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14.01.2019

Ingenieur, Manager und Ritter

Heinrich von Buz starb vor mehr als 100 Jahren und prägt dennoch mit seinen Firmengründungen die Region bis heute

Zu Unrecht ist der Name unserer heutigen Persönlichkeit trotz seiner hohen Verdienste um die industrielle Entwicklung der Region nur wenigen, oder zumindest zu wenigen, bekannt, es sei denn, man hat sich mit den Firmen Linde, MAN und LEW beschäftigt – oder man hat besucht oder besucht noch die nach ihm benannte Realschule im Augsburger Stadtteil Oberhausen: Heinrich von Buz, geboren am 17. September 1833 in Eichstätt.

Für die (Vorsicht: sprachliches Ungetüm) „Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Wirtschaftsraums Augsburg A³ war die zeit ihres Lebens eng mit unserem Raum und Augsburg verbundene Persönlichkeit ein visionärer Innovationsgeist gepaart mit klarem Kalkül“. Denkt man an all die zukunftsorientierten technischen Entwicklungen, die wir und die ganze Welt ihm zu verdanken haben, dann ist diese Beurteilung alles andere als übertrieben.

Doch der Reihe nach: Der Schwerpunkt seiner Ausbildung galt dem Ingenieurwesen. Er besuchte in Augsburg die „Königliche Kreisgewerbeschule“ und anschließend das Polytechnikum in Karlsruhe. Praktische Erfahrungen sammelte er daraufhin im Elsass und in London.

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Im Jahr 1857 trat der Mitzwanziger in die von seinem Vater geleitete Maschinenfabrik Augsburg ein. Er hatte unterdessen erkannt, dass seine Stärke in der Unternehmensführung lag – dank der erkannten Treffsicherheit bei der Förderung von aussichtsreichen Projekten und einem außerordentlich scharfsinnigen Gespür für zukunftsträchtige Technologien.

Schon 1864 übernahm Heinrich von Buz die Führung der Fabrik. Bis 1913 war er dann Generaldirektor der durch einen Zusammenschluss mit einer Nürnberger Maschinenfabrik entstandenen MAN. In dieser Zeit verantwortete von Buz etliche Innovationen, die bis heute hohe Bedeutung haben. Hervorzuheben ist die Herstellung der Lindeschen Kältemaschine, aber eben auch die Wegbereitung der Produktion des in jüngster Zeit so umstrittenen Dieselmotors. Auch die Augsburger Lokalbahn entstand unter seiner Mitverantwortung – um die damals immensen Güterfrachten zu den Augsburger Abnehmern zu bringen.

Die hohe Bedeutung der Energieversorgung für die aufstrebende Industriegesellschaft begründete sein Engagement für die Gründung eines „Überlandwerks“ zur sicheren Stromversorgung. Und so gehört von Buz auch zu den Mitbegründern der regionalen LEW, deren erstes Wasserkraftwerk in Gersthofen entstand. Und auch der Titel eines Zeitungsmachers mag ihm zukommen. Hat er doch die Herstellung der ersten deutschen Rotationsdruckmaschine zu verantworten – 1873 eine technische Revolution – wie auch 1911 die „Roland“, die erste Bogenoffsetdruckmaschine.

Am 8. Januar 1918 verstarb der mit dem nicht vererbbaren Adelstitel belohnte Ritter Heinrich von Buz in Augsburg.

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