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Stadtbergen

11.11.2019

Ist die Heizung immer aus? So lebt es sich in einem Passivhaus

Hausbesitzer Josef Hichhuber (rechts) öffnete beim Tag des Passivhauses die Türen seines Zuhauses. Dort lebt er zusammen mit seiner Frau und zwei Kindern. Das Besondere: Das Haus kommt fast ohne Heizung aus. Möglich macht es auch eine Lüftung in der Decke, welche die Wärme im Haus verteilt. 
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Hausbesitzer Josef Hichhuber (rechts) öffnete beim Tag des Passivhauses die Türen seines Zuhauses. Dort lebt er zusammen mit seiner Frau und zwei Kindern. Das Besondere: Das Haus kommt fast ohne Heizung aus. Möglich macht es auch eine Lüftung in der Decke, welche die Wärme im Haus verteilt. 
Bild: Marcus Merk

Plus In dem Haus von Familie Hochhuber aus Stadtbergen muss im Winter nur etwa alle zwei Wochen geheizt werden. Wie das funktioniert - und was es kostet. 

22 Grad zeigt das Thermometer im Haus von Familie Hochhuber in Stadtbergen. Dabei wurde dort heuer erst einmal geheizt. Zwei Wochen sei das nun her, sagt Josef Hochhhuber. Wie das funktioniert? Die Antwort heißt: Passivhaus. Wie in einer Thermoskanne werde hier durch spezielle Isolierung Wärme gespeichert. „Theoretisch könnte man das ganze Haus mit zwei Haarföhnen beheizen“, sagt Hochhuber. Er hat sich ganz bewusst für diese Bauweise entschieden.

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Für einige Interessierte öffnete der Stadtberger sein Haus, in dem er seit 2006 zusammen mit Ehefrau und zwei Kindern lebt. Etwa 250 Quadratmeter Wohnfläche, hohe Zimmer – und fast keine Heizung. Wie funktioniert das? Entscheidend sei, dass Gebäude und Haustechnik zusammenpassen. Hochhubers Haus aus Kalksandstein und Betondecken speichert die Wärme extrem lang. Im Winter wird der große Scheitholzofen mit Sichtfenster in der Essküche genutzt. „Damit heizen wir einen Tag in der Woche das Haus um rund zwei Grad auf“, sagt Hochhuber. Die Betondecken speichern die Wärme. Geheizt werde etwa ab November bis Februar. In der restlichen Zeit des Jahres reiche die Sonnenenergie. Durch das Abdunkeln der Fenster im Sommer, steige die Temperatur auch in der heißen Jahreszeit nie über 24 Grad, sagt Hochhuber

Passivhaus braucht etwa 90 Prozent weniger Heizenergie

Damit das funktioniert, ist ein Passivhaus besonders isoliert. In dem gut gedämmten Haus kontrolliert eine Lüftungsanlage das Raumklima. Außerdem sind die Fenster dreifachverglast und das gesamte Haus beinahe luftdicht verschlossen. Dadurch verbrauche ein Passivhaus im Schnitt rund 90 Prozent weniger Heizenergie als ein konventionelles Haus, sagt Hochhuber.

Ist die Heizung immer aus? So lebt es sich in einem Passivhaus
Das Passivhaus von Familie Hochhuber gibt es seit etwa 13 Jahren.
Bild: Marcus Merk

Ungewöhnlich scheint auf den ersten Blick, dass die Fenster in einem Passivhaus theoretisch nie geöffnet werden müssten. Die Lüftungsanlage sorgt in jedem Zimmer für saubere und frische Luft, ohne dass zusätzliches Lüften nötig wäre, meint Hochhuber. „Aber man kann die Fenster natürlich trotzdem aufmachen.“ Nach dem Kochen zum Beispiel, oder im Badezimmer werde regelmäßig zusätzlich gelüftet. Auswirkungen auf die Temperatur im habe das Stoßlüften nicht.

100 Euro Zusatzkosten pro Quadratmeter für ein Passivhaus

Während Passivhäuser nur wenig laufende Energiekosten verursachen, sind die Kosten beim Bau durchschnittlich höher. Experten rechnen mit etwa 100 Euro an Zusatzkosten pro Quadratmeter. Geld, dass durch niedrige Energiekosten wieder eingespart werden soll. Hochhuber meint: „Ein Passivhaus ist keine Kostenfrage.“ Sein Haus in Stadtbergen habe etwa 1000 Euro pro Quadratmeter gekostet. „Das ist nicht viel mehr, als ein normales Haus gekostet hätte“, sagt der 52-Jährige. Allerdings: „Man muss sich um vieles kümmern“, meint der Stadtberger. Er arbeitet beim Bayerischen Wirtschaftsministerium und beschäftigt sich auch beruflich mit Energiethemen. Vieles hat er beim Bau seines Hauses selbst übernommen. „Sonst wäre es sicherlich teurer geworden“, sagt Hochhuber. Grundsätzlich müsse man aber bedenken, dass sich ein Passivhaus durch die niedrigen Kosten im Unterhalt schnell rechne.

Vor dem anstehenden Winter habe er keine Sorge, meint Hochhuber. Einmal habe er eine Außentemperatur von minus 22 Grad gemessen. „Da war es im Haus immer noch kuschelig warm.“

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