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Generation

09.12.2019

Initiative: Eine neue Stadtratsliste für die junge Generation

Max Lenz

Plus Sitzen im Gersthofer Stadtrat zu viele alte Menschen? Das findet der 31-Jährige Max Lenz. Nun will er das ändern. 

Die Gersthofer Bürger können bei den kommenden Kommunalwahlen im März wohl aus so vielen Parteien und Gruppierungen auswählen wie nie zuvor. Eine neue soll erst noch gegründet werden, und zwar am morgigen Dienstag, 10. Dezember, ab 19 Uhr im Gasthof Stern.

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SPD, Grüne, Freie Wähler, CSU sowie die Gruppierungen W.I.R. und Pro Gersthofen haben bereits ihre Kandidaten für die Stadtratswahl nominiert. Nun komme voraussichtlich eine siebte hinzu, erklärt Max Lenz im Gespräch mit unserer Zeitung.

„Die Idee kam mir, nachdem ich einmal bei einer Stadtratssitzung in Gersthofen zugeschaut habe“, so der 31-Jährige, der Betriebswirtschaft studiert hat und derzeit noch Wirtschaftspsychologie studiert und ab 1. Januar als nationaler Verkaufsleiter des Tucherbräus im Handel arbeitet. „Da gab jeder Fraktionsvorsitzender ein Statement ab – eine richtige Sachdiskussion zum jeweiligen Thema fand aber nicht statt.“ Es habe ihn „erschreckt, wie die aneinander vorbeireden“. Ihm fehle vor allem eine Vision für Gersthofen.

Initiative: Eine neue Stadtratsliste für die junge Generation

"Parteidenken ist überholt"

Lenz betont, er schätze alle ehrenamtliche Stadträte und den Bürgermeister menschlich sehr und wolle keine Kritik üben. „Bei einem Stadtrat, dessen Durchschnittsalter aber etwa bei 54 Jahren liegt – wobei einige Stadträte viel älter sind –, fühle ich die Ansichten meiner Generation, die ja auch die Zukunft des Landes und der Stadt ist, wenig vertreten“, so Lenz weiter. „Ich glaube, dass das Parteidenken heute überholt ist.“ Es sei vielmehr ähnlich wie im Handel: „Die Menschen suchen sich auch in der Politik die Nischen, die ihrer Meinung entsprechen.“

Und für die jungen Menschen sehe er bei den bisher antretenden Parteien und Gruppierungen wenig Chancen. „Es wurde bei den Listen jeweils zwar auf eine gute Verteilung zwischen Frauen und Männern sowie Jung und Alt geachtet. Aber 25 von den heutigen 30 Stadträten sind auf den Listen wieder auf eine Position gestellt worden, aus der sie rechnen können, dass sie bei gleichbleibender Sitzverteilung auch ab Mai 2020 weiter im Stadtrat vertreten sein werden“, sagt Lenz. „Ich habe den Eindruck, ein Ratsstuhl wird nur für einen jüngeren frei, wenn einer der bisherigen Mandatsträger aufhört.“ Er finde dies „undemokratisch, wenn für uns junge Leute praktisch keine Chance besteht, da hineinzukommen“. Ein Stadtrat mit 54 Jahren Durchschnittsalter sollte seine Auffassung nach nicht alleine über die Zukunft aller Bürger entscheiden.

Kein Zwang zur Mitgliedschaft

Daher will er eine neue Gruppierung gründen. „Sie soll keine politische Richtung verfolgen und kein Fraktions- und Schubladendenken pflegen.“ Er wirbt öffentlich um Bewerber für die Liste, es gibt keinen Zwang zu einer Mitgliedschaft. „Wir versuchen, ein Kollektiv zusammenzustellen, nach dem Motto: Nicht die anderen machen etwas Schlechtes, sondern wir machen miteinander etwas Neues, mit Aufbruchstimmung und Leidenschaft.“

Beim Gründungstreffen am Dienstag, 10. Dezember, ab 19 Uhr im Saal des Gasthofs Stern erhofft sich Lenz nicht nur Gersthofer, die auf die Stadtratskandidatenliste möchten, sondern Menschen, die eine Zukunftsvision für Gersthofen in sich tragen. Lenz rechnet mit 20 bis 50 Personen, die zum ersten Treffen kommen. „Hoffentlich werden es noch mehr sein.“

Lenz selbst ist bei vielen Vereinen ehrenamtlich tätig, darunter vor allem die Kulturina, er ist immer wieder als Rettungssanitäter beim Roten Kreuz in Gersthofen im Einsatz und bei der Kol-La und im Theaterverein aktiv.

Für die neue Gruppierung muss die Liste mindestens zehn Menschen umfassen. „Neben diesen zehn brauchen wir dann noch mindestens 190 Unterstützungsunterschriften, um zur Wahl zugelassen zu werden.“

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