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Gersthofen

03.10.2019

Investor will in Gersthofen ein Kino bauen

Auf dem Grundstück oberhalb der Hirblinger Straße zwischen Bahnlinie Augsburg-Donauwörth (links) und dem Kreisverkehr will eine Immobilienfirma ein neues Quartier errichten. Dort könnte auch das von vielen Gersthofern seit Jahren heiß ersehnte Kino einen Platz finden.
Bild: Marcus Merk

Plus Bekommt die Stadt neben Ikea im Industriegebiet „Ihle“ eine weiteren Magneten? Die Stadträte sind jedenfalls sehr interessiert

Gersthofen Immer wieder haben Bürger in der Vergangenheit ein Kino für Gersthofen geordert. Nun könnte dieser Wunsch wahr werden – und noch mehr: Eine Firma möchte auf einem freien Grundstück im Industriegebiet „Ihle“ im Westen der Stadt ein Quartier errichten, das auch ein Lichtspielhaus vorsieht. Der Planungsausschuss und die Bauverwaltung stehen diesem Vorhaben positiv gegenüber. Allerdings ist noch einiges im Detail zu klären.

„Die Immobilienentwicklungsfirma vision & building GmbH plant auf den noch freien Flächen an der Kreuzung zwischen Hirblinger Straße und Daimlerstraße westlich der Bahnlinie Augsburg-Donauwörth ein Quartier mit einem vielfältigen Nutzungsangebot“, erklärte Stadtbaumeister Roland Schmidt.

Entstehen soll das höchste Gebäude der Stadt mit einer Sky-Bar

Im nordwestlichen Teil des Grundstücksareals soll ein Turm auf einem dreigeschossigen Sockelbau erstellt werden. „So wie der aktuelle Vorschlag aussieht, würde dieser Turm das derzeit nebenan entstehende Hochhaus der Firma Roschmann noch überragen“, so Schmidt. Im Erdgeschoss sollen Einrichtungen der Bereiche Nahversorgung, Gastronomie, Gesundheit, Kultur und Ausstellung angesiedelt werden. Im Obergeschoss sollen Büroräume, Hotelnutzung, Konferenzräume, Loftwohnungen sowie eine „Sky Bar“ entstehen.

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Östlich des Turmes sieht das Konzept weitere Gebäudekomplexe vor, in denen auf der Erdgeschossebene ein Kino geplant ist. Die oberen Geschosse sollen als würfelförmige Gebäude gestaltet werden. Hier sind Studentenwohnungen und „temporäres Wohnen“ geplant.

Nahe an Autobahn A8 und Bundesstraße 2

Im südöstlichen, zur Bahn ausgerichteten Bereich des Areals soll ein Parkhaus errichtet werden. Außerdem sollen hier eine Tiefgarage und oberirdische Kurzzeitparkzonen entstehen. Zwischen den Gebäuden und im restlichen Areal werden Grünzonen und Kulturbereiche angelegt. Das Grundstück im Westen der Stadt liegt äußerst verkehrsgünstig in der Nähe zur Bahnlinie Augsburg-Donauwörth, zur Bundesstraße B2 sowie zur Autobahn A8.

„Das Vorhaben antwortet durch aus mit den richtigen Maßen auf die Umgebung und kann als Landmarke sowohl das geplante Quartier als auch den Westeingang prägnant definieren“, erläuterte Roland Schmidt seine städteplanerische Auffassung. Das Konzept „Quartier in der Stadt der kurzen Wege“ sei grundsätzlich schlüssig. Denn es werde auf Nutzer mit urbanen Mobilitäts-, Wohn- und Freizeitansprüchen abgezielt.

Antwort auf Folgen der Uniklinik

Da sich, nicht zuletzt auch infolge der Universitätsklinik Augsburg die ohnehin schon schwierige Wohnsituation noch verschlechtern werde, könne das geplante Quartier helfen, die Wohnungsknappheit etwas zu entschärfen. Und wenn hier in Bahnhofsnähe Studenten dort einziehen, dann könne dies insgesamt auch in der Gersthofer Innenstadt ein buntes Bild fördern, so Schmidt weiter.

Details müssten allerdings laut Stadtbaumeister noch geklärt und ebenso ein nachhaltiges Energie-, Klima- und Mobilitätskonzept bestmöglich festgeschrieben werden. „Das Quartier sollte am Ende beispielgebend sein, was Flächenverbrauch und das von uns gewünschte verstärkte Bauen in die Höhe betrifft.“

Das Urteil der Planungsausschussmitglieder zu dem Konzept fiel einmütig positiv aus. Vor allem die Möglichkeit, nun doch ein Kino anzusiedeln, stieß auf breite Zustimmung.

Was sagt der Einzelhandel?

„Es ist erfreulich, dass hier Bewegung ins Spiel kommt“, sagte Max Poppe (CSU). „Unsere hohe Investition in den Bahnhof hat hier eine Initialzündung gegeben.“ Allerdings müsste noch geklärt werden, wie das Quartier sich mit der „Gersthofer Liste“ vereinbaren lässt. Diese legt fest, welche Art von Gewerbe und Einzelhandel angesiedelt werden darf. „Es darf kein Satellit entstehen, der eine künstliche Konkurrenz zu unseren Bemühungen, das Stadtzentrum aufzuwerten, macht“, forderte Poppe.

Den dominanten „Turm“ konnte sich Josef Koller (W.I.R.) an dieser Stelle durchaus vorstellen. Allerdings hielt er ein „Wohngetto“ am Stadtrand für problematisch. „Wir wollen doch eigentlich eine Verdichtung im innerstädtischen Bereich.“

Bernhard Happacher (FW) hielt es für logisch, dass künftig Studentenwohnungen benötigt werden. „Ob ein Gewerbegebiet dafür der richtige Standort ist, ist die Frage.“

So geht es weiter

Das Bahnhofsareal brauche nach Auffassung von Albert Kaps (Pro Gersthofen) weitere Aufwertung. „Nach der neuen International School im Norden müssen wir auch die südliche Seite der Hirblinger Straße aufwerten“, forderte er. Klaus Greiner (SPD) freute sich darüber, dass nun ähnlich wie im Süden Gersthofens mit dem Quartier Römertor ein prägendes Element am westlichen Stadteingang entstehen könnte. „Beim Kino sollten wir am Ball bleiben.Als nächsten Schritt sollen nun Bürgermeister Michael Wörle und die Verwaltung Details mit dem Investor und hinsichtlich der Gersthofer Liste klären. „Außerdem müssen wir noch sehen, ob die Baubehörde im Landratsamt ein solches Quartier für zulässig hält“, so Wörle.

Lesen Sie dazu auch unseren Kommentar von Gerald Lindner: Ein Kino würde die Wünsche vieler Gersthofer erfüllen

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