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Kunst

04.07.2020

Inspirierende Figuren aus Holz

Künstler Markus Brinker (links) und Christoph Lang, Vorsitzender des Heimatvereins Reischenau, zwischen den Holzkunstwerken.
Bild: Michael Kalb

Der Holzkünstler Markus Brinker zeigt seine Skulpturen aus dem Naturmaterial im Heimatmuseum in Dinkelscherben

Wer dem Heimatmuseum in Dinkelscherben derzeit einen Besuch abstattet, wird von der schönen „Serena“ begrüßt. Auf Deutsch heißt das in etwa „die Heitere“. Die wunderschöne Dame ist jedoch nicht aus Fleisch und Blut, sondern aus Ahornholz geschnitzt und Teil der Sonderausstellung „Skulpturen für die Seele“. Bis zum 6. Dezember werden im Erdgeschoss des Zehentstadels verschiedene Holzarbeiten des Künstlers Markus Brinker ausgestellt.

Die inspirierenden, fein gearbeiteten Werke tragen Namen wie „Tanz der Druiden“, „Widderkopf“ oder „Kundalini“ und sind gefertigt aus den verschiedensten Holzarten, wie Oliven-, Linden- oder Erdbeerbaumholz. Gemeinsam hätten sie jedoch, dass alle aus einem Stück geformt wurden, erklärt Künstler Brinker. „La Serena“ wurde beispielsweise aus einem Block von oben nach unten herausgeschnitzt. Rund drei Monate arbeitete der Holzkünstler an diesem Stück. Als Ausgangspunkt und zur Ideenfindung für seine formschönen Skulpturen gebe es drei verschiedene Szenarien: Entweder es stehe von Beginn an ein konkreter Plan oder Kundenwunsch dahinter, „dann kann ich eine Skizze zeichnen und danach arbeiten“, so Brinker. Oder er lasse es wie bei der „Feuerblume“ aus Kirschholz einfach „laufen“ und lasse sich vom Material und dessen Beschaffenheiten bei der Arbeit inspirieren. Und als dritte Vorgehensweise gebe es dann noch die natürlichen Formen, die sich aus dem Holz ergeben, also „was man im Holz sieht“. So entstand aus einem wuchtigen Block beispielsweise der männliche „Torso“, der ebenfalls ausgestellt ist. Eine konkrete Aussage misst er seinen Werken nicht zu. „Sie sollen einfach ein gutes Gefühl geben, etwas auslösen, ansprechen und berühren.“

Mit etwa zwölf Jahren brachte er sich damals selbst das Schnitzen bei. Eine Schreinerlehre oder Ähnliches habe er nicht gemacht, er bezeichnet sich selbst als Autodidakt. Vor acht Jahren entschloss sich der Künstler dann, nach beruflichen Umwegen, sich ganz seiner Leidenschaft und Bestimmung zu widmen. Mit seiner Arbeit und Kunst könne er leben, in Holzworkshops gebe er sein Wissen weiter. Über einen solchen Workshop kamen auch der Kontakt und die Idee zur Ausstellung zustande.

Markus Brinker hat sein Atelier übrigens nicht weit weg vom Dinkelscherber Zehentstadel. Nur ein paar Hausnummern weiter entstehen seine Werke. Wie viele es im Laufe der letzten acht Jahre schon geworden sind, hat Brinker nie gezählt. (mick)

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