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Diedorf

31.01.2019

Jakob Herberg hat die Biber ganz genau im Visier

Das Umweltzentrum Schmuttertal ist für ein Jahr der Arbeitsplatz von Jakob Herberg. Dort absolviert der 18-Jährige ein Freiwilliges Ökologisches Jahr. Dazu betreut er auch ein eigenes Projekt: einen Lehrfilm über die Entstehung eines Fischbachs an der Schmutter.
Bild: Marcus Merk

Der 18-Jährige absolviert ein Jahr lang in Diedorf ein Freiwilliges Ökologisches Jahr. Zu seinen Aufgaben gehört auch, einen Film zu drehen.

Einmal in der Woche, um sechs Uhr früh, zieht Jakob Herberg mit Gummistiefeln und Mistgabel los und macht sich auf die Suche nach den Bibern, die im Augsburger Land ihre Dämme und Burgen bauen. Das macht er aber nicht einfach in seiner Freizeit, sondern im Rahmen eines Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ), das der 18-Jährige aus Neusäß am Umweltzentrum Schmuttertal in Diedorf absolviert. Er erklärt: „Der Biber ist bei uns ja geschützt und darf nicht abgeschossen werden. Trotzdem müssen wir die Tiere im Blick behalten, damit ihre Bauten keine Felder oder Wohngebiete überfluten.“

Zusammen mit einem Betreuer fährt er deshalb jede Woche herum und schaut nach, ob an den Dämmen alles in Ordnung ist. „Wenn die Biber aber zu hoch bauen, müssen wir die Dämme mit Mistgabeln absenken.“ Schon seit September ist Jakob Herberg der FÖJler am Umweltzentrum Schmuttertal. Von Anfang an war er begeistert von der Arbeit. „Es ist sehr abwechslungsreich und genau das Richtige für alle, die sich freiwillig für die Umwelt engagieren wollen. Allein die Umstellung von Schule auf eine 40-Stunden-Woche ist mir schwer gefallen.“

Auch Laubrechen und Schneeschippen gehört dazu

Die eine Hälfte seiner Arbeitswoche verbringt Jakob Herberg neben den Bibertouren auch am Wertstoffhof, und er unterstützt zusätzlich die Mitarbeiter beim Bauhof. „Ich erkläre den Leuten zum Beispiel, wie sie richtig ihren Müll entsorgen. Viele haben keine Ahnung, wo sie was hinschmeißen müssen.“ Aber auch Laubrechen und Schneeschippen gehören zu seinen Aufgaben dazu.

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Die andere Hälfte der Woche ist er am Umweltzentrum. Dort schreibt er unter anderem Beiträge für die Umweltinfo, die immer im Diedorfer Amtsblatt beiliegt: „Ich informiere darin zum Beispiel über aktuelle ökologische Themen.“

Als FÖJler betreut Jakob Herberg auch ein eigenes Projekt am Umweltzentrum: „An der Schmutter wird ein Fischbach gebaut. Die Entstehung werde ich mit der Kamera dokumentieren und daraus einen Lehrfilm machen.“

Genau die richtige Entscheidung

Neben der Arbeit an der Einsatzstelle gehört zur Arbeit des FÖJlers auch, dass Jakob Herberg verschiedene Seminare besucht. „Die werden von einem der Träger des FÖJ organisiert und finden fünf Mal im Jahr für eine Woche statt.“ Die drei Träger sind: der Bund der Deutschen Katholischen Jugend, die Evangelische Jugend in Bayern und die Jugendorganisation Bund Naturschutz (JBN). Jakob Herberg absolviert sein FÖJ bei Letzterem. „Die Seminare beim JBN sind vor allem dafür da, dass sich alle FÖJler über ihre Erfahrungen austauschen und die Anleiter ihnen Hilfe beim Berufseinsteig geben. Denn viele von uns wollen auch nach dem FÖJ weiter etwas für die Umwelt tun.“ Nach fünf Monaten FÖJ ist für Jakob Herberg klar: Ein Jahr Freiwilligenarbeit war genau die richtige Entscheidung. „Ich wurde früher eingeschult und wollte sowieso nach dem Abi ein Jahr Pause machen. Aber so nutze ich die Zeit auch noch sinnvoll.“

Dieses Engagement hält Anna Röder für sinnvoll. Sie ist die Anleiterin von Jakob Herberg am Umweltzentrum und betreut schon seit Jahren die FÖJler: „Es ist genau das Richtige für alle, die gern selbstständig arbeiten, Spaß an der Natur haben und denen es nichts ausmacht, bei Wind und Wetter draußen zu sein.“

Information: Das FÖJ beginnt bei allen Stellen in Bayern immer zum 1. September. Für 2019 startet die Bewerbungsfrist im Februar. Alles Wissenswerte sowie die Bewerbungsunterlagen sind auf der Internetseite www.foej-bayern.de zu finden.

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