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Dinkelscherben

14.04.2015

Jahrlang auf Müll gespielt

Der Spielplatz in der Friedrichstraße in Dinkelscherben ist gesperrt: Im Erdreich kam eine Mülldeponie zum Vorschein.
Bild: Andreas Lode

Keiner hat's gewusst: Kinder haben jahrelang in der Friedrichstraße im Nordwesten der Marktgemeinde auf einer Deponie gespielt. Ob der Müll giftig ist und wie viel davon in der Grube steckt, ist unklar.

 Der rund 3000 Quadratmeter große Platz ist mittlerweile mit Bauzäunen abgesperrt, die Marktverwaltung hat einen Experten beauftragt, Proben zu nehmen. Bürgermeister Edgar Kalb will schnell klären, was es mit der Grube auf sich hat.

Ein Anwohner aus der weiteren Nachbarschaft gab den Hinweis, dass sich auf dem Gelände früher eine Schuttgrube befunden hatte. Der Verdacht bestätigte sich: Im Dreck wurden nach Auskunft von Kalb alte Flaschen mit Stöpselverschluss, Tierknochenreste und Scherben entdeckt. Mit einem Bagger soll jetzt die gesamte Grube ausgehoben werden. „Die Dimension ist aber nicht ganz klar“, sagt Kalb. Im Augenblick lasse sich nicht abschätzen, wie viel Müll aus dem Erdreich kommt. Unklar sei außerdem, ob der Fund belastet ist. Das Ergebnis der Proben entscheidet darüber, was mit dem Müll passiert. Und wie teuer es am Ende für die Marktgemeinde wird. Im Landratsamt war am Montag noch nicht klar, ob es sich um Altlasten handelt. Das soll ein Termin vor Ort klären.

Dass sich unter dem Spielplatz eine Deponie befindet, war bislang offiziell nicht bekannt. Entsprechende Aufzeichnungen gebe es in der Verwaltung nicht, sagt Kalb. Und im Altlastenkataster des Landkreises sei sie auch nicht dokumentiert. Kalb schätzt, dass es sich um eine wilde Schuttgrube handelt. Vermutlich Ende der 1960er- und Anfang der 1970er-Jahre wurde sie mit Erdreich zugedeckt. Und verschwand damit aus der öffentlichen Blickfeld – so wie früher viele Gruben, die es in jedem Dorf gab. Vier Jahre später jedenfalls wurde der Bebauungsplan für den Kellerberg rechtskräftig – eine Deponie wurde in den Plänen aber nicht vermerkt.

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