschutz in Oggenhof und Willishausen stellt sich Bürgermeister Peter Högg eine Gemeinschaftslösung vor, an der sowohl die Gemeinde, als auch die Anwohner beteiligt sind. Das hat er jetzt bei einem Termin vor Ort gesagt. Erst Ende Juni hatte es in den beiden Diedorfer Ortsteilen wieder heftig geregnet. Deshalb geht es nun nicht nur um den Willishauser Bach, der über die Ufer treten könnte, sondern auch um das Wasser, das bei einem Starkregenereignis von den umliegenden Hängen als sogenannte „Sturzflut“ in die Ortschaften strömt.

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Erst am 22. Juni, nur ein paar Wochen nach einer Sitzung des Gemeinderats, in der es auch um den Hochwasserschutz in Oggenhof und Willishausen ging, war es soweit. Auf eine Hitzewelle folgte starker Regen, der in Willishausen und Oggenhof Straßen und Keller überschwemmte. Ralph Eck ist zweiter Kommandant der Feuerwehr in Willishausen und war selbst betroffen. Er hat an dem Tag die Wassermassen dokumentiert und eine Präsentation zusammengestellt, in der er darstellt, wo sich das Wasser sammelt und woher es kommt.

Bordsteine sind kaum mehr zu sehen

Die Anwohner aus Willishausen und Oggenhof, die zum Ortstermin gekommen sind, kommentieren die Bilder und Videos, die Ralph Eck zeigt. Bordsteine sind auf den Aufnahmen kaum mehr zu sehen. Das Wasser sei vor allem aus dem Schenkental und über die Stichstraßen der Deubacher Straße geflossen, erklärt Eck. Eine Anwohnerin betont, dass es am unteren Ende des Dörleweg zum Beispiel noch viel schlimmer geworden sei, als auf Ecks Fotos zu sehen ist. Auch in Oggenhof macht dem Feuerwehrkommandanten vor allem der Hang am Holunderweg, an dem auch die neue Kita entsteht, Sorgen. 

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An der Brunnenbergstraße identifiziert er ein Nadelöhr: Ab hier fließt der Willishauser Bach in einem Rohr weiter, dessen Kapazitäten durch die Fluten vom Hang schnell erreicht sind. Im Juni war das zum Glück nicht der Fall. „Wir haben massiv gekämpft, damit nicht alles Wasser in das Rohr fließt und es dichtmacht“ sagt Eck und ergänzt: „Eine halbe Stunde mehr Regen und das wäre es gewesen.“

Daten müssten aktualisiert werden

Nach Ecks Rekapitulation übernimmt Bernhard Unterreitmeier den Vortrag. Sein Ingenieurbüro Aquasoli hat sich nach einem ähnlichen Starkregenereignis im Jahr 2005 mit dem Hochwasserrisiko in Willishausen und Oggenhof beschäftigt. Er betont, dass die Berechnungen nicht das darstellen, was Eck beobachtet hat. Der Grund: Die Daten müssten aktualisiert werden. Ein Großteil des Wassers, das Eck dokumentiert hat, kommt nicht aus dem Willishauser Bach und falle deshalb nicht in die Zuständigkeit der Gemeinde. Die muss dafür sorgen, dass das Gewässer bei einem 100-jährlichen Hochwasser nicht über die Ufer tritt, ist gesetzlich aber nicht verpflichtet, vor Sturzfluten bei Starkregenereignissen zu schützen. Laut Anna Röder, bei der Verwaltung zuständig für Umweltthemen, werden diese Ereignisse immer häufiger, die Kommune könne einen Schutz aber gar nicht alleine leisten.

Und was ist eigentlich mit dem Hochwasserschutz entlang des Willishauser Bachs? Schon 2006 wurden drei mögliche Rückhaltebecken diskutiert, allerdings stellte sich schon die Beschaffung der nötigen Grundstücke als schwierig heraus. Außerdem habe die Gemeinde im Zusammenhang mit Hochwasserschutz in den letzten zehn Jahren andere Prioritäten gehabt, so Bürgermeister Peter Högg. Er erwähnt den Anhauser Bach, an dem ein neues Becken gebaut wurde und den Lettenbach. Um diesen Bach geht es auch, als einer der Anwohner fragt, wann bei Willishausen endlich etwas unternommen werde. Högg bleibt realistisch: „Am Lettenbach versuchen wir seit 15 Jahren ein weiteres Becken zu bauen.“

Die Gründe für die Verzögerungen seien immer die gleichen: Probleme beim Erwerb der Grundstücke, naturschutzrechtliche Bedenken und natürlich die Wirtschaftlichkeit der Vorhaben.

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