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Neusäß

08.12.2017

In den Klassenzimmern steht immer mehr Hightech

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Fast wie im Kino: Unterricht an den Touch-LED-Bildschirmen in den Klassenzimmern
Bild: Marcus Merk

Der Landkreis hat Millionen in die technische Ausstattung seiner Schulen gesteckt. Nun, so sagt die Schulverwaltung, müssten die Lehrer auch lernen, mit den Geräten umzugehen.

Von wegen – mit den Computern in der Schule stirbt die Handschrift aus: Mit dem Finger malt Johannes Münch schwungvoll die Buchstaben auf den LED-Bildschirm – das 86 Zoll messende Stück Hightech funktioniert in diesem Moment wie die gute alte Schultafel. Wie eine Tafel allerdings, die blitzschnell den Farbhintergrund wechseln kann, Videos abspielt oder als riesengroßer Computerbildschirm fungiert.

Knapp 5000 Euro hat eines der großen Touchboards gekostet. Im nagelneuen Beruflichen Schulzentrum in Neusäß, das erst im Frühsommer von 2500 Schülern bezogen wurde, sind 60 davon im Einsatz. Hinzu kommen nach einer Aufstellung des Landratsamtes knapp 300 PCs, fast 80 Notebooks, 132 Telefone. In Neusäß wurde geklotzt und nicht gekleckert und Lehrer Münch, seit mehr als 20 Jahren IT-Beauftragter, ist dankbar. „So soll Schule 2017 sein.“ Landrat Martin Sailer habe sich den Vorschlägen der Schule gegenüber sehr aufgeschlossen gezeigt.

Tatsächlich ist Neusäß bei der Ausstattung mit interaktiven Medien ein Stück weit Vorbild für alle Schulen des Landkreises. Das freie W-Lan, das es im gesamten Schulhaus gibt, soll im kommenden Jahr auch in Realschule und Förderschule Königsbrunn angeboten werden, zumindest ein punktuelles W-LAN soll es bald an allen 15 Schulen des Landkreises Augsburg geben.

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Mit dem damit möglichen schnellen Internet-Zugang wird das eigentlich an bayerischen Schulen geltende Handy-Verbot wohl noch weit schwerer durchzusetzen sein. In Neusäß, wo Schulchef Jürgen Wunderlich den Sinn seines beruflichen Wirkens nicht darin sieht, reihenweise Smartphones einzusammeln, ist das ein Stück weit zu beobachten. In den Pausen wird auf den Gängen dank W-Lan eifrig gechattet und gesurft. Im Unterricht aber müssen die Geräte aus sein – außer sie werden gerade gebraucht.

IT-Experte Münch, früher selbst ein Verfechter des Handy-Banns, experimentiert schon damit, wie die Handys der Schüler und die neuen Touchboards im Unterricht zusammenspielen können. Ein Beispiel: Ein Verkaufsgespräch wird aufgezeichnet, das Filmchen anschließen gezeigt und besprochen. Und wir kommt die Lehrerschaft mit so viel technischem Fortschritt zurecht? „Überraschend gut“ findet Münch und stellt seinen Kollegen damit ein gutes Zeugnis aus.

Wie gut die technische Ausstattung an den einzelnen Schulen ist, hängt von deren Sachaufwandsträgern ab. Bei Grund- und Mittelschulen sind das die einzelnen Gemeinden, bei weiterführenden und Förderschulen der Kreis. Insgesamt zwei Millionen Euro dieser in den vergangenen fünf Jahren in die Medientechnik seiner 15 Schulen gesteckt.

Ob nun interaktive Whiteboards oder Touchpads die gute alte Schultafel ablösten, Ziel war es, in den einzelnen Schulen in allen Räumen in etwa für die gleiche Ausstattung zu sorgen, damit sich Lehrer und Schüler nicht andauernd auf einen unterschiedlichen Standard umstellen müssen. Heute sind an den 15 Schulen des Landkreises 500 Klassenzimmer mit Medieneinheiten ausgestattet, stehen Schülern und Lehrer knapp 3000 Pcs und fast 800 Notebooks im Einsatz, die Geräte werden alle fünf Jahre erneuert. Landrat Sailer findet, dass der Kreis für diese Leistung ruhig gelobt werden darf: „Das dürfte vorbildhaft in ganz Bayern sein,“ sagte er vor dem Schul- und Kulturausschuss. Der Chef der Schulverwaltung, Armin Falkenhein, nimmt jetzt die Pädagogen in die Pflicht. Nun seien interne Schulungen für die Lehrer wichtig. Falkenhein: Jetzt geht es um die Konzepte, damit die Lehrer die Ausstattung anwenden.“

Um die Aufgeschlossenheit der meisten Pädagogen sei es ganz gut bestellt, glaubt Grünen-Kreisrat Alexander Kolb, Er unterrichtet selbst im Neusässer Berufsschulzentrum und beobachtet dort den Vormarsch der neuen Technik: „Immer mehr Kollegen wenden sie an.“ Und bald werden sie nicht einmal mehr mit Fingern an ihre elektronischen Tafeln schreiben müssen. Die Spezialstifte seien schon bestellt, sagt Johannes Münch.

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