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Landkreis Augsburg

14.01.2020

Jede zehnte Schulstunde im Landkreis Augsburg fällt flach

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Während der Landkreis in Gymnasien und Realschulen massiv investiert, spart der Freistaat am Personal. Das rächt sich, sagt die SPD-Politikerin Simone Strohmayr.

Der Lehrermangel an Bayerns Schulen ist wieder in aller Munde. Vor allem mit Blick auf die sich verschärfende Situation an den Grundschulen ist Anfang der vergangenen Woche die Staatsregierung mit einem Maßnahmenkatalog an die Öffentlichkeit getreten. Eine der Forderungen: Grundschullehrer sollen ab dem kommenden Schuljahr mehr arbeiten.

Vertretungslehrer müssen viel auffangen

Doch auch an den Gymnasien und Realschulen im Freistaat sieht die Unterrichtsversorgung nicht rosig aus. So hat eine Anfrage von Simone Strohmayr, SPD-Landtagsabgeordnete aus Stadtbergen, für den Landkreis Augsburg ergeben: Mehr als zehn Prozent der Unterrichtsstunden werden am Gymnasium (10,8 Prozent) und an den Realschulen (11,9 Prozent) nicht planmäßig erteilt. Das bedeutet: Ein Großteil wird durch Vertretungen abgefangen, etwa zwei Prozent der Schulstunden müssen ersatzlos gestrichen werden. Der Anteil der nicht planmäßig erteilten Stunden an Gymnasien und Realschulen im Landkreis ist sogar in den vergangenen Jahren angestiegen.

Die Unterrichtsqualität leidet unter den vielen Ausfällen

Das Fatale: „Vertretungen bedeuten für die Lehrkräfte und Schulleitungen nicht nur dauernde Mehrarbeit und damit eine erhebliche Gefährdung ihrer Gesundheit“, stellt SPD-Landtagsabgeordnete Strohmayr heraus. Oftmals seien die Vertretungslehrer auch aus einem anderen Fach. „Da kann es passieren, dass eine Deutschlehrerin die Mathestunde halten muss. Das geht auf Kosten der Unterrichtsqualität“, so die SPD-Fraktionsvizin.

Jede zehnte Schulstunde im Landkreis Augsburg fällt flach

Den Schulen könne man dafür nicht die Schuld geben: „Der Freistaat stattet nach wie vor seine Bildungseinrichtungen mit zu wenigen Lehrern aus.“ Strohmayr: „Wir kennen das Problem seit Jahren. Seitdem hat sich nichts verändert. Das geht nicht nur zulasten der Lehrkräfte, sondern auch der Schülerinnen und Schüler.“

"Die Lehrerkapazität muss 110 Prozent betragen"

Die SPD-Landtagsfraktion fordert daher dringend, neue Lehrerstellen zu schaffen. „Die Lehrerkapazität muss mindestens 110 Prozent betragen und nicht 100, wie es der Freistaat vorsieht“. Die SPD-Landtagsfraktion wird sich in einem entsprechenden Antrag an die Staatsregierung wenden. Der Lehrerberuf müsse insgesamt attraktiver werden. So zeigen laut Strohmayr aktuelle Zahlen, dass 50 Prozent der Lehramtsstudenten innerhalb der Regelstudienzeit hinwerfen.

Während die Lehrer fehlen, werden die Schulkapazitäten im Landkreis Augsburg seit mehr als zehn Jahren großzügig ausgebaut. Im kommenden und übernächsten Jahr soll mit den Gymnasien in Gersthofen (Neubau) und Neusäß (Sanierung) begonnen werden. Geschätzte Kosten: mehr als 130 Millionen Euro. In den Jahren darauf sollen die Realschulen in Bobingen, Neusäß und Zusmarshausen erweitert beziehungsweise erneuert werden. (AL/cf)

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