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Westheim

27.02.2015

Investor will endlich loslegen – darf aber nicht

Investor Nicolas Mihai fühlt sich von der Stadt hingehalten.
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Investor Nicolas Mihai fühlt sich von der Stadt hingehalten.

Ein Restaurant mit Pension plant eine Gesellschaft am Bahnhof. Doch der Umbau zieht sich hin – aus deren Sicht

So hatte sich der Investor das nicht vorgestellt. Als er vor bald schon zwei Jahren den Bahnhof in Westheim von der Deutschen Bahn gekauft hat, wollte er das in die Jahre gekommene Gebäude möglichst rasch sanieren und verpachten und dann als italienisches Ristorante mit angeschlossener Pension möglichst schnell wieder eröffnen. Der Pächter ist schon gefunden: Daniele und Alfonso Tanushi, die in Augsburg das Il Gladiatore betreiben, sollen es sein.

Innen ist das ehemalige Bahnhofsgebäude zwar schon ein Stück weit saniert – doch die Eröffnung ist noch lange nicht in Sicht. Weil die Stadt Neusäß eine komplette Neugestaltung der Mitte von Westheim plant, ist sie im Moment zurückhaltend mit baurechtlichen Genehmigungen. Die Argumentation des Bauamts der Stadt: Wenn am Ende ein Projekt nicht in den gesamten Plan passt, könnten Gelder aus der staatlichen Städtebauförderung in Gefahr sein. Es geht um mehrere zehntausend Euro.

Diese Argumentation kann Nicolas Mihai von der Cosi Immobilien GmbH, der Eigentümerin des Westheimer Bahnhofs, nicht nachvollziehen. Er fühlt sich von der Stadt hingehalten. Im Laufe der Jahre hätte er stets versucht, die Anregungen der Stadt Neusäß in seine Planungen aufzunehmen. Und der Entwicklung der Neuen Mitte Westheim will er sicher nicht im Wege stehen. Er nennt ein Beispiel: Damit die Stadt die geplante Busschleife vor dem Bahnhof umsetzen kann, will er ein Stück seines Grundstücks abgeben und sogar den geplanten Wintergarten kleiner bauen. Und er geht noch weiter: Die Außenanlagen des Restaurants sollen überhaupt noch nicht angelegt werden. Wenn dann die Planungen der Stadt stehen, die auch mit der Regierung von Schwaben abgesprochen sind, wäre dafür noch Zeit. Und wie ein Restaurant mit Pension die Städtebauförderung gefährden könnte, das ist ihm sowieso nicht klar.

Cosi Immobilien hatte den Bahnhof Westheim in einem Bieterverfahren im Frühjahr 2013 von der Deutschen Bahn übernommen. Damals hatte auch die Stadt Neusäß mitgeboten – war aber nicht zum Zug gekommen. Neusäß wollte den Kauf des Bahnhofs von weiteren Faktoren rund um die Entwicklung von Westheim abhängig machen, etwa die Verhandlungen mit der Bahn um den Erwerb von Flächen für die geplanten Radwege Richtung Stadtzentrum. Auch die Stadt Neusäß hatte damals daran gedacht, Gastronomie im ehemaligen Bahnhof anzusiedeln. Man war sich aber nicht sicher gewesen, ob dann überhaupt genügend Gäste kommen würden, so der ehemalige Bürgermeister Hansjörg Durz damals.

Gegen die Gästezimmer gab es immer wieder Bedenken

Der private Investor war aufgrund dessen schneller gewesen. Mit seinen Plänen für das Gebäude war er kurz nach dem Kauf an die Stadt herangetreten und von da ab gab es immer wieder Bedenken im Bauamt und den zuständigen Ausschüssen: Die Größe und Anlage der Gästezimmer legten die Vermutung nahe, dass es sich um Pensionszimmer für Arbeiter handeln könnten, berichtete Bauamtsleiter Gerald Adolf in den zuständigen Ausschüssen. „Stimmt nicht, das ist reine Stimmungsmache“, sagt Nicolas Mihai. Er verweist auf das Il Gladiatore: Die ehemalige, im Lauf der Jahrzehnte heruntergekommene Fabrikantenvilla an der Wertach hat der Investor in ein schmuckes Gebäude verwandelt. Die Pächter bieten im Restaurant typisch italienisches Ambiente der oberen mittleren Preisklasse. Der Bahnhof in Westheim sollte eine etwas einfachere Dependance werden, in der etwa Gäste einer Familienfeier günstiger unterkommen könnten.

Doch bis auf die Sanierung der Heizung, der Stromleitungen und der Erneuerung der Fenster konnte bislang am Gebäude noch nicht viel gemacht werden. „Ich werde immer vertröstet“, sagt Nicolas Mihai, der jetzt genau beobachten will, ob andere Projekte im Umfeld des Bahnhofs in Westheim schneller vorankommen. Aus Sicht der Stadt Neusäß liegt das Projekt im Übrigen noch voll im Zeitplan: Schon beim Verkauf 2013 war eine Umbauzeit bis 2016 abgesprochen worden.

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