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Landkreis Augsburg

03.12.2015

Jäger muss nach Ausraster seine Waffen abgeben

Ein Jäger weigerte sich, seine Erlaubnis für den Besitz von Jagdgewehren abzugeben und klagte vor Gericht.
Bild: Symbolfoto: Marcus Merk

Mit 1,85 Promille und unter dem Einfluss von Cannabis greift ein 26-Jähriger Polizisten an. Das hat für ihn mehrere unangenehme Folgen.

Er war betrunken, bekifft und aggressiv – und als die Polizei ihn mäßigen wollte, brannten bei ihm die letzten Sicherungen durch: Ein 26-Jähriger aus dem westlichen Landkreis Augsburg beleidigte vor einigen Monaten die Beamten aufs Übelste und griff sie auch tätlich an. Nachdem die Ordnungshüter ihn überwältigt hatten und seine Personalien aufnahmen, staunten sie nicht schlecht – und das lag nur zu einem geringen Teil an dem beträchtlichen Alkoholwert von 1,85 Promille, den der Mann aufwies. Für größeres Staunen sorgte bei den Polizisten der Umstand, dass der Randalierer eines Jagdschein hatte und somit im Besitz von Gewehren war.

Das Landratsamt Augsburg reagierte postwendend und forderte von dem Mann einen Nachweis: Ein Gutachten sollte bestätigen, dass er die geistige Eignung hat, um Waffen besitzen zu dürfen. Von sich aus weigerte sich der Mann jedoch, sich einem solchen Test zu unterziehen, so dass die Behörde einen unabhängigen Gutachter mit der Untersuchung beauftragte. Der kam zu einem nachteiligen Urteil über den 26-Jährigen. So habe der Mann freimütig zugegeben, während der Arbeitszeit regelmäßig Bier zu trinken.

Laut Verena Wanner vom Landratsamt disqualifiziert den Mann dieses Verhalten dafür, Waffen zu besitzen: „Alleine schon der Umstand, dass er mit diesem Alkoholwert noch laufen konnte, spricht ja für sich.“ Die Behörde hat dem 26-Jährigen deswegen die Waffenbesitzkarte entzogen – dagegen klagte er, so dass der Fall vor dem Verwaltungsgericht Augsburg verhandelt wurde. Allgemein sind nach den Amokläufen von Winnenden die Waffengesetze deutlich verschärft worden. Die Anzahl der Waffenbesitzer im Landkreis sinkt deswegen stetig: Derzeit besitzen 4200 Menschen eine Waffenbesitzkarte – diese erlaubt es ihnen, Waffen zu besitzen und sie in einem definierten Rahmen wie einem Schießstand oder im Jagdrevier zu benutzen. Zum Vergleich: Noch vor zwei Jahren lag diese Zahl bei 5200. Einen Waffenschein, der es seinem Besitzer erlaubt, jederzeit eine Schusswaffe zu tragen, haben sogar nur zwei Menschen im Landkreis, 2013 waren es vier. Bei ihnen handelt es sich um Personenschützer.

Die Klage des Mannes wies Richterin Beate Schabert-Zeidler ab. Mit einem Blick auf seinen Alkoholwert fügte sie hinzu: „Er hat große Probleme und muss an sich arbeiten.“ Der 26-Jährige erschien nicht zur Verhandlung und ließ sich von seinem Anwalt Franz Schäfer vertreten. Das strafrechtliche Verfahren gegen den jungen Mann steht noch aus. Seine Waffen hat er verkauft.

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