1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Jetzt baut Gersthofen den neuen Bahnhof

Gersthofen

18.03.2019

Jetzt baut Gersthofen den neuen Bahnhof

MMA_0963.jpg
2 Bilder
An dieser Stelle wird künftig der Gersthofer Tunnel unter der Bahnlinie Augsburg-Donauwörth entstehen.
Bild: Foto: Marcus Merk

Bis 2021 sollen die Gleise barrierefrei erreichbar sein. Dafür investieren Stadt und Staat knapp zehn Millionen Euro. Auch die B2 soll dadurch entlastet werden.

Gersthofen baut einen neuen Bahnhof: Künftig sollen die Bahnsteige in Richtung Donauwörth oder Augsburg barrierefrei zugänglich sein. Insgesamt zehn Millionen Euro investieren die Stadt Gersthofen und der Freistaat Bayern in den Umbau. Es entsteht ein Tunnel unter dem Gleiskörper hindurch, durch welchen die Bahnbenutzer bequem auf jede Seite wechseln können. Aufzüge ermöglichen den barrierefreien Zugang zu den Bahnsteigen.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

„Es freut mich, dass die Stadt gemeinsam mit dem Freistaat Bayern hier etwas unternimmt, das eigentlich nicht in ihren Aufgabenbereich gehört“, sagte der bayerische Bauminister Hans Reichhart. „Aber hier fragen wir nicht nach der Zuständigkeit, sondern wir packen an bei einem Projekt, das wichtig ist für ganz Bayern.“ Die Region Augsburg lebe von der Mobilität, und dazu gehöre auch ein gutes Angebot beim öffentlichen Personennahverkehr, so der Minister weiter.

Das Tunnelbauwerk für den Bahnhof wiegt 700 Tonnen

In den nächsten Monaten entsteht auf einem Areal neben dem Bahndamm das Tunnelbauwerk. Dieses etwa 700 Tonnen schwere Bauwerk soll dann in der Zeit vom 19. bis 24. Juni unter den Gleisen eingeschoben werden. „Man sieht, dass wir in Bayern bauen können, was andere nicht mehr bauen können“, sagte Hans Reichhart und spielte damit unter anderem auf den Stuttgarter Bahnhof an.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Stellvertretende Landrätin Anni Fries fand es „gut, dass die Stadt das Areal im Jahr 2011 gekauft hat“. Es sei alles versucht worden, das alte Bahnhofsgebäude, das zu den ältesten in Bayern gehörte, noch zu retten. Letztlich hatten die Bemühungen um das marode Haus keinen Erfolg. „Ab 2021 gibt‘s einen neue Bahnhof, von dem aus man in sieben Minuten Augsburgs Zentrum erreicht“, so Anni Fries weiter. Sie erhoffe sich, dass sich viele Pendler für die Bahn entscheiden und so die B2 entlastet werde.

Bürgermeister Michael Wörle ging auf die lange Vorlaufzeit ein. „Einen Bahnhof zu bauen ist angesichts der vielen beteiligten Partner nicht ganz einfach.“ In Gersthofen werde es aber keine Verzögerungen geben. „Bis zum Jahr 2021 wollen wir mit allen Arbeiten, darunter auch die Rampen für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen, den barrierefreien Bushaltestellen sowie dem Kreisverkehr am Eingang des Hery-Parks fertig sein“, kündigte er an.

Der Bahnhof ist ein wichtiger Teil der Gersthofer Infrastruktur

Der neue Bahnhof sei ein wichtiger Teil der Infrastruktur in Gersthofen: „Es pendeln täglich 4000 Menschen aus Augsburg nach Gersthofen und jeweils 3000 von Gersthofen nach Augsburg“, zählte Wörle auf. Das aktuelle Angebot des öffentlichen Nahverkehrs sei dafür nicht ausreichend. „Das dritte Gleis ist auf der Strecke Augsburg - Donauwörth genauso wichtig, wie das in Richtung Ulm.“

Er forderte aber auch, dass das Gesamtverkehrskonzept der Region überarbeitet werde. „Man sollte mal überlegen, ob die B2 nicht bei Langweid einen Knick machen könnte und dann Richtung Autobahnanschlussstelle Augsburg-Ost führen könnte. So wäre eine Komplettumfahrung für Augsburg von Norden bis Königsbrunn möglich“, sagte der Bürgermeister. „Der Ringschluss um Augsburg würde dann nicht an der Autobahn enden.“

Hier geht es zu unserem Kommentar: Ein Aufwand, der sich lohnt

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren