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13.02.2018

Jetzt bröckelt die Fassade

Bau Meitingen hat Pech mit dem Schlossmarkt-Gebäude. Trotz des geplanten Abrisses muss die Fassade erneuert werden. Kosten ungewiss

Meitingen Ein Desaster mindestens mittleren Ausmaßes erlebt die Marktgemeinde Meitingen gerade mit einer ihrer Neuerwerbungen. Das riesige Schlossmarkt-Gebäude am südlichen Ortseingang, das Meitingen im Jahr 2016 gekauft hat und in naher Zukunft abreißen will, musste jetzt vollständig eingerüstet werden. Der Grund: Wenn es heftig stürmt, fallen Platten aus der Fassade. „Es besteht also Gefahr für Gesundheit und Leben“, so Meitingens Bauamtsleiter Thomas Dahlmann auf Anfrage. Deshalb sei diese Unterhaltsmaßnahme nötig. Über die Kosten konnte Kämmerer Karl-Heinz Mayer noch nichts sagen, denn die Ausschreibungen für die Fassaden-Sicherung laufen gerade erst an. Damit, dass die Eternit-Platten asbestbelastet seien, müsse man jedoch rechnen. Auch zur Frage, wie teuer deren Entsorgung sein wird, konnte Mayer noch keine Angaben machen.

Danach soll nur noch das Nötigste gemacht und ein einfacher Putz aufgetragen werden. Denn von den Plänen, das gesamte Gebäude abzureißen, hat die Marktgemeinde keinesfalls Abstand genommen. Das bestätigt auch Bürgermeister Michael Higl, der sich durch die jüngsten Schäden am Gebäude sogar in seiner Einschätzung bestätigt sieht, dass eine Sanierung nicht mehr infrage komme. Die schadhafte Fassade sei zudem nicht der einzige bauliche Mangel.

Die aktuellen Schäden seien laut Bürgermeister beim ersten Sturm dieses Jahres entstanden, als schwere Fassadenplatten heruntergefallen sind. „Ich bin sehr erleichtert, dass keine Fremdschäden entstanden sind“, betont Higl, der sich gerade im Urlaub befindet, via E-Mail. Meitingen habe umgehend einen Architekten hinzugezogen und die komplette Fassade sichtgeprüft. Dabei sei man zu dem Schluss gekommen, dass der Bereich sofort abgesperrt und eingerüstet werden muss – sowohl als Schutz vor weiteren herabfallenden Teilen als auch um eine eingehendere Prüfung anzustellen. Inzwischen steht laut Bürgermeister die Beseitigung der erkannten Gefahr „ganz klar an erster Stelle“.

Aus wirtschaftlicher Sicht hält Higl die Aufwendungen für vertretbar. Das Entfernen der Platten und die Entsorgungskosten machten den Löwenanteil der Maßnahme aus, doch diese Kosten würden ohnehin anfallen, wenn das Gebäude abgerissen werden muss. Man handele sozusagen im Vorgriff. Dass dann noch ein einfacher Putz aufgetragen werden muss, sei eine Mehraufwendung, die natürlich schmerze; aber sie werde durch die Erleichterung, dass nichts passiert sei, aufgewogen.

Eine Verschiebung des Zeitplans gehe mit der Maßnahme nicht einher, betont Higl. Derzeit würden die Zielvorstellungen konkretisiert, um dann mit potenziellen Investoren in Kontakt zu treten. Aber die Gemeinde sei natürlich auch gegenüber den derzeitigen Mietern an die Verträge gebunden.

Wie genau dieser „Zeitplan“ aussieht, dazu hat sich der Bürgermeister nicht geäußert. Mitte Dezember 2017 hatte der Marktgemeinderat jedenfalls beschlossen, mehrere Planer damit zu beauftragen, städtebauliche Entwürfe für den Bereich zu erarbeiten. Einen Ideenwettbewerb wollte die Gemeinde nicht ausloben, „denn wir wissen schon, was wir wollen“, hatte Higl damals betont. Im Klartext geht es um die Ansiedlung eines Vollsortimenters – das sind Verbrauchermärkte wie Rewe oder Edeka, die über 15000 Artikel im Bestand haben. So soll die Schloßstraße als zweiter Handelsschwerpunkt in Meitingen – neben dem Gewerbegebiet Via Claudia – belebt werden. Dies hatten Experten der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung in ihrer Studie für Meitingen vorgeschlagen.

Wenn die städtebaulichen Entwürfe vorliegen, soll sich der Gemeinderat den geeignetsten aussuchen und damit auf einen Investor zugehen. Auch eine Tiefgarage und die Verbesserung der verkehrlichen Situation sind Punkte, die in den Entwurf einfließen sollen. Insgesamt soll sich die städtebauliche Situation dort verbessern, denn vor allem im Hinblick darauf hat die Marktgemeinde das Schlossmarktgebäude im Jahr 2016 gekauft – und sich zuvor ein hartes Ringen mit den damaligen Eignern geliefert. Denn das große Gebäude mit 5300 Quadratmetern Fläche war bereits verkauft, als die Gemeinde Meitingen beschloss, ihr Vorkaufsrecht geltend zu machen. Dagegen klagten die Käufer. Erst ein Jahr später konnte vor Gericht ein Vergleich erzielt werden.

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