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Dinkelscherben

15.05.2018

Jetzt müssen die  Dinkelscherber ihr Wasser abkochen

Alle helfen zusammen: Die Feuerwehr Fischach informierte in Oberschöneberg per Lautsprecherdurchsage die Bevölkerung über das Abkochgebot für Trinkwasser. In dem Ortsteil von Dinkelscherben und weiteren Orten sind davon<b>.</b>
Bild: Andreas Lode

Im Hochbehälter von Breitenbronn ist ein coliformer Keim gefunden worden. Die Ursache ist unklar. Welche Ortsteile betroffen sind.

Schreck für 2000 Bürger in Ortsteilen von Dinkelscherben, Ziemetshausen und Ustersbach: Das staatliche Gesundheitsamt hat in einer Wasserprobe aus einem der beiden Hochbehälter der Oberschöneberger Wassergruppe in Breitenbronn einen coliformen Erreger gefunden. Obwohl es sich mit dem einzelnen Keim um die geringst mögliche Verunreinigung handelt, wurden die Bewohner sofort aufgerufen, ihr Trinkwasser abzukochen. Unter anderem mit Durchsagen der örtlichen Feuerwehren sind die Bürger gestern ab den Mittagsstunden über die Entwicklung informiert worden.

Betroffen sind die Dinkelscherber Ortsteile Anried, Ettelried, Engertshofen, Siefenwang, Stadel, Saulach, Reischenau, Oberschöneberg, Ried, Kühbach, Breitenbronn und Holzara sowie Osterkühbach (Ustersbach) und Schönebach (Ziemetshausen). Die Oberschöneberger Wassergruppe deckt etwa 40 Prozent der Dinkelscherber Wasserversorgung ab.

Der Grenzwert liegt bei null

Alle zwei Wochen, so berichtet Bürgermeister Edgar Kalb, werden aus dem Bereich der Wassergruppe 20 Proben ans Gesundheitsamt weitergereicht. In einer der jüngsten Proben wurde nun ein einzelner coliformer Keim in 100 Milliliter Wasser gefunden. „Der Grenzwert liegt aber bei null“ erklärt der Bürgermeister die sofortige Anordnung des Abkochgebots durch das Gesundheitsamt. Coliforme Keime selbst machen nicht krank – sie weisen aber auf Verunreinigungen im Wassernetz hin und können ein Indikator dafür sein, dass das natürliche Schutzschild des Wassers gestört ist. Können so beispielsweise Kolibakterien eindringen, könnten diese Magen- und Darmerkrankungen beim Menschen auslösen.

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Im Bereich der Oberschöneberger Wassergruppe soll nun zunächst die Situation beobachtet werden, über eine Reinigung des gesamten Netzes etwa durch die Einleitung von Chlor sei noch nicht gesprochen worden, so Edgar Kalb. „Bislang gab es den Keim lediglich im Hochbehälter und nicht im Wassernetz“, verdeutlicht er. Jeden Tag sollen nun weitere Proben kontrolliert werden, um zu sehen, ob sich das Problem von alleine löst. Wenn nicht, müsste nächste Schritte mit dem Gesundheitsamt abgestimmt werden. Unklar ist zudem noch, wie die Verunreinigung in den Hochbehälter gelangt ist. „Da gibt es die wildesten Spekulationen“, weiß der Bürgermeister. Eine davon ist, dass die Ursache in dem in diesem Jahr besonders stark auftretenden gelben Blütenstaub der Nadelbäume liegen könnte.

Dauer ist noch völlig offen

Für die Bewohner in den betroffenen Gebieten bedeutet die Anordnung des Gesundheitsamts, dass sie bis auf Weiteres ihr Trinkwasser abkochen müssen, nicht nur für den Verzehr, sondern beispielsweise auch fürs Zähneputzen. Noch völlig offen ist, wie lange die Anweisung dauern wird. „Frühestens in den nächsten Tagen wissen wir mehr“, so Bürgermeister Kalb.

Schlechte Erfahrungen mit verunreinigtem Trinkwasser hat in den vergangenen Jahren Gessertshausen im Ortsteil Deubach gemacht, wo innerhalb von zwei Jahren zweimal Keime gefunden wurden. Am Ende wurde eine ganze Reihe von Gründen für die Verunreinigungen gefunden. Das gesamte Trinkwassernetz in der Nachbargemeinde ist so marode, dass es in den kommenden Jahren von Grund auf saniert werden muss. Im vergangenen Jahr musste nach einem Pumpenausfall in Königsbrunn dort ebenfalls das Wasser abgekocht werden. Das Gesundheitsamt hatte sich im alarmiert gezeigt und will nun verstärkt die Infrastruktur sämtlicher Wasserversorger im Landkreis unter die Lupe nehmen. Und der Gessertshauser Bürgermeister Jürgen Mögele ist überzeugt: „Gessertshausen ist kein Einzelfall.“

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