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Meitingen

15.06.2018

Integrationsgipfel in Meitingen setzt sich hohe Ziele 

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Hochkarätige Redner haben bei einem kleinen Migrations- und Integrationsgipfel in Meitingen zu einer verstärkten koordinierten Zusammenarbeit von Flüchtlingshelfern aufgerufen.
Bild: Patrick Pleul, dpa (Symbolfoto)

Beim Migrationsgipfel in Meitingen wird deutlich, wie groß das Bürger-Engagement ist. Ziel ist, alle Menschen erfolgreich zusammenzubringen.

Bei einem kleinen Migrations- und Integrationsgipfel in Meitingen haben hochkarätige Redner zu einer verstärkten koordinierten Zusammenarbeit von Flüchtlingshelfern aufgerufen. Das Ziel: Alle Menschen – Deutsche wie Ausländer – erfolgreich in einer Gemeinschaft zusammenzubringen. Ein vom großen Engagement in seiner Gemeinde tief bewegter Bürgermeister Michael Higl dankte vor fast vollem Saal in der evangelisch-lutherischen Johanneskirche den anwesenden Helfern für deren „unermüdliches Wirken“ seit vielen Jahren.

Die Hauptrednerin des Abends, Professorin im Ruhestand Anita Pfaff, berichtete über solche Aktivitäten im etwas größeren Stadtbergen, die ihrer Ansicht nach nicht nur wichtig seien, sondern der ganzen Gesellschaft guttäten.

Wie der Ochs vorm Berg gestanden

Mit der Wirtschaftswissenschaftlerin traf ein hocherfreuter Rathauschef auf seine Lehrkraft aus Studienzeiten an der Universität Augsburg. Dort hatte die eloquente Frau aus Wien unter anderem mikroökonomische Theorie gelehrt. Später hat sie sich als aktive Sozialpolitikerin ganz praktischen Dingen zugewandt und gilt heute in der Funktion der Koordinatorin der Flüchtlingshilfe in dem Ort nahe der Fuggerstadt als erfahrene Migrationsexpertin. In launiger kurzweiliger Weise vermittelte die Fachfrau mit Jahrgang 1942 ein umfassendes Bild der Situation im Jahr 2015, als auch dort sehr viele Menschen aus aller Herren Länder eintrafen. „Wir standen in vielerlei Hinsicht da wie der Ochs vorm Berg, etwa bei der möglichst zügigen Unterbringung oder rechtlichen Problemen“, gestand sie, um dann hinzuzufügen: „Aber der starke Flüchtlingszuzug hat unerwartetes soziales ehrenamtliches Engagement geradezu mobilisiert.“

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Damals wie heute sei es daher wichtig, dass Haupt- und Ehrenamt bei der Lösung der zahlreichen Probleme Hand in Hand arbeiteten. „Sonst funktioniert die Sache nämlich nicht.“

Anhand von zahlreichen Schnappschüssen aus dem Alltag von Asylanten und deutschen Bürgern konnte die Referentin zeigen, wie die viel zitierte Willkommenskultur tatsächlich aussehen konnte. Allerdings wollte Anita Pfaff, die immer wieder auf die Notwendigkeit von Zuwanderung wegen niedriger Geburtenraten hinwies, auch die Alltagsprobleme keineswegs verschweigen.

Es wurde in allen Lebensbereichen geholfen

„Unsere Hilfe war gefragt bei den für uns als einfach und selbstverständlich betrachteten Angelegenheiten.“ Unterstützung habe es gegeben bei Jobfragen genauso wie bei der Mülltrennung. Wer konnte das besser unterstreichen als der Leiter des Ordnungsamtes der Marktgemeinde, Achim Zwick. Wie der Bürgermeister, der zuvor zum Abschied vom überholten Bild „einer allzu heilen Welt im Dorf“ ermunterte, hatte sich der Verwaltungsmann seinerzeit mächtig ins Zeug gelegt: „Wir wussten zunächst kaum, wie wir damit umgehen sollten – dann wurde einfach in allen Lebensbereichen geholfen, beim Einkaufen, Zugfahren oder der Dokumentenbeschaffung.“

Zwick widmete sich zudem der zusätzlich geleisteten „sehr wertvollen Arbeit“ durch die Bildungseinrichtungen und hob etwa die 13 Lesepaten an den Grundschulen in Meitingen und Herbertshofen hervor: „Dieses Engagement lohnt sich und wird von den Kindern auch gut angenommen.“

Ähnlich euphorische Reaktionen kamen von Jens Tietböhl vom kommunalen Quartiersbüro: „Es ist ein Wahnsinn, wie sehr man sich in dieser Kommune hinter diese Sache stellt“, lobte er und verteilte schließlich eine Broschüre mit der ausführlichen Zusammenfassung von Angeboten in der Marktgemeinde.

Zu Beginn hatte „Hausherr“ Diakon Dieter Frembs mit Blick aufs Leitthema des Abends den Hebräer-Brief bemüht, wonach die Gastfreundschaft nicht zu vergessen sei.

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